Rück- und Ausblick

Brinkums Manager Jörg Bender: „Wünsche mir Meister-Mentalität“

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Nicht immer gut gelaunt: Beim Blick auf die vergangene Saison vermisste Brinkums Manager Jörg Bender oft die richtige Einstellung seiner Spieler.

Brinkum - Von Gerd Töbelmann. Die Saison in der Fußball-Bremen-Liga ist beendet. Der Brinkumer SV landete als Titelverteidiger nur auf einem enttäuschenden achten Platz und schaffte damit auf den letzten Drücker die Qualifikation zum Bremer Hallencup. Wir sprachen mit Manager Jörg Bender darüber, wie er die Spielzeit gesehen hat und was er sich für die kommende Saison wünscht.

Sind Sie froh, dass die Saison endlich beendet ist?

Ja, natürlich. Das war ganz schön anstrengend. Meine Frau Angela hat mir schon gesagt, dass ich jetzt mal komplett abschalten soll. Sie hat recht: Ich brauche mal Ruhe.

Welche Erklärung haben Sie dafür, dass nach der Winterpause so wenig Punkte geholt wurden?

Viele Dinge haben nicht funktioniert. Schon die Vorbereitung war nicht gut. Im Nachhinein war es ein Fehler, dass wir kein Trainingslager gemacht haben. Das werden wir vor der neuen Saison auf alle Fälle wieder in Nordholz tun. Zudem haben sich Führungsspieler, wie mein Sohn Jannik, der ja auch Kapitän ist, verletzt. Und von den Winter-Neuzugängen haben viele auch nicht gleich gezündet. Wir waren in unserer prekären Personallage ja froh, dass wir im Winter überhaupt neue Leute nach Brinkum holen konnten.

War der Titelgewinn 2018 eine zu große Hypothek? Ganz nach dem Motto: Das wird schon wieder werden?

Eine Bürde war der überraschende Titelgewinn ganz bestimmt. Aber man muss auch sehen, dass uns wichtige Spieler gefehlt haben. Malik Gueye etwa, der nach Heeslingen gegangen ist, konnten wir auf der Außenbahn nicht gleichwertig ersetzen.

Sie haben den Vertrag mit Meistertrainer Dennis Offermann schon im Winter verlängert, um ein Zeichen zu setzen. War das vielleicht zu früh?

Nein. Ich stehe nach wie vor vollkommen zu meiner Entscheidung und habe großes Vertrauen in seine Arbeit. Er war immer voll bei der Sache.

Bleibt Dieter Burdenski, der für den Etat des Teams sorgt, an Bord? Oder wird er sich nach und nach zurückziehen? So richtig zufrieden soll „Budde“ ja mit den Leistungen des Teams in letzter Zeit nicht gewesen sein . . .

Ich spreche immer wieder mit ihm. Der Etatrahmen wird nicht verkleinert. Er hat allerdings mehr Leidenschaft der Jungs in den Spielen angemahnt. Die war zu oft nicht zu sehen. In diesem Punkt stimme ich mit Dieter komplett überein.

Brinkum war viele Jahre ein Garant für die Plätze ganz vorn in der Tabelle. Muss man sich in Zukunft an Plätze im Mittelfeld gewöhnen?

Nein. Unser Anspruch sind nicht die Plätze acht bis zehn. Wir können allerdings nicht mit den Etats vom Bremer SV oder Oberneuland mithalten, sondern müssen verstärkt auf junge Spieler setzen. Schwachhausen etwa hat auch keinen riesigen Etat, ist aber immerhin Vierter geworden.

Stammspieler, wie Keeper Tariq Olatunji, Abräumer Bastian Helms oder Stürmer Joshua Brandhoff werden den Verein verlassen. Können Sie diese Abgänge kompensieren?

In Hasan Dalkiran vom Bezirksligisten TSV Etelsen haben wir einen Neuzugang, der mit seinen 24 Jahren schon Führungsqualitäten hat. Ich bin optimistisch, dass wir noch weitere gute Spieler verpflichten werden.

Brinkum hat seine Heimspiele zum großen Teil am Freitagabend auf Kunstrasen ausgetragen. Wird das so bleiben?

Ich würde gern mehr auf Rasen spielen. Allerdings haben wir da kein Flutlicht. Der Wunsch, freitags zu spielen, kam aus der Mannschaft.

Kurzer Schwenk zum langjährigen Dauer-Rivalen Bremer SV: Wie bewerten Sie das erneute Scheitern des BSV in der Regionalliga-Relegation?

Schade, dass sie es nicht gepackt haben. Das ist, glaube ich, schon das fünfte Mal. Da sie auch das Pokal-Finale gegen Oberneuland verloren haben, ist es momentan sicherlich nicht leicht für den Club. Ich hätte es ihnen jedenfalls gegönnt, dass neben Werder II auch mal wieder ein zweiter Bremer Vertreter in der Regionalliga spielt.

Mit welchen Aussichten und Wünschen gehen Sie in die neue Saison?

Dass wir wieder mehr als Einheit auftreten und Spaß am Fußball haben. Ich würde nur zu gern wieder die Mentalität aus dem Meisterjahr in unserer Mannschaft sehen.

Das war nun Ihre erste komplette Saison als Manager-Nachfolger von Frank Kunzendorf. Wie fällt da das Fazit aus?

Ich muss zugeben, dass ich lieber als Co-Trainer auf dem Platz wäre. Aber nach dem unerwarteten Abgang von Frank mussten wir schnell handeln. Und ich denke, dass das so die beste Entscheidung war. Eine Rückkehr von Frank wird es nicht geben. Als Manager habe ich die Erfahrung gemacht, dass Zusagen von Spielern mittlerweile oft nicht viel wert sind. Das irritiert mich sehr, denn ich lebe nach dem Motto, dass eine Zusage eine Zusage ist.

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