Wiehles Siegtor im Relegationsdrama gegen Mellendorf / Morgen Showdown

Meyer und „Micha“ halten Bassum am Leben – 2:1

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Da war Michael Wiehle (ganz unten) platt! Philip Schönborn, Antoun Badal, Oliver Meyer, Janik Hahnel (von links) sowie weitere Kollegen begruben den Bassumer nach seinem Treffer zum 2:1 unter sich. Interimscoach Jürgen Schäfer (hinten) blieb da zunächst lieber auf Abstand, applaudierte aber erleichtert.

Bassum - Von Cord Krüger. Die 88. Minute am Samstagnachmittag. „Micha!“, schallte es von der Bank des TSV Bassum. Und Micha, Michael Wiehle mit vollem Namen, ging für seinen TSV noch einmal steil. Der Offensivmann des Bezirksliga-13. nahm einen Querpass von Tobias Cordes auf und rannte von halblinks auf Rouven Kreuschner zu, den Torwart des Mellendorfer TV. Lange zögerte er mit dem Schuss, doch dann schloss Wiehle überlegt ins lange Eck zum Siegtor im so wichtigen Relegations-Heimspiel ab. Teamkollegen, Reservisten und Betreuer begruben den Kämpfer unter sich. Erleichterung pur.

Nach diesem hart erarbeiteten 2:1 (1:1) und Bassums anschließendem 4:2 im obligatorischen Relegations-Elferschießen gegen den Vizemeister aus der Kreisliga Hannover-Land 2 atmete „Micha“ tief durch: „Das war wichtig – und ich bin froh, dass ich den noch reingekriegt habe. Der Keeper hat sich ganz schön groß gemacht.“ Kreuschner war noch an der Kugel dran, doch sie ging zum Jubel der 150 Fans trotzdem über die Linie. „Ziemlich platt“ sei er, gab Wiehle zu – nicht nur wegen des Kicker-Haufens, der kurzzeitig auf ihm gelastet hatte, sondern auch wegen seines hohen Laufpensums. „Aber ich bin zuerst gar nicht richtig ins Spiel bekommen“, haderte der 22-Jährige: „Die Jungs haben mich oft genug gut angespielt, aber irgendwie war ich nicht der richtige Abnehmer.“

Doch durch diesen Erfolg im Dreikampf um den letzten freien Bezirksliga-Platz für die neue Serie „können wir jetzt am Dienstag etwas entspannter nach Landesbergen fahren“, schätzt Wiehle. Dort wartet ab 19 Uhr der Landesberger SV als Zweiter der Kreisliga Nienburg, den die Mannschaft von Interimstrainer Jürgen Schäfer ebenfalls bezwingen muss. Nur ein Tor mehr, also etwa ein 3:1 gegen Mellendorf – und Bassum hätte morgen schon ein Remis zum Klassenerhalt gereicht. Chancen dafür gab es zuhauf – bis zum Schluss, als Cordes zwei Mal scheiterte: erst nach Vorlage von Roman Seidel an Keeper Kreuschner (89), dann mit einem knapp zu hoch angesetzten Kopfball.

„Aber so haben wir wenigstens eine klare Ausgangslage“, stellte Schäfer fest: „Es kann auch schiefgehen, wenn man mit der Einstellung ins Spiel geht, dass ein Unentschieden reicht“, mahnte der sportliche Leiter und Aushilfscoach.

Doch wenn seine Spieler die Einstellung von Samstag zeigen, geht diese Nervenschlacht für Bassum gut aus. Denn die Platzherren entwickelten zunächst viel Zug zum Tor und hätten gegen eine unsortierte Defensive früh führen müssen. Seidel verzog allerdings knapp (4.), sein Sturmpartner Oliver Meyer zwang Kreuschner zur ersten Parade (7.), und Antoun Badal schoss am langen Eck vorbei (12.). Umso tragischer der Rückstand: Michael Draper ballerte einen Freistoß aus zentraler Position an den rechten Innenpfosten, Malte Marks staubte zum 1:0 für den MTV ab (26.). Doch Bassum arbeitetete sich zurück und feierte wenig später den Ausgleich: Seidel sprintete nach einem Pass von Chris Helms hinter die MTV-Abwehr, legte quer zu Meyer, und der traf vollstreckte zum 1:1 (33.).

Dabei blieb's auch lange nach der Pause. Erstens, weil Bassums Schlussmann Dominik Overmeyer trotz seiner Knieprobleme wieder einen starken Tag erwischte und unter anderem gegen Nils Gottschalk (60.) und Draper (66.) glänzte. „Dominik hat uns im Spiel gehalten“, lobte Schäfer, der danach „eine zunehmend zerfahrene Partie“ sah. Das lag auch daran, dass Mellendorfs Coach Alexander Fleischer und Schäfer – durch Cordes' Einwechslung – auf je drei Spitzen umstellten und beide Seiten viele lange Bälle fabrizierten. Aber am Ende reichte es für Bassums vorläufiges Happy End. Die Fortsetzung des Relegations-Krimis folgt morgen…

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