Ex-Barnstorfer Andreßen fühlt sich benachteiligt 

Westermann: „Der Abbruch ist nachvollziehbar“

Hätte die Saison gern sportlich zu Ende gebracht: Barnstorfs Rückraumakteur Dennis Westermann (l.). Foto: Büttner
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Hätte die Saison gern sportlich zu Ende gebracht: Barnstorfs Rückraumakteur Dennis Westermann (l.).

Barnstorf/Stuhr/Sulingen - Ein klarer Schlussstrich: Der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) hat wegen der Folgen der Corona-Pandemie die Notbremse gezogen, die Saison 2019/2020 mit sofortiger Wirkung in allen Spielklassen abgebrochen (wie bereits berichtet). Es gibt keine Absteiger. Die Aufsteiger werden über eine Quotientenregelung (Punkte geteilt durch Anzahl der Spiele) ermittelt, teilte der HVN mit. Trainer und Spieler verschiedener Vereine aus unserem Verbreitungsgebiet äußern sich zum vorzeitigen Saisonende.

„Nach der ganzen Entwicklung war das notgedrungen zu erwarten, wir nehmen das so hin. Wir hätten auch so den Klassenverbleib geschafft. Eigentlich hatten wir uns auf die letzten sechs Spiele gefreut“, unterstreicht Heiner Thiemann, Interimstrainer beim Oberliga-Tabellenzwölften HSG Barnstorf/Diepholz. Auch Mannschaftskapitän Cedric Quader hatte das vorzeitige Saisonaus befürchtet: „Ich habe mit nichts anderem gerechnet. Ich glaube, das ist die fairste Lösung.“

Der Ex-Barnstorfer Matthias Andreßen, der mit dem TV Cloppenburg bei Punktgleichheit mit Spitzenreiter ATSV Habenhausen aufgrund des direkten Vergleichs (27:33) den zweiten Platz belegt, hat dagegen einen dicken Hals: „Saisonabbruch ist die richtige Entscheidung, aber die Aufstiegsregelung ist einfach nicht fair.“

Der Linkshänder redet Klartext: „Die Quotientenregelung und der anschließende direkte Vergleich kann in unserem Falle nicht die richtige Lösung sein. In ganz Niedersachsen sind wir die einzige Mannschaft, die dadurch benachteiligt wird. Der direkte Vergleich kann und darf hier nicht gelten, da Habenhausen in diesem Falle einen Heimvorteil hätte. Hier muss definitiv eine Ausnahmeregelung gelten, und entweder muss ein Losverfahren – wie in Schleswig-Holstein – herhalten, oder die Verantwortlichen müssen eine andere Regelung finden.“

Unverständlich sei für ihn gleichzeitig, „dass es nicht einfach zwei Aufsteiger geben kann, da ein Verein in der Dritten Liga ja sowieso Insolvenz angemeldet hat. Die Aufteilung wäre vermutlich eh so, dass Habenhausen in die Nord-Staffel geht und wir in die West-Staffel.“ Andreßen geht „davon aus, dass der TV Cloppenburg nun rechtliche Schritte prüfen wird. Das letzte Wort ist hier wohl noch nicht gesprochen.“

Dennis Westermann, Rückraumakteur beim Verbandsligisten HSG Barnstorf/Diepholz II, der wegen einer Fußverletzung länger gefehlt hatte, hakt die Serie ab: „Diese Saison lief bei mir leider suboptimal. Ich hätte gerne noch Spiele absolviert. Der Abbruch ist nachvollziehbar, auch wenn meiner Meinung nach die Regelung leider keine sportliche ist. Ich weiß nicht, ob es machbar gewesen wäre, dass es Aufstiegs- und Abstiegsturniere der ersten und letzten drei bis vier Mannschaften gegeben hätte bei Mitnahme der Punkte. Sportlich wäre es gewesen, aber die Vereine und Spieler brauchen auch Planungssicherheit – und Gesundheit geht vor.“

Als „Glück im Unglück“ bezeichnet Westermann die Situation, mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben. Und er blickt schon auf die kommende Spielzeit: „Wir sind nun eingespielter und besser aufgestellt.“

Sven Engelmann, Trainer beim Landesliga-Schlusslicht HSG Stuhr, verabschiedet sich nun nach 13 Jahren doch noch mit dem Klassenverbleib: „Ich bin jetzt froh, dass wir nicht mehr gegen den Abstieg kämpfen müssen. Über die Entscheidung, dass es keine Absteiger gibt, sind wir nicht traurig.“

Auch der TuS Sulingen, Letzter der Landesliga Hannover, ist gerettet. Bei Rückraumakteur Jannik Knieling löst das gemischte Gefühle aus: „Ich hätte natürlich lieber gerne den sportlichen Klassenverbleib geschafft, gerade weil wir vor der Corona-Pause mit zwei Siegen einen kleinen Lauf hatten. Endlich haben mal Abläufe funktioniert, die sonst in den Spielen zuvor nicht geklappt haben. Positive Erlebnisse tun der Mannschaft natürlich im Abstiegskampf gut“, erklärt der 29-Jährige: „Ich hätte, wie so viele andere, die Saison gerne zu Ende gespielt. Es gibt momentan aber auch wichtigere Sachen als die schönste Nebensache der Welt. Es müssen zurzeit Entscheidungen gefällt werden, die nicht einfach sind. Wir sollten diese respektieren. Solch eine Situation gab’s noch nie.“

Knieling richtet noch einen Appell an die Bevölkerung: „Ich wünsche allen Leuten schöne Ostern, vor allem viel Gesundheit, und achtet auf die Alten und Kranken. Wichtig: Bitte haltet euch an die Regeln – sie wurden nicht umsonst aufgestellt.“

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