Da Oberneuland wohl in die Regionalliga aufsteigt, ist für den SCW ein Platz in der Landesliga frei

Weyhe profitiert vom Abbruch in Bremen

Brinkums Trainer Mike Gabel wüsste nur allzu gern, wann es mit der neuen Saison weitergeht, um die Vorbereitung entsprechend zu planen. Foto: töbelmann

Weyhe/Brinkum/Melchiorshausen - Von Gerd Töbelmann. Die formelle Bestätigung steht zwar noch aus und wird erst am 4. Juni auf dem außerordentlichen Verbandstag des Bremer Fußball- Verbandes (BFV) beschlossen, aber es ist klar, dass die Saison 2019/20 abgebrochen wird. Die überwältigende Mehrheit der Vereine hatte sich am vergangenen Mittwoch dafür ausgesprochen (wir berichteten). Wir haben beim Brinkumer SV (Bremen-Liga), dem TSV Melchiorshausen (Landesliga) und dem SC Weyhe (Bezirksliga) einmal nachgefragt, wie sie mit dieser neuen Konstellation umgehen. Über den weiteren Verlauf haben wir auch mit Andreas Kramer, dem Spielausschuss-Vorsitzenden des BFV, gesprochen.

Brinkumer SV

Trainer Mike Gabel kann die Entscheidung verstehen, dass abgebrochen wird: „Alles andere hätte doch auch keinen Sinn gemacht.“ Er selbst hatte seine Spieler erst kürzlich wieder zum Training in kleinen Gruppen gebeten und will dies noch in dieser Woche fortsetzen.

Und danach? „Wirklich keine Ahnnung. Ich würde ja auch zu gern wissen, wann die neue Serie wieder losgehen soll. Davon hängt natürlich auch ab, wann wir wieder in die Vorbereitung einsteigen. Aber das wird mir zum heutigen Zeitpunkt wohl keiner sagen können. Das steht alles in den Sternen“, erklärt Gabel weiter. Der Brinkumer Coach meinte aber auch, dass er die Saison liebend gern zu Ende gespielt hätte. Aber das sei unter den gegebenen Umständen ja leider nicht möglich.

SC Weyhe

Irgendwie scheint Dennis Lingnau, einer von drei Trainern des SC Weyhe, dem Braten noch nicht zu trauen: „Wir warten erst einmal den Verbandstag am 4. Juni ab. Dann wird es ja wohl offiziell, dass abgebrochen wird. Solange werden wir weiter trainieren. Das wollen auch die Jungs, die sich ja so lange nicht gesehen haben.“

Die Weyher sind die größten Profiteure der Coronakrise und dem damit verbundenen Abbruch. Grund: Da der Bremen-Liga-Meister FC Oberneuland wohl direkt in die vermutlich aufgestockte Regionalliga aufsteigt, dürfen aus der Landesliga drei statt der bisher vorgesehenen zwei Teams aufsteigen. Das gilt auch eine Klasse darunter: Drei statt zwei Aufsteiger aus der Bezirks- in die Landesliga. Und bei Abbruch der Saison belegt der SC Weyhe eben jenen dritten Platz, an dem auch die geplante Quotientenregelung nichts mehr ändern wird, denn alle für den Aufstieg infrage kommenden Mannschaften haben bislang 18 Spiele absolviert. Und hinter dem 1. FC Burg (49 Punkte) und TuSpo Surheide (44) rangiert Weyhe damit auf dem dritten Platz (37). Bereits in der vergangenen Saison war Weyhe Dritter und war in Sachen Aufstieg auf den Bremer SV angewiesen. Damals scheiterte der BSV (einmal mehr) in der Relegation – und Weyhe musste in der Bezirksliga bleiben.

Der Aufstieg könnte in der Weyher Kaderplanung eine Rolle spielen. „In Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen, die wir schon geführt hatten, haben einige gesagt, dass sie nicht in der Bezirksliga spielen möchten. Jetzt haben wir vielleicht bessere Karten“, so Lingnau.

TSV Melchiorshausen

„Wir haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen, was wir in den kommenden Wochen machen“, sagt Trainer Lars Behrens. Aus Gesprächen mit seinen Spielern habe er allerdings den Eindruck gewonnen, dass diese gern weiter trainieren möchten, um die Fitness und den Kontakt zu den Mitspielern zu halten. „Deshalb werden wir uns wohl bis mindestens Anfang Juni zweimal in der Woche zu den reduzierten Einheiten treffen. Sollte feststehen, dass die neue Saison erst frühestens im September losgeht, können wir unser Training auch noch verlängern“, meint Behrens weiter.

Melchiorshausens Trainer Lars Behrens plant weiterhin, seine Spieler zweimal pro Woche zu den „abgespeckten“ Einheiten zu bitten. Foto: j. diekmann

Andreas Kramer (BFV)

Viele Vereine möchten natürlich jetzt wissen, wie es mit der kommenden Spielzeit weitergeht. Jedoch ist es ein Blick in die Kristallkugel, denn definitiv steht natürlich noch nichts fest. Kramer sagt dazu: „Eigentlich steht im Rahmenspielplan für die kommende Saison, dass wir Anfang August beginnen wollten. Aber dann kam Corona. Diesen Termin können wir auf keinen Fall halten. Vielleicht sieht es Anfang September besser aus. Aber auch das ist momentan reine Spekulation. Sollten wir in diesem Jahr gar keine Spiele mehr austragen können, dann wäre im neuen Jahr vielleicht eine Option, dass wir nur eine Runde spielen, um die Saison beenden zu können.“

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