Wetterkapriolen setzen zu

Gehasstes Wasser, geliebtes Wasser

Er ist dann mal nass: Lokalsportreporter müssen so manches Mal mit heftigem Regen kämpfen.

Von Arne Flügge. Wasser ist wichtig. Es ist das Lebenselixier schlechthin. Manchmal nervt es aber auch gewaltig. Vor allem dann, wenn es einem kübelartig auf den Schädel prasselt. Und da wir Lokalsportredakteure bekanntlich auch fotografieren, dürfen wir nicht immer gleich das Weite suchen, wenn es schüttet. Wer will denn schon einen weißen Fleck in der Zeitung sehen? Am Wochenende hatte ich wieder reichlich mit dem kühlen Nass zu kämpfen.

Freitag, Brunnenweg, Brinkum: Die Sonne scheint, eigentlich alles perfekt. Plötzlich verdunkelt sich der Himmel – und es geht los. „Soll ich dir einen Schirm halten?“, fragt ein Zuschauer grinsend. Ich lehne dankend ab. Die Blöße wollte ich mir nun doch nicht geben. Ich trotze also weiter der Natur, ehe es mir dann doch zu nass wird. Und suche unter einem Pavillion am Spielfeldrand Unterschlupf. Freilich war ich nicht allein auf diese glorreiche Idee gekommen. Aber mit rund 15 Mann unter vier Quadratmeter Regenschutz zu stehen, hat ja auch was von menschlicher Nähe.

Samstag, Waldsportstätten, Rehden: Wieder geht es sonnig los, wieder fängt es in der ersten Halbzeit an zu gießen. Ich beiße, wehre mich verzweifelt gegen die immer dicker werdenden Tropfen. Der Kampf geht wieder verloren. Als ich merke, dass ich mehr mit der Entwässerung der Kamera als mit dem Fotografieren selbst beschäftigt bin, flüchte ich pitschnass unters Tribünendach.

Sonntag, Sportplatz, Bramstedt: Der schlaue Mann beugt vor – dachte ich. Und packte eine Regenjacke ein. Sie sollte verstaut bleiben. Es ist heiß, unheimlich drückend und schwül. Die Luft steht, das Atmen fällt schwer. Die Getränkebude ist auf der anderen Seite des Platzes. Jede Bewegung zu viel zieht mir den Hals zu. Nach gut einer Stunde beginnt mein Kreislauf zu rebellieren. Was tun?

Schon länger lacht mich vom Spielfeldrand ein prallgefüllter Wassereimer an, in den ich am liebsten meinen ganzen Kopf tunken würde. Ich wage es, erfrische mich. Natürlich nicht kopfüber, sondern zurückhaltend vornehm. Was freilich von den Zuschauern nicht unbeobachtet bleibt. „Tauwetter für Dicke“, sage ich und zeige auf meinen Bauch. Gelächter. Die Situation ist geklärt.

Nicht allerdings mein heftiges Verlangen nach Wasser (wer hätte gedacht, dass ich das nach den beiden Tagen zuvor mal sagen würde). Bramstedts Trainer Sascha Feldt erkannte sofort meine Not und reichte mir eine Pulle aus der Mannschaftskiste. Danke noch mal, Sascha. Gluck, gluck und gerettet. Gehasstes Wasser, geliebtes Wasser.

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