Klarer Auswärtssieg überrascht auch Trainer Ripke / Stindt: „Wir haben keinen Fußball gespielt“

Wetschen überrennt Bassum – 5:0

Bemitleidenswert: Bassums Keeper David Schröder war gestern bei allen Gegentoren machtlos.

Kreis-Diepholz - Von Malte RehnertBASSUM · Diese Mannschaft soll eine kleine Krise und Probleme mit dem Toreschießen gehabt haben . . .? Kaum zu glauben! Der TSV Wetschen fegte gestern geradezu über den TSV Bassum hinweg, gewann beim bisherigen Zweiten der Fußball-Bezirksliga fast schon sensationell mit 5:0 (1:0) und nistete sich im oberen Tabellendrittel ein.

„Unser Ziel war eigentlich, einen Punkt zu holen. Dass wir hier dann so gewinnen, war sicherlich nicht zu erwarten“, staunte Wetschens Trainer Franz-Josef Ripke. Nach zwei Niederlagen in Folge ohne eigenen Treffer (0:3 gegen Lessen, 0:1 in Wietzen) hatte der Coach vor der Partie tief gestapelt – und war hinterher hoch erfreut: „Wenn man zwei Mal hintereinander verliert, ist eine leichte Verunsicherung da. Aber die hat man heute überhaupt nicht gesehen. Das war eine unheimlich geschlossene Teamleistung.“

So etwas konnte Stephan Stindt von seiner Mannschaft nicht behaupten. Der Bassumer Coach, der zuvor noch vollmundig „mindestens zwei Tore“ versprochen hatte, gratulierte Wetschen hinterher zähneknirschend zum „verdienten Sieg“. Auch, wenn dieser „definitiv zu hoch“ ausgefallen sei. Draufhauen wollte der 34-Jährige aber nicht: „Meine Mannschaft darf auch mal einen schlechten Tag haben.“

Überraschend war gestern, wie harmlos Bassum war – trotz deutlicher Feldüberlegenheit in der ersten Hälfte. Und wie treffsicher Wetschen – trotz des Fehlens von Torjäger Giovanni Esposito, der beruflich verhindert war. Die Gastgeber hatten in den ersten 45 Minuten nur zwei gute Gelegenheiten durch Jens Nubbemeyer (3.) und Jannes Limberg (35.). Wetschen war zunächst sogar noch ungefährlicher, ging kurz vor der Pause aber trotzdem in Front. Abwehrchef Taskin Türker traf mit einem herrlichen Freistoß-Schlenzer über die Bassumer Mauer hinweg zum 1:0 (41.).

Nach dem Seitenwechsel kam’s dann knüppeldick für die Hausherren. Erst gelang Björn Pattke nach schöner Vorlage von Halil Akbas das 2:0 für Wetschen (51.), wenig später sah Michel Müller innerhalb von 30 Sekunden erst Gelb (wegen Foulspiels), dann Gelb-Rot (wegen Reklamierens). „Solche Dinge sind ärgerlich und gehen nicht“, kritisierte Stindt, der den Platzverweis jedoch nicht als entscheidend wertete: „Der Knackpunkt war heute, dass wir keinen Fußball gespielt haben und nicht konzentriert genug waren.“ Ganz anders als Wetschen: Hinten ließen die Gäste nur noch eine Chance durch Jannik Hahnel (59.) zu – und vorne schlugen sie eiskalt zu. Türker verwandelte einen an Pattke verwirkten Foulelfmeter (66.), Oliver Zboron (75./nach Fehler von Max Hahnel) und Akbas (90./nach einem Klasse-Konter) erhöhten auf 5:0.

Ins Träumen gerät Ripke trotz 20 Punkten und einem Nachholspiel aber nicht: „Ganz oben? Nein, da denke ich eigentlich nicht dran. Wir sind aber auf einem guten Weg.“ Bassum hat nach der zweiten Niederlage in Folge (zuvor ein 2:3 bei Tabellenführer Eilvese) nun schon acht Punkte Rückstand auf die Spitze. Doch Stindt gab sich gelassen: „Unser Ziel heißt ja nicht Aufstieg, sondern 45 Punkte.“

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