Vom JFV Rehden nach Wetschen

Weyers starker Sprung ins kalte Wasser

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Vom Feld ins Tor: Keeper Lukas Weyer. Beim Bezirksligisten TSV Wetschen blüht der 18-Jährige auf. 

Wetschen – Lucas Weyer gehört als Torhüter ohne jeden Zweifel zu den Spätberufenen: Bis zur U 17 wirbelte der heutige Keeper des Fußball-Bezirksligisten TSV Wetschen nämlich beim JFV Rehden im Mittelfeld. Und dies bereits von Kindesbeinen an – ohne jemals den Drang verspürt zu haben, sich ins Tor stellen zu wollen.

Wahrscheinlich hätte sich daran auch wenig geändert, wenn in Rehden nicht plötzlich ein Torhüter-Mangel aufgetreten wäre. „Es war einfach keiner da. Also habe ich mich überreden lassen, übergangsweise ins Tor zu gehen“, erinnert sich Weyer: „Aber ich bin echt nicht davon ausgegangen, es länger zu machen. Eigentlich wollte ich mich nicht abschießen lassen.“

Was allerdings auch gar nicht passierte. Obwohl der 18-Jährige zuvor nie den Bällen hinterhergehechtet war, überzeugte er von Beginn an. Sogar derart, dass Weyer bis zum Ende der Saison im Kasten blieb und anschließend vom TSV Wetschen verpflichtet wurde. Trainer Thomas Otte war nämlich sofort das Talent des Youngsters aufgefallen: „Das sah ich auf den ersten Blick. Allerdings hatte ich Lucas zunächst eher als Back-up für Jan Rösler gesehen.“

Tja, es sollte anders kommen. Nach einer Verletzung des eigentlichen Stammkeepers wurde Weyer ins kalte Wasser geworfen – und schwamm sich blitzartig frei. „Das war wirklich unfassbar“, schüttelt Otte immer noch verwundert den Kopf: „Gerade seine Bärenruhe hat uns alle verwundert. Lucas wirkte zu keiner Zeit nervös und hat uns im Laufe der Saison schon viele Punkte gerettet.“

Wobei die vielen Komplimente Weyer schon fast peinlich sind: „Ich hatte nie damit gerechnet, so viele Bezirksligaspiele machen zu dürfen. Ich bin eher von einem Platz auf der Bank ausgegangen.“

Dort wäre das Nachwuchstalent jedoch definitiv verschwendet gewesen. Natürlich gibt es bei Weyer noch Verbesserungsmöglichkeiten. Aber das ist bei einem Torhüter-Neuling ja völlig normal – und dem 18-Jährigen auch durchaus bewusst: „Besonders bei hohen Flanken habe ich noch Schwächen. Meine Strafraumbeherrschung muss definitiv besser werden.“ Okay, das hat er allerdings mit seinem Idol Jiri Pavlenka gemeinsam. Selbst der herausragende Schlussmann des SV Werder Bremen wirkt hierbei nicht völlig sicher. Ansonsten besticht der Tscheche durch glänzende Reflexe und stoische Ruhe ohne Showeffekte. Für Weyer nachahmenswerte Eigenschaften: „Fliegen alleine bringt ja nichts. Ich spiele lieber sachlich und halte einfach den Ball.“

Klingt recht simpel, erklärt aber seinen Erfolg. Der Youngster lässt sich einfach durch nichts aus der Ruhe bringen und zieht gelassen sein Ding durch.

Selbst der Verpflichtung von Tim Becker, der langjährigen Nummer eins des Landesligisten TuS Sulingen, kann Weyer einiges abgewinnen: „Von so einem erfahrenen Torwart kann ich mir viel abschauen. Ich freue mich darauf, von Tim viel lernen zu können.“

Auch Otte begrüßt ausdrücklich den künftigen Konkurrenzkampf: „Davon profitieren in der neuen Saison alle. Beide Keeper werden auch ihre Einsatzzeiten bekommen. Ich kann ja so ein Juwel wie Lucas schließlich nicht auf der Bank verkümmern lassen.“

Sicher nicht. Weyer gilt als Versprechen in die Zukunft, fühlt sich im TSV-Gehäuse mittlerweile pudelwohl und hat sogar schon einen typischen „Torhüter-Tick“, wie er schmunzelnd einräumt: „Selbst im Winter radel ich mit kurzen Hosen zum Training. Das habe ich mir so angewöhnt.“

Vielleicht nicht ganz normal, doch jeder Klassekeeper hat halt seinen Tick. Lucas Weyer stellt da keine Ausnahme dar.  drö

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