Werder-Direktor Frank Baumann nimmt Spiel gegen Diepholzer Kreisliga-Auswahl ernst

„Wir gehen das voll an“

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Frank Baumann sagt, dass Werders Reserve morgen mit der bestmöglichen Elf in Mörsen antreten wird.

Bremen - Von Carsten Sander. Der Werder-Nachwuchs gegen die Besten aus der Kreisliga Diepholz – ein Spiel wie dieses hat es noch nie gegeben. Morgen (19.00 Uhr) trifft auf der Anlage des SV Mörsen-Scharrendorf ein regionales Allstar-Team auf die Regionalliga-Mannschaft von Werder Bremen. Was vielleicht ein bisschen nach Show-Match aussieht, ist für die Bremer ernster Bestandteil ihrer Saisonvorbereitung. Frank Baumann, Direktor für Profi-Fußball, Scouting und die U23 bei Werder, spricht im Interview über die Partie morgen, über die Ziele in der bevorstehenden Spielzeit und über die Bremer Nachwuchsarbeit.

Gestern ein Testspiel in Lohne gegen Drittligist VfL Osnabrück, morgen gegen Kicker aus der Kreisliga – welchen Stellenwert nimmt ein Spiel wie dieses in der Saisonvorbereitung ein?

Frank Baumann: Wir haben nur eine relativ kurze Saisonvorbereitung, vom Trainingsstart bis zum ersten Punktspiel sind es nur vier Wochen. Da ist jedes Spiel extrem wichtig, damit sich unsere Mannschaft einspielen kann. Wir werden das voll angehen und sehr ernst nehmen.

Mit welcher Besetzung wird die U23 antreten? In Aycicek, Kobylanski, Selke, Zander, Hüsing sowie den Torleuten Strebinger und Husic waren sieben Spieler in der vergangenen Woche mit den Profis in China.

Baumann: Sie werden auch die komplette Saisonvorbereitung bei den Profis absolvieren, sind deshalb in Mörsen nicht dabei. Außerdem fehlt Melvyn Lorenzen, der nach einer Knieverletzung noch sein Reha-Programm absolviert, sowie die angeschlagenen Herbert Bockhorn und Leon Lingerski.

Macht in der Summe fast eine komplette Elf.

Baumann: Stimmt, aber wir haben trotzdem noch viele interessante Spieler – wie zum Beispiel Marcel Hilßner und Torben Rehfeldt, der vergangene Saison schon bei den Profis dabei war.

Gutes Stichwort: Rehfeldt war einer derer, die in den Bundesliga-Kader reinschnuppern durften, kam aber nicht zum Einsatz. Andere durften spielen, aber nur vereinzelt. Den Durchbruch hat in der vergangenen Saison aber kein Spieler aus der U23 geschafft. Ein Misserfolg für die Nachwuchsarbeit?

Baumann: Es hatten einige ihre Einsätze. Was den Jungs nicht gelungen ist, war, sich festzuspielen. Es ist schon der Wunsch und das Ziel, dass sich das in der kommenden Saison ändert.

Wen haben Sie da speziell im Auge?

Baumann: Die ersten Kandidaten sind natürlich die, die jetzt die Vorbereitung bei den Profis absolvieren. Die sind im Moment am dichtesten dran. Das kann sich aber im Laufe einer Saison ändern – siehe die Beispiele Martin Kobylanski und Julian von Haacke, die sich in der vergangenen Spielzeit durch ihre Leistungen nach vorne gearbeitet haben. Julian wird nach seinem Kreuzbandriss aber erst im Herbst wieder einsteigen.

Kobylanski war mit acht Bundesliga-Einsätzen (nur einmal von Anfang an) neben Özkan Yildirim (zehn Spiele) der Spitzenreiter unter den Aufstrebenden. Also noch einmal die Frage: Ist das nicht ein bisschen wenig?

Baumann: Ich kenne diese Behauptung: Bei allen anderen Clubs spielen die 18-Jährigen – nur bei Werder nicht. Aber das ist ja Quatsch. Das ist faktisch nicht so.

Aber es gibt die Beispiele Maximilian Arnold beim VfL Wolfsburg, Max Meyer und Kaan Ayhan bei Schalke 04, Timo Werner beim VfB Stuttgart, Matthias Ginter beim SC Freiburg, Niklas Süle bei 1899 Hoffenheim – jeder von ihnen noch keine 20 Jahre alt, aber schon fester Bestandteil der Bundesliga-Mannschaft.

Baumann: Es gibt punktuell diese Ausnahmespieler, die schon mit 19, 20 Jahren Stammspieler sind. Aber das ist ja nicht die Regel.

Aber es ist das Ziel, solche Spieler hervorzubringen. Auch bei Werder. Der Club betont immer wieder, wie wichtig der Bundesliga-Nachschub aus dem eigenen Nachwuchs ist.

Baumann: Ja, aber es ist eben nicht mit einem Fingerschnippen getan. Junge Spieler müssen entwickelt werden, dafür braucht man Geduld. Aber klar, irgendwann muss man sie reinschmeißen, dann müssen sie sich beweisen.

Haben die Jungs bisher nicht den Biss gehabt, sich durchzusetzen?

Baumann: Sie haben das Potenzial. Aber es ist eben ein weiter Weg, es nachhaltig zu schaffen. In der vergangenen Saison ist das keinem gelungen. Aber jetzt gilt: neue Saison, neue Chance für alle.

Rechnen Sie damit, dass einer aus den eigenen Reihen so richtig durchstartet?

Baumann: Ich glaube daran, dass einer der jungen Spieler – wer, kann ich nicht voraussagen – zumindest auf eine größere Anzahl an Einsätzen kommt.

Zurück zum Spiel gegen die „Diepholz Allstars“. Sie können jetzt als Leiter der Abteilung Scouting beeindrucken, in dem Sie Namen aus der Kreisauswahl nennen.

Baumann (lacht): Tut mir leid, im Herrenbereich scouten wir dann doch nicht bis zur Kreisliga. Im Jugendbereich schon. Da kennen wir uns ab der U10 auch im Kreis Diepholz aus. Wir sind bei Sichtungsmaßnahmen dabei, haben einen guten Einblick. Bei den Herren ist das anders. Aber wer weiß: Vielleicht fällt uns ja im Spiel einer auf.

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