Manager Kunzendorf: „Es fiel mir schwer“

Ziele verfehlt: Brinkmann muss in Brinkum gehen

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Die Zeit der Erklärungen ist vorbei: Walter Brinkmann (links, mit Co-Trainer Jörg Bender) ist nicht mehr Trainer beim Bremen-Ligisten Brinkumer SV. 

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Nicht gerade gewöhnlich, dass sich ein Team auf Tabellenplatz vier von seinem Trainer trennt. Passiert ist es jetzt dennoch, beim Fußball-Bremen-Ligisten Brinkumer SV. Schon am Samstag, einen Tag nach der abgebrochenen Partie gegen Vatan Sport, teilte BSV-Manager Frank Kunzendorf seinem Trainer Walter Brinkmann, der erst im Juli gekommen war, mit, dass der Club ab sofort nicht mehr mit ihm plant.

„Das ist mir sehr schwer gefallen. Walter ist ein absoluter Fachmann und toller Kerl. Aber es hat irgendwie nicht gepasst“, sagte Kunzendorf. Bereits am Montag leitete Dennis Offermann, als Spieler und Trainer schon mal in Brinkum aktiv, seine erste Einheit als Brinkmann-Nachfolger.

„Irgendwie nicht gepasst“ – das ließe nach der Entlassung von dem A-Lizenz-Inhaber Spielraum für Spekulationen. Gestern konkretisierte Kunzendorf die Gründe für die Trennung, die in Absprache mit Berater Dieter Burdenski und der Vereinsführung erfolgte: „Das Team hat Walters Philosophie nicht umgesetzt. Wir haben uns sportliche Ziele gesteckt, die bisher nicht erfüllt wurden. Das frühe Aus im Pokal, die Niederlagen in der Liga gegen Hastedt oder Blumenthal, womit wir schon früh keine Chance mehr auf den Titel hatten – das haben wir so nicht erwartet. Und dann hatte Walter zuletzt auch nicht mehr so den Zugriff auf das Team. Das lag vielleicht auch daran, dass er von den Spielern mehr Eigenverantwortung eingefordert hatte, diese aber nicht vom Team erfüllt wurde.“

Zum Abschied sehr emotionale Ansprache

Am Montag verabschiedete sich Brinkmann dann mit einer sehr emotionalen Ansprache von der Mannschaft. „Das hat er wirklich toll gemacht. Walter ist sehr professionell mit der Sache umgegangen“, erklärte Kunzendorf. Kurz danach übernahm Offermann, um das Team auf das schwere Heimspiel am Freitag gegen Oberneuland vorzubereiten. Der FCO wird von Kristian Arambasic gecoacht, der wiederum Offermann nach dessen erster Amtszeit als Brinkum-Coach beerbt hatte. So klein ist die Welt.

Brinkmann meinte gestern zu seiner Entlassung (der ersten überhaupt): „Ich bin enttäuscht, respektiere aber natürlich diese Entscheidung. Es gab seit Beginn meiner Tätigkeit immer wieder Störfaktoren, die eine erfolgreiche Arbeit nicht leicht gemacht haben. Aber als Trainer bin ich der Verantwortliche, obwohl ich die sportliche Bilanz auch nicht so schlecht sehe. Der Umgang zwischen Mannschaft und Trainerteam war immer respektvoll. Ich blicke positiv zurück und durfte eine neue Liga mit vielen Stadt-Duellen kennenlernen.“

Nach Brinkmanns Abgang war Kunzendorf gefordert. Offermann konnte er so schnell aus dem Hut zaubern, weil der einige Wochen zuvor zusammen mit Wilco Freund als Trainer des Lüneburger Landesligisten TSV Etelsen entlassen worden war. Auch zuvor beim Oberligisten TB Uphusen musste der 37-Jährige vorzeitig gehen. Für Kunzendorf kein Grund, jetzt von einer Verpflichtung Abstand zu nehmen: „Ich habe Dennis damals schon nicht gerne gehen lassen. Er kann ein Team motivieren. Und das brauchen wir jetzt, um wieder Feuer in die Mannschaft zu bekommen.“

Dennis Offermann kehrt als Trainer nach Brinkum zurück und leitete bereits die ersten Einheiten. - Foto: Töbelmann

Offermann, der Brinkum 2015 verlassen hatte, freut sich auf seine Rückkehr: „Wir hatten am Sonntag ein gutes Gespräch. Dass ich damals nach Uphusen in die Oberliga gegangen bin, hatte rein sportliche Gründe. Ich bin mir mit Frank Kunzendorf jetzt sehr schnell einig geworden und kenne bestimmt noch die Hälfte der Mannschaft.“ Und was hat „Offer“ mit Brinkum in dieser Saison noch vor? „An den Titel müssen wir nicht denken. Aber ich möchte Spiele dominieren und nicht mehr so tief stehen, wie dies vielleicht zuletzt der Fall gewesen ist“, meinte der B-Lizenz-Inhaber.

Und wie kam der Trainertausch bei der Mannschaft an? Kapitän Jannik Bender sagte dazu gestern: „Das war am Montag schon eine komische Situation. Der alte Trainer verabschiedet sich, und der neue leitet wenig später die erste Einheit. Den Vorwurf, dass nicht alle ihre Fitness im Griff hatten, müssen wir uns gefallen lassen.“

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