„Einfach war das nicht“

Triathlet holt sich den vierten Platz: Wittmershaus glänzt in Glücksburg

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Sie vertraten den SC Weyhe in Glücksburg (v.l.): Gerd Cordes, Sascha Bettker, Horst Wittmershaus, Imme Menges, Martin Bramkamp und Arne Reuter. Nicht auf dem Bild ist Kathrin Fronzek.

Glücksburg - Von Gerd Töbelmann. Was für Boris Becker mal Wimbledon war, das ist für Horst Wittmershaus zweifellos Glücksburg. Der Triathlet des SC Weyhe startete nun schon zum achten Mal in seinem „Wohnzimmer“ beim Ostseeman-Triathlon über die Ironman-Distanz. Und erneut konnte sich der 49-Jährige weit vorn platzieren, denn seine Zeit von 8:58:14 Stunden reichte zu Platz vier in der Gesamtwertung. Zugleich gewann er die Altersklasse M50.

„Ich fahre immer wieder gern nach Glücksburg, weil der Wettbewerb sehr gut organisiert ist. Und ein Rennen in der Ostsee zu schwimmen, hat ja auch was“, erklärte Wittmershaus, der mit seiner Zeit unter neun Stunden immer noch der beste Triathlet aus dem Kreis Diepholz über den „langen Kanten“ ist.

Los ging es mit dem Schwimmen über gut drei Kilometer in der Flensburger Förde. Und das war nicht ganz ohne. Das Wasser war 24 Grad warm und es wehte ein durchaus böiger Wind. Viele Athleten hatten gehofft, dass die Pflicht zum Anlegen des Neoprenanzuges wegfallen würde, doch die Organisatoren bestanden auf die „zweite Haut“. „Die hatten wohl Angst, dass sonst einige Teilnehmer nicht mehr rauskommen würden“, vermutete Wittmershaus.

Neben dem warmen Wasser machte den Athleten auch der Wellengang zu schaffen. „Ich habe das bei anderen Wettbewerben schon schlimmer erlebt, aber ganz einfach war das nicht“, meinte Wittmershaus, der nach 1:04:15 Stunden wieder festen Boden unter den Füßen hatte und mit seiner Zeit schon zufrieden war.

Dann ging es für die 180 km lange Strecke aufs Rad. Dabei musste ein 30 km langer Rundkurs durch Glücksburg sechsmal bewältigt werden. „Die Temperaturen waren zwar nicht so hoch, aber das Gelände war doch recht wellig und hatte viele starke Richtungsänderungen“, stellte Wittmershaus fest. Nach 4:40:55 Stunden war die Tortur vorbei – und der SC-Athlet war sehr erfreut: „Das war wirklich eine tolle Zeit. Viel schneller bin ich auch früher in meiner sportlich besten Zeit nicht mit dem Rad unterwegs gewesen.“

Und dann stand da ja noch der Lauf-Marathon an. Wittmershaus hatte sich zuvor extra osteopathisch behandeln lassen, um den Lauf auch gut zu überstehen. „Da ist einiges zurecht geruckelt worden“, sagte Wittmershaus mit einem Schmunzeln. Die Uhren blieben nach 3:10:29 Stunden stehen, was den Weyher Triathleten zufrieden stellte. Letztlich blieb Wittmershaus unter neun Stunden und wurde Vierter. „Die Plätze eins und zwei gingen an zwei Profis, die viel jünger sind und ganz andere Umfänge trainieren können. Deshalb bin ich mit meinem Platz wirklich sehr zufrieden“, strahlte der Weyher Athlet.

Ebenfalls ein Strahlen im Gesicht hatte sein Teamkollege Arne Reuter. Der zweitbeste Weyher benötigte 9:28:03 Stunden und landete in der Gesamtwertung auf dem elften Platz. Diese Zeit bedeutete auch eine neue persönliche Bestzeit über die Ironman-Distanz. Das Podium in der Altersklasse AK 40 verpasste Reuter um etwa zehn Minuten. Ebenfalls einen starken Eindruck hinterließ Martin Bramkamp vom SC Weyhe, der nach 10:07:39 Stunden als 37. in der Gesamtwertung ins Ziel kam. Mit dieser Zeit belegte er in der AK 45 einen tollen dritten Platz.

Zusammengerechnet wären die Weyher Männer bestimmt in der Teamwertung auch ganz weit vorn gelandet – doch ausgerechnet Wittmershaus hatte es „verbockt“: „Ich habe in meiner Anmeldung als Verein nur den SC Weyhe und nicht SC Weyhe Triathlon angegeben. Deshalb konnte ich für das Team leider nicht gewertet werden.“ Gerüchten zufolge musste Wittmershaus seinen männlichen Kollegen nach dem Wettkampf für diesen Patzer dann ein Kaltgetränk spendieren . . .

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