Uchte entfacht gegen FC Sulingen einen wahren Angriffswirbel – 4:2 / Der Spitzenreiter darf aber nicht aufsteigen

Vom Winde verweht

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Patrick Kühn war im Tor chancenlos, als Xelet Agirman (grünes Trikot) nach einem Freistoß aus dem Halbfeld plötzlich mutterseelenallein vor dem Sulinger Tor auftauchte. Uchtes Offensivmann blieb cool und schob zum zwischenzeitlichen 3:0 ein. ·

Kreis-Diepholz - Von Daniel Wiechert. Es war keine leichte Ausgangsposition für den SC Uchte. Die Spieler des Bezirksliga-Tabellenführers hatten im Vorfeld der Partie gegen den FC Sulingen erfahren, dass sie wohl nicht aufsteigen dürfen (siehe Textende).

Doch jeder, der dachte, dass die Uchter sich davon beeinflussen lassen würden, wurde eines Besseren belehrt. Beim 4:2 (4:2)-Sieg gegen den Tabellendritten zeigte das Team von Jens Meier seine sportliche Ausnahmestellung in dieser Saison.

Vor der Partie hatte Meier noch zugegeben, „dass meine Mannschaft sehr niedergeschlagen ist. Diese Nachricht nimmt einen mit, da fällst du erst einmal in ein Loch“, sagte Uchtes Trainer. Doch diese Niedergeschlagenheit konnten die Gastgeber scheinbar in positive Energie umwandeln. Mit dem extrem böigen Wind im Rücken entfesselten die Uchter einen Angriffswirbel. Lukas Klöpper setzte sich auf seiner linken Seite bis zur Grundlinie durch, seine Hereingabe verwandelte Steven Melz am zweiten Pfosten. Ein Musterbeispiel dafür, warum die Grün-Weißen die beste Offensive der Liga stellen, gab es nur fünf Minuten nach der Führung zu sehen. Martin Hawer eroberte den Ball, bediente Klöpper, der Melz auf die Reise schickte: Kopf hoch, 20-Meter-Schuss ins rechte untere Eck – 2:0. „Wir haben die Anfangsphase komplett verschlafen“, sagte Sulingens Trainer Dirk Meyer: „Das haben die Uchter dann durch ihr starkes Umschaltspiel perfekt ausgenutzt.“

Uchte kann aber nicht nur Kombinationsfußball, sondern hat auch Stärken bei Standardsituationen. Bei einem Freistoß aus dem Halbfeld nahmen sich die Sulinger wieder einmal eine kollektive Auszeit. Xelet Agirman stand so plötzlich alleine vor Sulingens Keeper Patrick Kühn, konnte in Ruhe den Ball annehmen und zum 3:0 (12.) einnetzen. Doch Sulingen berappelte sich. Starke Balleroberung von Stefan Rosenthal, über Svend Kafemann landete der Ball bei Fabian Schmitting, der aus spitzem Winkel aus elf Metern zum 1:3 (28.) traf. Mit einem Freistoß aus 20 Metern stellte Uchtes Kapitän Kai Bredemeyer allerdings zunächst wieder den alten Vorsprung her, bevor Svend Kafemann mit einem wunderschönen Lupfer von der Strafraumgrenze zum 2:4 (45.+1) traf.

In der zweiten Halbzeit waren die Gäste aus Sulingen besser, doch Kafemann (59./76.), Martin Roughley (67.) und Simon Beuke (68.) vergaben ihre Möglichkeiten.

„Wir haben es heute in der Anfangsphase verbockt“, sagte Meyer, „danach haben meine Jungs aber Moral gezeigt.“ Sein Team bleibt trotz der Pleite auf Platz drei und hat weiterhin Chancen auf den Aufstieg, sollte Uchte nicht in der Landesliga spielen dürfen. „Für mich sind das alles ungelegte Eier“, sagte Sulingens Meyer: „Wir müssen erstmal unsere Hausaufgaben machen und zumindest Platz drei verteidigen.“ Und falls Sulingen dann doch die Aufstiegsmöglichkeit bekommen würde? „Dann werden wir die Vor- und Nachteile abwägen und das Team fragen, ob es überhaupt will“, so Meyer.

Uchte will unbedingt – doch Trainer Jens Meier gab sich sportlich: „Ich kann doch jetzt nicht sagen, dass diese Regel vom Verband eine Schweinerei ist. Vor drei Jahren haben wir als Vizemeister davon profitiert, dass der STK Eilvese wegen der fehlenden Aufstiegsvoraussetzungen nicht in die Landesliga durfte.“

Darum kann der SC Uchte vermutlich nicht aufsteigen

Bereits am Donnerstag erfuhren die Bezirksliga-Spieler des FC Uchte die Nachricht, dass ein Aufstieg in die Landesliga nicht möglich ist. Der Grund ist allerdings hausgemacht. Der Club aus dem Kreis Nienburg hatte nach der Herbstrunde die C-Jugend von einer 11er- auf eine 7er-Mannschaft umgemeldet. Nach den Regularien des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) müsste der Verein jedoch mindestens eine 11er-Mannschaft in einer der Altersklassen A-, B- oder C-Jugend gemeldet haben, die die gesamte Saison 2013/14 bestritten hat. „Noch haben wir allerdings noch keine offizielle Bestätigung, dass wir die Voraussetzungen für den Aufstieg nicht erfüllen“, sagt Uchtes Trainer Jens Meier. Falls diese kommen sollte, erteilt er den FC-Verantwortlichen einen klaren Auftrag. „Der Verein ist es den Spielern schuldig, dass sie alle Rechtsmittel ausschöpfen. Denn sportlich hat das Team den Aufstieg mehr als verdient.“

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