DOPPEL-INTERVIEW Coach Torsten Klein und Madun Manka

Wieder vereint in Vilsen

Diese Zwei haben nun wieder viel miteinander zu tun: Stürmer Madun Manka (rechts) und Trainer Torsten Klein arbeiten künftig beim SV Bruchhausen-Vilsen zusammen. Zum Doppel-Interview kamen sie in die Syker Innenstadt.
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Diese Zwei haben nun wieder viel miteinander zu tun: Stürmer Madun Manka (rechts) und Trainer Torsten Klein arbeiten künftig beim SV Bruchhausen-Vilsen zusammen. Zum Doppel-Interview kamen sie in die Syker Innenstadt.

Manka Madun erscheint überpünktlich zum vereinbarten Gespräch. Sogar eine Viertelstunde vor Torsten Klein – sein alter und neuer Trainer beim Fußball-Bezirksligisten SV Bruchhausen-Vilsen. Ob der 21-jährige Stürmer aus Gambia, bisher für den TSV Bassum aktiv und bald im Vilser Trikot, die deutsche Pünktlichkeit in seiner neuen Heimat erlernt hat, ist nur eines von vielen Themen im Doppel-Interview.

Herr Madun, Sie sind ja pünktlicher als pünktlich. Haben Sie sich das in Deutschland angewöhnt?
Madun Manka: Auf alle Fälle. Disziplin und Pünktlichkeit sind ja in Deutschland sehr wichtig. Aber ich muss etwas berichtigen. Eigentlich ist mein Vorname Madun und mein Nachname Manka.

Sie wurden demnach immer falsch angesprochen?
Manka: Ja, schon. Allerdings war es in meiner Heimat üblich, nur den Nachnamen zu gebrauchen. Manka als Anrede ist für mich also nicht neu.

Wie lange sind Sie jetzt in Deutschland?
Manka: Seit 2017. Also etwas über vier Jahre.

Und warum fiel Ihre Wahl beim Fußballverein auf den TSV Bassum?
Manka: Das war Zufall. In meinem Syker Wohnheim spielten einige Jungs bei Bassum in der A-Jugend und haben mich einfach mitgenommen.

Lernten Sie dort sofort Torsten Klein kennen?
Manka: Nein, zuerst nicht. Ich war ja auch eigentlich für die A-Jugend vorgesehen. Torsten habe ich erst bei einem Testspiel der Ersten gegen die A-Jugend kennengelernt.

Torsten Klein: Und da war mir schon nach fünf Minuten klar, dass wir den Jungen hochziehen müssen. Da gab es keine zwei Meinungen.

Sein Talent war so offensichtlich?
Klein: Eindeutig. Madun hat alles, was ein guter Stürmer braucht. Er ist unfassbar schnell, schließt kaltschnäuzig ab und ist kopfballstark.

Soweit seine Stärken. Und wie ist Klein so als Trainer? Spielerversteher oder Schleifer?
Manka: Torsten ist ein toller Coach. Aber er legt auch viel Wert auf Disziplin und Kondition.

Klein: (mischt sich ein) Moment. Für die Schleiferei war damals immer mein Co-Trainer Andreas Merdon zuständig (lacht).

Wie wichtig war Ihnen gerade zu Beginn eine Bezugsperson wie Klein?
Manka: Unfassbar wichtig. Er hat mir immer geholfen und war für mich da. Meine Chefin vom Forsthaus in Heiligenberg nennt Torsten immer meinen deutschen Ersatzpapa. Und das stimmt.

Klein: (lächelt) Das ehrt mich. Aber auch Andreas Merdon und die gesamte Bassumer Mannschaft haben Madun immer unterstützt und versucht, die Integration für ihn leichter zu machen.

Manka: Ja, das ist richtig. Die Jungs in Bassum sind echt toll. Gerade beim Lernen der deutschen Sprache waren sie mir eine große Hilfe. Sprachkurse sind natürlich auch wichtig. Aber beim Fußball habe ich am meisten gelernt.

Sie erzählten gerade von Ihrer Ausbildungsstelle. Wie konnten Sie das mit Fußball in Bassum unter einen Hut bringen?
Manka: Das war manchmal echt schwer. Ich bin morgens von Syke aus mit dem Bus nach Vilsen, dort dann mit dem Fahrrad weiter zum Forsthaus, nach der Arbeit dann mit Rad wieder zum Bus, anschließend zum Syker Bahnhof, mit dem Zug nach Bassum – und nach dem Training wieder mit dem Zug zurück nach Syke.

Klingt ziemlich stressig . . .
Manka: Ach, das ging schon. Aber das Training in Bassum lief bis 21.00 Uhr und der Zug fuhr um 21.26 ab. Da musste ich oft flitzen (lacht).

Auf Dauer wurde es aber zu viel? Oder warum wechseln Sie in der Winterpause nach Vilsen?
Manka: Genau, der Aufwand ist auf Dauer zu groß. Meine Arbeit ist mir sehr wichtig. Schließlich werde ich dort nach der Ausbildung übernommen. So kann ich Job und Fußball besser verbinden – und meine Chefin muss nicht ständig die Schichten für mich tauschen. Ohne ihr Verständnis hätte es ohnehin nie geklappt.

Werden Sie Bassum trotzdem vermissen?
Manka: Sogar sehr! Ich bin so vielen Menschen in Bassum dankbar für eine tolle Zeit.

In Vilsen treffen Sie wieder auf Klein. Freuen Sie sich – oder doch Angst vor zu viel Konditionsarbeit?
Manka: (lacht) Ich freue mich sehr. Als Torsten Bassum verlassen hatte, war ich sehr traurig. Es ist toll, ihn nun so schnell wieder zu treffen.

Klein: Ich muss allerdings betonen, dass ich Madun nicht abgeworben habe. Dafür bedeutet mir Bassum immer noch zu viel. Aber klar freue ich mich auch auf Madun. Sportlich wie menschlich.

Wie lauten denn Ihre Ziele mit Vilsen?
Manka: Auf Sicht möchte ich unbedingt mit Vilsen in die Landesliga. Ich kenne viele der Jungs. Ich denke, wir können das schaffen.

Klein: Aber zuerst müssen wir in der Abstiegsrunde den Klassenerhalt schaffen. Generell mag ich natürlich ehrgeizige Spieler wie Madun. Aber ein Schritt nach dem anderen.

Sie wirken bestens integriert, sprechen die Sprache perfekt und haben beim Fußball viele Freunde gefunden. Sind Sie mittlerweile rundum glücklich in Deutschland?
Manka: Das kann man wirklich so sagen. Zumal ich hier auch meine Freundin gefunden habe und seit sieben Monaten Vater eines Sohnes bin.

Der später wohl in Ihre Fußstapfen treten soll . . .
Manka: (grinst) Natürlich. Was für eine Frage . . .?

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