„Werder-Wunder“ bleibt gegen Düsseldorf aus – 1:3

Jens Lundquist brachte den SV Werder Bremen in Führung.

Kreis-Diepholz - BREMEN (drö) · Wunder lassen sich meistens halt doch nicht auf Bestellung abliefern.

Obwohl der Hallensprecher vor dem Viertelfinale des Deutschen Tischtennis-Pokals zwischen dem SV Werder Bremen und Borussia Düsseldorf ein neuerliches „Werder-Wunder“ in der Bremer Uni-Halle in Aussicht gestellt hatte, jubelten schlussendlich die Düsseldorfer. Mit einem verdienten 3:1-Erfolg zog der Rekordmeister am Dienstagabend ins „Final Four“ ein und nahm gleichzeitig Revanche für die letztjährige 2:3-Halbfinalpleite.

Entsprechend erleichtert zeigte sich Deutschlands Ausnahmespieler Nummer eins – Timo Boll – nach der Partie: „Das war ein hartes Stück Arbeit. Aber uns wollen natürlich alle gerne schlagen. Wir sind ja so etwas wie der FC Bayern des Tischtennis.“

Eigentlich ein treffender Vergleich – bis auf eine Kleinigkeit: Im Gegensatz zum Münchner Starensemble, das sich zeitgleich gegen Bordeaux bis auf die Knochen blamierte, ließen die Düsseldorfer eher Taten statt markigen Worten sprechen. Einzige Parallele: Beide Teams gerieten schnell mit 0:1 in Rückstand. „Da haben wir zunächst etwas dicke Backen gemacht“, gab Boll nach dem deutlichen 1:3 des ehemaligen Bremers Seiya Kishikawa gegen Jens Lundquist unumwunden zu. Am Sieg des Schweden gab es allerdings nichts zu rütteln. Lundquist ließ sich auch vom klar verlorenen ersten Durchgang nicht aus der Ruhe bringen und begeisterte die rund 800 Zuschauer mit kompromisslosem Angriffsspiel.

„Der Erfolg gegen Kishikawa gibt mir viel Selbstvertrauen für die Bundesliga. Nach einer Lungenentzündung nähere ich mich langsam wieder meiner Bestform“, freute sich der neue Bremer Publikumsliebling. Weniger (eher gar keinen) Grund zur Freude hingegen hatte dann im Anschluss Adrian Dodean. Gegen einen nahezu fehlerfrei agierenden Boll blieb dem rumänischen Neuzugang nur die Rolle des Sparringspartners über. In drei überdeutlichen Sätzen glich der Weltranglisten-Vierte zum 1:1 aus.

Verloren war für die Hanseaten damit aber noch nichts. Zumal Taku Takakiwa im folgenden Match gegen Christian Süß durchaus eine Chance besaß. Nach zwei ausgeglichenen Sätzen lag der Japaner im dritten Durchgang mit 3:1 in Front, um danach jedoch vom deutschen Nationalspieler förmlich überrollt zu werden. „Schade, wir hatten auf einen Sieg von Taku spekuliert. Dann wäre es im entscheidenden Doppel zwischen Takakiwa/Hielscher gegen Süß/Kishikawa richtig spannend geworden“, seufzte Werder-Coach Christian Tamas. So aber hatte die vergebene Möglichkeit Folgen: Ohne auch nur annähernd in Gefahr zu geraten, fegte Boll im Spitzeneinzel Lundquist mit 3:0 vom Tisch und löste für Düsseldorf das Ticket zum „Final Four“. Trotz der Niederlage zog Tamas aber ein positives Fazit: „In derartiger Verfassung brauchen wir uns um den Klassenerhalt keine Sorgen zu machen. Immerhin haben wir Düsseldorf ganz schön gefordert und die Partie lange offen gehalten.“

Stenogramm: Lundquist – Kishikawa 7:11, 11:7, 11:8, 11:6; Dodean – Boll 2:11, 5:11, 3:11; Takakiwa – Süß 8:11, 11:6, 3:11, 5:11; Lundquist – Boll 7:11, 6:11, 5:11.

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