Vorsitzender Recker meint ja – der Verband hat da aber eine andere Sichtweise

Wetschen will nicht hoch – aber geht das so einfach?

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Klaus Recker

Wetschen - Von Arne Flügge. Wegen eines Formfehlers darf der SC Uchte, Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga, nicht in die Landesliga aufsteigen (wir berichteten). Doch Jubelstürme brechen deswegen beim TSV Wetschen nicht aus. Im Gegenteil.

Die Nachricht ließ beim Tabellenzweiten, dem ersten automatischen Nachrücker, die Alarmglocken schrillen. Denn: „Wir wollen nicht aufsteigen“, machte Wetschens Vorsitzender Klaus Recker gestern deutlich.

Aber geht das so einfach? Recker meint ja: „Laut Statuten, und so lesen wir die, hätten wir als Zweiter zwar das Recht aufzusteigen, nicht aber im Gegensatz zum Ersten die Pflicht.“ Unabhängig davon prüfe der TSV Wetschen nun, ob er überhaupt die Statuten für die Landesliga erfüllen würde. Im Juniorenförderverein Rehden/Wetschen/Diepholz würde der TSV Wetschen ohnehin die wenigsten Jugendspieler stellen. Und 15 Spieler müssten im A-, B- oder C-Bereich dem Club zugeordnet werden können. Zur Erinnerung: Der SC Uchte stellt nicht genügend Jugendspieler. Der Club hatte nach der Herbstrunde die C-Jugend von einer 11er- auf eine 7er-Mannschaft umgemeldet – und wurde nun bestraft.

„Die Statuten sind für uns nicht ganz eindeutig“, sagt Recker, „außerdem müssen Jugendspieler, die von anderen Vereinen zum JFV gekommen sind, dem TSV Wetschen zugeordnet werden. Dafür gibt es noch einen besonderen Schlüssel.“

Während Wetschens Vorsitzender fest davon ausgeht, dass der Club nicht in die Landesliga aufsteigen muss, hat Thorsten Schuschel, Spielausschussvorsitzender im Bezirks Hannover, eine andere Sichtweise: „Wenn einer Mannschaft aus formalen Gründen der Aufstieg verweigert wird, darf sich die nächste nicht aussuchen, ob sie aufsteigen will oder nicht.“ Im Klartext: Sollte Wetschen generell die vom Verband geforderten Voraussetzungen erfüllen, muss der Club auch hoch. Schuschel: „Es läuft eine Anfrage an den TSV Wetschen, und wir müssen jetzt abwarten, was die Zahlen liefern.“ Einfach nur so auf einen Aufstieg zu verzichten, ist aber nach Meinung von Schuschel nicht möglich. Was also, wenn Wetschen am Ende wider Willen aufsteigen soll? „Dann kommt Plan B“, sagt Recker, „doch den kenne ich noch nicht.“

Jedenfalls wolle der Verein die letzten vier Spiele vernünftig zu Ende spielen. Wetschen könnte ja beispielsweise zweimal nicht antreten, mit Absicht zwei Spiele verlieren, den FC Sulingen damit vorbeiziehen lassen – und wäre dann alle Sorgen los. „Das gehört sich nicht“, sagt Recker und stellt generell die Frage: „Macht es überhaupt Sinn, als Zweiter oder Dritter in die Landesliga aufzusteigen? Da reicht die Spielstärke doch nicht aus.“

Theoretisch ist es möglich, dass der FC Sulingen als nächster Aufsteiger an der Reihe wäre, sollte Wetschen die Voraussetzungen nicht erfüllen. Und wenn auch die nicht wollen? Was ist, wenn schlussendlich keiner aufsteigt? Gibt es dann noch einen zusätzlichen Absteiger? Und wäre das überhaupt vertretbar? Fragen über Fragen, auf die es noch keine Antworten gibt. „Wir gehen die Sache jetzt Stück für Stück an“, sagt Schuschel, „wir können uns jetzt noch keine 22 Szenarien zurechtlegen.“

Den Grund, warum der TSV Wetschen nicht aufsteigen will, liefert Vereinsboss Recker: „Wir sind in einem personellen Umbruch, wollen mit unserem neuen Trainer Thomas Otte verstärkt auf die Jugend setzen. Da wären wir in der Landesliga nur Fallobst. Außerdem würde der finanzielle Aufwand den Rahmen sprengen.“

Wir berichten außerdem über die Saisonplanung des TSV Wetschen:

Aussortiert: Kein Platz mehr für Pfannenschmidt und Katt

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