Diepholzer „Macher“ Schaffer über Ziele und Zwist / Sperren für Wechselwillige?

„Wir wollen oben in der Liga angreifen – und nicht unten“

Helmut Schaffer hat eine derart turbulente Saison im negativen Sinne bei der SG Diepholz nocht nicht erlebt. ·

Diepholz - Von Cord KrügerDie neuen Clubs der altgedienten Diepholzer Spieler haben ihre namhaften Neuzugänge teils schon öffentlich präsentiert – aber das letzte Wort hinsichtlich dieser Massenabwanderung (wir berichteten am Sonnabend) ist laut Helmut Schaffer noch nicht gesprochen. Der Sponsor und stellvertretende Abteilungsleiter der SG Diepholz will seine Spieler nicht ohne Weiteres freigeben, sondern sieht noch Gesprächsbedarf mit den aufnehmenden Vereinen. Mehr Kommunikation wünscht er sich auch innerhalb der Sparte.

Herr Schaffer, können Sie sich an eine ähnlich turbulente Saison der SG Diepholz wie diese erinnern?

Helmut Schaffer:An eine positiv turbulente durchaus, aber nicht im derart negativen Sinn.

Wie geht's nach dieser Massenabwanderung weiter?

Schaffer:Na ja, fest steht da noch nichts. Nach meinem Kenntnisstand hat noch kein Spieler seinen Pass angefordert. Und ich weiß auch nicht, ob wir uns mit den aufnehmenden Vereinen einig werden. Denn ich sehe bei niemandem einen Anlass, ihn ohne entsprechende Ausbildungsentschädigung gehen zu lassen.

Sie würden also im Zweifel auch die Freigabe einzelner Spieler verweigern?

Schaffer:Ja, denn wir wollen niemanden einfach so wegschicken.

Die Wechselwilligen dürfte diese Aussage kaum begeistern – oder lässt sich deren Fernweh mit Geld kurieren?

Schaffer:Nein, das Finanzielle spielte eine untergeordnete Rolle. Aber es hatte sich im Kader eine Gruppe um Marcell Katt gebildet, die auch außerhalb des sportlichen Bereichs viel zusammen unternimmt. Da sind enge Beziehungen entstanden.

Dem Teamgeist kann ein guter Zusammenhalt doch nur zuträglich sein. Wo liegt da das Problem?

Schaffer: Teile aus dieser Gruppe wollten mehr mitbestimmen, wie der Rest der Mannschaft auszusehen hat.

Gab es diese Bestrebungen schon vor dem Wechsel Stefan Bernholts vom BSV Rehden nach Diepholz?

Schaffer:Ja, aber Stefan ist eben ein anderer Typ Fußballspieler. Für ihn steht der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund und weniger die Priorität, neben dreimal Training pro Woche noch weitere Zeit mit den Teamkollegen zu verbringen. Katt und andere legen hingegen großen Wert auf die Kameradschaft.

Spielerisch hat Bernholt die SG auf jeden Fall weitergebracht. Wohin geht jetzt der sportliche Weg in der Landesliga?

Schaffer: Natürlich hat er uns weitergebracht, das bestreitet wohl niemand. Ohnehin haben wir nie schwächere Leute geholt, sondern immer stärkere. Deswegen ist diese Saison für mich auch völlig unbefriedigend verlaufen. Wenn Trainer Andreas Schultalbers vom erreichten Ziel des Klassenerhalts spricht, kann ich das wirklich nicht nachvollziehen. Wir wollen in der Landesliga oben angreifen – und nicht unten.

Sie haben also auch die Oberliga im Blick?

Schaffer:Jedenfalls hätten wir dieses Jahr mindestens dort stehen können, wo wir in der vorletzten Saison standen – wenn nicht besser.“ (Diepholz schloss die Bezirksoberliga damals als Sechster ab, d. Red.).

Wie wollen Sie nächste Saison oben angreifen – und mit wem, wenn so viele Stammkräfte gehen?

Schaffer: Wir sprechen zurzeit mit einigen Spielern, aber fest ist noch nichts.

Angesichts der nur noch kurzen Zeit bis zur neuen Serie dürften Neuverpflichtungen nur mit einigen Zugeständnissen verbunden sein…

Schaffer:Aber wenn uns sieben oder acht Spieler verlassen, werden wieder Kapazitäten für neue Zugeständnisse frei.

Was sollte sich sonst noch verändern? Vielleicht etwas an der Kommunikation untereinander?

Schaffer: Mit Sicherheit. Es wurde angeführt, dass Kommunikationsprobleme zu Unzufriedenheiten einiger Spieler geführt haben. Meiner Ansicht nach reicht das zwar nicht aus, um Wechselabsichten zu begründen, denn unser sportlicher Leiter Frank Werner ist immer nah an der Mannschaft und ein guter Ansprechpartner. Aber wir werden uns in der Abteilungsleitung hinsichtlich eines engeren Austauschs Gedanken machen.

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