Startnummer 27: Carolin Witt

Carolin Witt

Der Knöchel schmerzt, doch Carolin Witt von der SV Kirchweyhe legt trotzdem bei der deutschen Meisterschaft in Essen eine starke Sprungperformance hin.

Weyhe - Stella Engler wippt im Rad hin und her, das Sportgerät nimmt mit ihr Fahrt auf, bevor sie sich durch die Reifen nach hinten durchfallen lässt. Mehrere Meter zurückgefallen hinter dem Rhönrad – das sich allein Richtung Sprungmatte aufmacht – sprintet sie los, macht Meter um Meter gut, greift links und rechts an die Reifen, nimmt den Schwung mit und steht plötzlich auf dem Rhönrad. Von dort oben springt Stella Engler mit einem Salto vorwärts und landet im Stand auf der Bodenmatte. Alles unter den wachen Blicken von Teamkollegin Carolin Witt.

Die 14-Jährige guckt genau hin, gibt Tipps, filmt später sogar Englers Sprungübung. Witt hat an diesem Freitagabend in der KGS-Halle überall ihre eisblauen Augen, gibt Ratschläge, leistet bei den jüngsten Turnerinnen der SV Kirchweyhe Hilfestellungen. Selbst kann sie heute, bei einer der Trainingseinheiten des Jahres, nicht in ihr Sportgerät steigen. Eine Handgelenksverletzung zwingt sie zu einer Pause. 2016 hat Spuren hinterlassen.

Aber Witt selbst hat in diesem Jahr auch sportliche Fußabdrücke

Carolin Witt

hinterlassen. Bei allen Wettkampfstarts landet sie auf dem Treppchen, der Höhepunkt war der Gewinn der deutschen Meisterschaft (DM) in der Altersklasse 13/14. „Ich hatte schon gehofft, dass ich auf einen der vorderen Plätze lande. Dass es aber der Titel wird, hätte ich nicht gedacht“, betont Witt. Dabei hat sich die KGS-Schülerin bei dem Wettkampf in Essen durchbeißen müssen. „Ich bin ganz gut gestartet, mit der Spirale war ich zufrieden“, erinnert sie sich an die Disziplin, die ihr eigentlich am meisten Probleme bereitet. Dann die Schrecksekunde: Beim Sprung knickt Witt um, das rechte Sprunggelenk wird direkt dick. „Aber ich wollte nicht aufgeben“, erklärt sie, warum sie Minuten später – mit einem Tapeverband um den Knöchel – erneut die Übung in ihrer Paradedisziplin durchzieht. Auch bei der anschließenden Kür lässt sie sich die Schmerzen durch die Bänderdehnung nicht anmerken. Ihre Härte zahlt sich aus, am Ende gewinnt sie mit 0,7 Punkten Vorsprung vor Swantje Zarges aus Leverkusen. „Das war nahe am Optimum“, freut sich Trainerin Isabell Ewald über Witts Darbietungen: „Carolin hat wirklich äußerst souverän geturnt. Es sind Freudentränen geflossen.“

Damit war 2010 noch nicht zu rechnen. Als Achtjährige ist Carolin Witt zu Gast bei der Sportschau der Vereinsgruppen. Die Vorführung der Rhönrad-Gruppe weckt direkt ihr Interesse. „Ich wollte es dann unbedingt ausprobieren. Und als ich es dann gemacht habe, hat es direkt richtig Spaß gemacht.“ Mona Hundrieser, die heutige SVK-Abteilungsleiterin, erkennt früh Witts Begabung, steckt sie in die SVK-Wettkampfgruppe.

Die Förderung und das intesive Training sind die Saat, aus der 2016 die Erfolge entstehen. Neben dem DM-Titel gewinnt Witt, die bereits seit neun Jahren beim TuS Sudweyhe Korbball spielt, auch die Landesmeisterschaft in Schleswig-Holstein, bei der Landesmeisterschaft in Niedersachsen gibt es genau so den zweiten Platz wie bei der norddeutschen Meisterschaft. - wie

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