DFL-Honorar für die Jugend

Eine Profi-Minute reicht: Ex-Verein SC Weyhe bekommt für Dominic Volkmer viel Geld

Fussball Herren Spielzeit 2019 2020 DFB 3 Liga 7 Spieltag FC Carl Zeiss Jena 1 FC Magdeb
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Inzwischen in Jena: Beim Drittliga-Schlusslicht erlebt der ehemalige Weyher Dominic Volkmer als Kapitän gerade keine einfache Zeit.

Zwar ist Profi-Fußballer Dominic Volkmer schon seit fünf Jahren nicht mehr beim SC Weyhe. Dennoch profitiert sein ehemaliger Verein von der Karriere des Sportlers und freut sich über einen Geldsegen.

Weyhe/Jena – Der 23-Jährige, seit ein paar Wochen Kapitän beim Fußball-Drittligisten Carl Zeiss Jena, gab am 6. Oktober 2018 für Zweitligist Jahn Regensburg gegen Greuther Fürth sein einminütiges (!) Debüt als Profi – doch das reichte, damit der SCW, bei dem Volkmer in der Jugend fünf Jahre lang gespielt hatte, nun einen Batzen Geld erhält. 

Im Rahmen ihrer Ausbildungshonorierung schüttet die Deutsche Fußball Liga (DFL) insgesamt zwei Millionen Euro an 124 Clubs unterhalb der 3. Liga aus. Und einer davon ist der SC Weyhe, an den – gerechnet nach den Richtlinien der DFL (siehe Hintergrund unten) – 27.000 Euro fließen. „Davon wusste ich, ehrlich gesagt, bisher nichts. Aber es freut mich riesig für Weyhe, der Verein hat es auf jeden Fall verdient“, sagte Volkmer am Telefon und ergänzte: „Ich hatte dort eine super Zeit, es hat sehr großen Spaß gemacht – und ich habe in den Jahren einiges für meine spätere Karriere gelernt. Die Station hat mich definitiv geprägt.“ 

SC Weyhe freut sich über zusätzliche Einnahmen

Der SC Weyhe, der vor nicht allzu langer Zeit bei Luca Zander (ehemals Werder Bremen, nun Zweitligist FC St. Pauli) schon mal von der DFL finanziell belohnt worden war, freut sich erneut über zusätzliche Einnahmen. Über Geld mag Spartenleiter und Geschäftsführer Michael Koch zwar nicht sprechen, er verrät aber: „Wir haben festgeschrieben, dass es ausschließlich für den Jugendfußball verwendet wird. Dort gehört es hin.“ 

Neuanfang beim SC Weyhe

Dass es ein weiterer ehemaliger Weyher in den Profibereich geschafft hat, findet Koch richtig gut: „Respekt und Hut ab vor Dominic. Wir sind froh, so einen mal für ein paar Jahre hier gehabt zu haben.“ Angefangen hatte der gebürtige Bremer Volkmer bei Werder. Dorthin kehrte er nach einem Abstecher zum SC Borgfeld auch wieder zurück – und erlebte als junger Fußballer eine recht harte Zeit: „In der D-Jugend hatte ich einen Patellasehnenschaden und konnte elf Monate nicht spielen.“ Danach entschied er sich, beim SC Weyhe einen Neuanfang zu wagen. „Mir war klar, dass ich weiter vernünftig Fußball spielen wollte“, erinnert sich Volkmer: „Ich hatte ein gutes Gespräch mit Hans Peters – und sofort das Gefühl, dass es hier passt.“ 

Dominic Volkmer spielte fünf Jahre für Weyhe

Der Innenverteidiger, inzwischen 1,94 Meter groß und eine echte Kante, blieb fünf Jahre in Weyhe und spielte – wie gewünscht – auf gutem Niveau. In der A- und B-Jugend in der Regionalliga. Teils chauffierten ihn seine Eltern, teils kam er mit dem Zug aus Bremen. Im zweiten A-Junioren-Jahr zog es ihn zum JFV Nordwest (Zusammenschluss der Oldenburger Vereine VfB und VfL im Jugendbereich). Nach einem Herrenjahr beim VfB Oldenburg – bekommt wie der JFV Nordwest und der SC Borgfeld ebenfalls Geld für Volkmer von der DFL – wurde er wieder Werderaner, war zwei Jahre Stammkraft in der U 23. 2018 wechselte er nach Regensburg, kam dort zur Profi-Premiere, ansonsten aber nicht mehr zum Einsatz. 

Verbindung zu Weyher Weggefährten nie abgerissen

Jena lieh den Abwehrmann im Winter aus und verpflichtete ihn – nach einer kurzen Rückkehr nach Regensburg (inklusive eines weiteren Eine-Minute-Einsatzes in der 2. Bundesliga) – Ende August fest. Komplett abgerissen ist die Verbindung zu den alten Weyher Weggefährten in den vergangenen Jahren nie. „Ich habe noch hin und wieder Kontakt zu dem einen oder anderen Spieler und zu meinem damaligen Trainer Jürgen Damsch.“ Der Coach, aktuell bei der U 19 des FC Oberneuland, habe ihm auch zu seinem Profidebüt gratuliert. 

Dominic Volkmer steht mit Jena auf letztem Platz

So schön die Erinnerungen an die fußballerische Vergangenheit, so schwierig ist die Gegenwart. Volkmer, der wegen einer Gesichtsverletzung momentan mit einer Maske spielt, steht mit Jena auf dem letzten Platz der 3. Liga (ein Punkt aus zehn Spielen). Trainer Lukas Kwasniok, der ihn zum Abwehrchef und auch gleich Kapitän ernannt hatte, ist am Samstag entlassen worden. 

Hintergrund: Ausbildungshonorierung der DFL

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) schrieb über ihre Ausbildungshonorierung: „Zur Saison 2017/18 hat die DFL ihre gesamte Ausbildungsförderung grundlegend überarbeitet und dabei auch die für die Ausbildungshonorierung zur Verfügung stehenden Mittel deutlich erhöht. Die Ausschüttung kommt Vereinen zugute, die an der Ausbildung von Spielern beteiligt waren, welche 2017/18 oder 2018/19 – dann im Alter von höchstens 23 Jahren – ihren ersten Lizenzspielervertrag in der Bundesliga oder 2. Bundesliga unterschrieben haben und in der Spielzeit 2018/19 zu ihrem ersten Pflichtspieleinsatz gekommen sind. 

Clubs, die an der Ausbildung dieser Spieler zwischen deren sechstem und elftem Geburtstag beteiligt waren, erhalten 4.200 Euro pro Spielzeit. Clubs, bei denen die Spieler in der Zeit vom zwölften bis maximal 21. Geburtstag aktiv waren, erhalten 5.400 Euro pro Saison.“

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