Frauen-Verbandsligist schlägt Eiche Horn im Landespokal-Finale mit 4:1 / Woller: „Richtig geiles Spiel“

Weyher Wahnsinn: Der DFB-Pokal ruft

Catharina Stelljes (am Ball) war vor allem vor der Pause kaum zu halten und erzielte das Tor zum Weyher 1:0. - Foto: töb

BREMEN - Von Gerd Töbelmann. Noch zehn Minuten. Einer der Weyher Betreuer stellt einen Pappkarton neben die Ersatzbank. Drinnen sind die frisch bedruckten Pokal-Trikots. Zu diesem Zeipunkt führen die Fußball-Frauen des SC Weyhe im Bremer Landespokal-Finale gegen Verbandsliga-Meister TV Eiche Horn mit 4:1. Kurz darauf ertönt im Stadion Obervieland der Abpfiff – es gibt kein Halten mehr. Weyhe gewann mit 4:1 (3:0), bescherte seinen mehr als 200 laustarken Fans einen unvergesslichen Samstagmittag und belohnte sich zugleich noch mit dem Einzug in die erste Runde im DFB-Pokal (20./21. August). Mit etwas Losglück könnte dann ein Bundesligist auf der Weyher ZSA auftauchen

Aber war das nicht ein wenig zu selbstbewusst, die Trikots schon weit vor dem Abpfiff den Mädels auf der Ersatzbank zu präsentieren? Keine Spur, denn beim genauen Hinschauen hatten die Weyher alle Eventualitäten bedacht und Weyhe nur als Finalteilnehmer ausgewiesen.

Dass es wenig später zur Kröning kam, ist schon eine besondere Geschichte, denn vor etwa einem Jahr gab es dieses Team offiziell noch gar nicht. Aber die Weyher Trainer Frank Bertram, Rolf Schwenke und auch Team-Manager Marco Evers stellten eine Truppe auf die Beine, die in der Verbandsliga auf Anhieb Dritter wurde und im Landespokal nach Siegen gegen Borgfeld (8:1), Neustadt (20:0) und Geestemünde (4:0) ins Finale einzog.

Und da schlug am Samstag die Stunde der SCW-Frauen, die von der ersten Minute an hellwach waren. „Uns hat auch in die Karten gespielt, dass wir die schnellen Stürmerinnen von Eiche Horn gut im Griff hatten“, freute sich Schwenke über die Abwehrleistung seines Teams. Doch der Weyher Coach gab auch zu, „dass wir bei einigen Toren Glück hatten“.

Das traf sicherlich auf die Führung in der 17. Minute zu. Die vor der Pause nicht zu haltende Catharina Stelljes hatte sich wieder einmal auf rechts durchgetankt und abgezogen. Eiche-Keeperin Stella Frank hätte eigentlich klären müssen, bekam auch die Finger an den Ball, doch die Kugel senkte sich dennoch ins Netz. Nur 60 Sekunden später schlug Stürmerin Nina Woller zu. Weyhes Kapitän fasste sich ein Herz und jagte das Spielgerät von halbrechts in den linken Winkel – 2:0. Schwenkes späterer, trockener Kommentar: „Wir sagen den Mädels immer ,Winkel oder Wolken’.“ Und Käpt’n Woller fügte hinzu: „Genau so war das gedacht.“

Die „Eichen“, die nicht in die Regionalliga aufsteigen wollen, waren geschockt ob des Weyher Engagements. Erst recht in der 42. Minute, als Woller mit einem Steilpass auf die Reise geschickt wurde, die Übersicht behielt und zur 3:0-Vorentscheidung netzte. Der Weyher Anhang auf der Tribüne flippte vor Freude schier aus. „Was unsere Leute da veranstaltet haben, war echt der Hammer. Das war heute wirklich ein geiles Spiel vor einer tollen Kulisse“, schwärmte Woller.

Im zweiten Abschnitt ging es erst so weiter. Zwei Minuten nach Wiederbeginn traf Selina Peters aus 25 Metern per Heber zum 4:0. „So richtig hat sie den Ball gar nicht getroffen. Hat aber ja gereicht“, schmunzelte Schwenke.

Danach kamen die Bremerinnen besser ins Spiel, doch es langte nur noch zum 1:4 (48.) durch Pia Höbrink, denn in der 56. Minute scheiterte Hanna Baum an ihrem 16. Geburtstag noch per Handelfmeter an der stark parierenden Laureen Ulbrich.

Dann war Schluss, und alle Weyherinnen lagen sich in den Armen. Nina Woller dachte in der Stunde des Triumphes bereits an die Zukunft: „Heute Abend lassen wir es auf unserer Anlage richtig krachen, und in der kommenden Saison greifen wir wieder an.“

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