Wagenfeld fühlt sich als Hecht im Karpfenteich sehr wohl / Defensive als Erfolgsgarant

„Wenn man uns den kleinen Finger reicht . . .“

Höhenflug: Marcel Heyer (re.) belegt mit Wagenfeld derzeit einen tollen dritten Platz in der Bezirksliga. 
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Höhenflug: Marcel Heyer (re.) belegt mit Wagenfeld derzeit einen tollen dritten Platz in der Bezirksliga. archiv

Wagenfeld – Die Wandlung des Fußball-Bezirksligisten TuS Wagenfeld kommt durchaus etwas überraschend daher: Während in der vergangenen Spielzeit wohl nur der Corona-Abbruch das Südkreis-Team vor dem Abstieg bewahrt hatte, entpuppte sich der TuS in dieser Saison bislang als Hecht im Karpfenteich und darf sich sogar Hoffnungen auf das Erreichen der Meisterrunde machen. Wie ist dieser Aufschwung zu erklären?

Trainer Jörg Rodewald hat dafür eine ganz einfache Erklärung parat: „Ich habe das Amt letztes Jahr ja erst mitten in der Serie übernommen. Auf Anhieb konnten sich so keine Automatismen entwickeln. Die Mannschaft und ich mussten sich erst beschnuppern und aneinander gewöhnen.“

Dieser Prozess ist laut Rodewald jedoch mittlerweile längst abgeschlossen: „Die Arbeit mit dem Team macht viel Spaß, und auch mit dem Vorstand passt es. Ich fühle mich in Wagenfeld gut aufgehoben.“

Wie der TuS scheinbar auch in der Spitzengruppe: Nach acht Partien beträgt der Wagenfelder Rückstand zum Tabellenzweiten aus Steimbke nur noch ein Pünktchen, sodass die Meisterrunde in immer greifbarere Nähe rückt.

Auch für Rodewald eine etwas verblüffende Entwicklung: „Eigentlich sind der FC Sulingen und Steimbke die stärksten Truppen der Staffel. Aber wenn man uns schon den kleinen Finger reicht, dann greifen wir gerne richtig zu.“

Dabei kann Rodewald seit Wochen personell nicht gerade aus dem Vollen schöpfen. So fällt zum Beispiel Stammkeeper Thorben Klöcker schon länger verletzungsbedingt aus, doch für Wagenfelds Nummer eins sprang das Duo Florian Meyer/Lukas Tepe bislang bravourös in die Bresche. „Beide haben Thorben stets super vertreten“, lobt Rodewald seine Ersatztohüter: „Überhaupt steht die gesamte Defensive bisher ausgezeichnet. Das ist sicherlich ein wichtiger Grund für unseren Erfolg.“

Zusammengehalten wird die Abwehr vom zweiten Rodewald im Team. Trainersohn Patrick avancierte auf Anhieb zum souveränen Abwehrchef und erntet dafür zurecht ein Lob seines Vaters: „Nach seiner längeren Wettkampfpause wird Patrick immer mehr zu einer richtigen Verstärkung.“

Und nicht nur in der Zentrale wirkt Wagenfeld momentan bombensicher. Auch die Außenpositionen sind mit Leistungsträgern wie Julian Gläser, Timon Thiry oder Henrik Möhlmeyer exzellent besetzt.

Wobei Rodewald eigentlich gar keinen Spieler hervorheben möchte: „Alle Jungs arbeiten überragend nach hinten. Das ist für uns der Schlüssel zum Erfolg. Anders geht es nicht.“

Als „Maurer-Truppe“ will Rodewald den TuS indes keinesfalls verstanden wissen: „Ich denke, dass wir durchaus einen gepflegten Ball spielen. Bei mir gibt es kein reines Langholz mehr. Ich setze auf Struktur und das Kreieren von Torchancen.“

Was Wagenfeld mittlerweile auch immer besser gelingt. Dank unermüdlicher Laufarbeit von Korsettstangen wie Marcel Heyer oder Ricardo Tenti wird das Leder regelmäßig in den gegnerischen Strafraum befördert, wo in Jannik Kläning ein echter „Killer“ wartet. „Jannik ist ein eiskalter Vollstrecker. Er weiß einfach, wo das Tor steht“, adelt Rodewald den mit neun Treffern auf Platz eins der Torschützenliste liegenden Mittelstürmer.

Derart gut aufgestellt, könnte sich Wagenfeld am Ende mit etwas Glück tatsächlich eines der beiden Tickets für die Meisterrunde schnappen. Wenngleich nicht mit dem Ziel des Landesliga-Aufstiegs, wie Rodewald schmunzelnd erwähnt: „Dann hätten wir vorzeitig den Klassenerhalt sicher. Deshalb würde ich mich keineswegs gegen diesen zweiten Platz wehren.“

Von Carsten Drösemeyer

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