Spielt Ex-Heiligenroder bald in der Bundesliga?

Hippler findet Tischtennisglück in Köln

Der Ex-Heiligenroder Tobias Hippler gehört zum Perspektivkader des deutschen Nationalteams.
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Der Ex-Heiligenroder Tobias Hippler gehört zum Perspektivkader des deutschen Nationalteams.

Wer sich im Kreis Diepholz für Tischtennis interessiert, der kennt auf alle Fälle auch Tobias Hippler. Vor einigen Jahren stand er noch für den TSV Heiligenrode an der Platte, mittlerweile kämpft er für den 1. FC Köln um Punkte. Der 22-Jährige hat noch einiges vor.

Düsseldorf – Einen erfolgreicheren Tischtennis-Spieler als den Ex-Heiligenroder Tobias Hippler hat der Landkreis Diepholz bislang nicht hervorgebracht: Der 22-Jährige geht mittlerweile für den Zweitligisten 1. FC Köln auf Punktejagd und peilt mit dem Traditionsverein den Sprung ins Oberhaus an. Wie realistisch dieses Ziel ist, und ob sich „Hippi“ auch einmal ein Engagement beim SV Werder Bremen vorstellen kann, verrät der sympathische Sportsoldat im folgenden Gespräch.

Herr Hippler, wie sehr hat Sie der Lockdown beeinträchtigt? Spieler unterhalb der ersten Bundesliga durften ja noch nicht einmal trainieren...

Das ist nicht ganz richtig. Da ich im Perspektivkader der deutschen Nationalmannschaft stehe, durfte ich durchgehend in die Halle, um zu trainieren und so meinem Beruf glücklicherweise nachgehen.

Für Nationalspieler gab es also Ausnahmeregelungen?

Genau. Die galten für die vier Spieler des Olympiakaders und die sechs im Perspektivkader.

Und wie kommt man in den Perspektivkader?

Das wird von Jahr zu Jahr wieder neu entschieden. Man muss sich seinen Platz also immer wieder erkämpfen.

Was würde passieren, falls Sie aus dem Perspektivkader rutschen sollten?

Dann würde ich aus der Sportförderung der Sporthilfe fallen. Momentan gelte ich ja als Sportsoldat und werde gefördert. Wäre ich nicht mehr im Kader, müsste ich neben meinen Job als Tischtennisprofi vielleicht über ein Studium als zweites Standbein nachdenken. Aber derzeit ist das noch kein akutes Thema für mich.

Sportsoldat klingt ziemlich militärisch. Müssen Sie etwa regelmäßig durch den Schlamm robben?

(schmunzelt) Um Gottes Willen. Ich habe zwar kürzlich einen Lehrgang zum Unteroffizier erfolgreich absolviert, aber mit uns Sportsoldaten wäre kein Krieg zu gewinnen. Okay, die Biathleten können zumindest mit dem Gewehr umgehen. Wir sind reine Sportler.

Dann sprechen wir mal über die sportlichen Perspektiven. Beim Corona-Abbruch hatte Köln 4:0 Zähler auf dem Punktekonto. Wie sehr schmerzte also der Abbruch?

Es war schon ärgerlich. Schließlich zählten wir zu den Aufstiegsaspiranten. Obwohl man den Start nicht überbewerten sollte. Die richtigen Kracher wären noch gekommen.

Greifen Sie mit Köln denn in der kommenden Spielzeit erneut an? Wie lautet das Saisonziel?

In Köln entsteht beim Tischtennis momentan richtig viel. Gerade auch in der Infrastruktur mit einer schönen neuen Halle. Wir hätten uns schon in der vergangenen Serie nicht gegen den Aufstieg gewehrt, aber diese Saison wollen wir unbedingt hoch. Das wird auch von allen im Verein offen kommuniziert.

Wie würden Sie die Chancen auf den Sprung in die erste Bundesliga einschätzen?

Wir zählen neben Jülich und Hamm sicherlich zu den Topfavoriten. Schließlich wurde in Sam Walker ein Spitzenspieler mit reichlich Erstligaerfahrung verpflichtet. Eine Nummer eins, die regelmäßig in den Top 100 zu finden ist, verändert natürlich enorm die Statik.

Bei einem Aufstieg würde Köln dann auch auf den SV Werder Bremen treffen. Wäre das eine besondere Partie für Sie?

Selbstverständlich. Alleine schon durch die Nähe zu meinem Heimatort Sulingen. Außerdem habe ich zu den Werder-Verantwortlichen wie Trainer Cristian Tamas und Manager Sascha Greber ein super Verhältnis. Vielleicht treffen wir ja diese Saison schon mit Köln im Pokal auf den SVW. Das wäre ziemlich cool.

Könnten Sie sich denn in Zukunft auch einen Wechsel nach Bremen vorstellen?

Da Tischtennis extrem schnelllebig ist, möchte ich eigentlich gar nichts ausschließen. Aber momentan fühle ich mich in Köln ausgesprochen wohl und habe zu Werder auch nur sporadischen Kontakt. Mein Fokus liegt also eindeutig auf Köln.

Und wahrscheinlich auf internationalen Turnieren. Wie sehr haben Sie diese Events vermisst?

Ein Jahr praktisch ohne Punktspiele und komplett ohne Turniere war extrem hart. Man kann im Training den Wettkampf nur bedingt simulieren. Zudem konnte ich ohne Turniere nicht in der Weltrangliste klettern und liege so immer noch auf einer Position um die 200. Zum Glück dürfte es nach Olympia ja wieder mit Turnieren losgehen.

Die Angst vor einer Corona-Infizierung können Sie dann ausblenden?

Eigentlich ja. Da vertraue ich auf die jeweiligen Hygienekonzepte. Außerdem bin ich als Nationalspieler bereits einmal geimpft, genieße nach Olympia also den kompletten Impfschutz.

Kommen wir zu einem anderen Thema. Die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf ist ja traditionell riesengroß. Nun spielen Sie für Köln, wohnen aber in Düsseldorf. Wie verträgt sich das?

Die Rivalität ist beim Fußball sicherlich eine ganz andere. Beim Tischtennis geht das. Zumal die Borussia mit Timo Boll und Co. seit Jahren das Maß aller Dinge darstellt. Köln zählte ja bislang beim Tischtennis nicht zu den Hauptkonkurrenten von Düsseldorf. Allerdings ziehe ich in Düsseldorf nun auch nicht unbedingt den Kölner Trainingsanzug offen in der Stadt an (lacht).

Sie kennen ja beide Städte mittlerweile sicherlich recht gut. Eine gemeine Frage: Trinken Sie lieber Kölsch oder Altbier?

Weder noch. Dann lieber ein alkoholfreies Weizen. Und um weiteren Fragen vorzubeugen: Ich bin und bleibe Norddeutscher, habe mir also keine Kölner oder Düsseldorfer Eigenarten angewöhnt.

Wie oft sind Sie denn überhaupt noch in der norddeutschen Heimat?

Viel zu selten, und wenn die Turniere wieder losgehen, wird es sogar noch weniger. In Sulingen bin ich allerhöchstens sechsmal pro Jahr. Aber meine Mutter besucht mich dafür auch in Düsseldorf und schaut nach mir (lacht).

Besteht noch Kontakt zu Ihrem Ex-Verein TSV Heiligenrode?

Den versuche ich auf alle Fälle zu halten. Gerade mit Stefan Schulz und Andre Meyer, die ja immer noch beim TSV sind. Die Jahre in Heiligenrode waren für meine Entwicklung extrem wichtig, und auch menschlich hat es mir toll gefallen.

Heiligenrode trug demnach dazu bei, dass aus Tobias Hippler bald ein Erstligaprofi wird?

Ganz so weit ist es noch nicht. Doch selbstverständlich ist das mein großes Ziel.

Steckbrief

Name: Tobias Hippler

Alter: 22

Wohnort: Düsseldorf

Beruf: Tischtennisprofi/Sportsoldat

Vereine: TuS Sulingen, VfB Stolzenau, TSV Heiligenrode, TuS Celle, 1. FC Köln

Größter Erfolg: Viertelfinaleinzug im Einzel bei der Jugend-Weltmeisterschaft 2017

Privates: Ledig

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