Zwei Tore und eine Vorlage beim Diepholzer 5:0 über den ASC Nienburg / Bernholt trifft – und fliegt

Wenn der kleine Unger kommt...

Kreis-Diepholz - Von Cord KrügerDIEPHOLZ · Beim Abpfiff stand Nils Unger gestern Abend schon neben dem Spielfeld und blickte zu Boden. Sechs Minuten vorher hatte sein Trainer Andreas Schultalbers den Offensivmann der SG Diepholz ausgewechselt. Teamkollege Nils Rewald rannte als erster auf ihn zu. „Kopf hoch, Nils. Es kommen auch wieder bessere Tage“, raunte er ihm grinsend zu – wohlwissend, dass der Kleinste des Fußball-Landesligisten beim 5:0 (2:0) über den ASC Nienburg gestern wieder mal der Größte war.

Zwei Tore und eine Vorlage hatte der 23-Jährige zum Kantersieg beigesteuert, im Mittelfeld mehrere Bälle erobert und durch blitzschnelle Vorstöße regelmäßig die ASC-Abwehr schwer beschäftigt. „Ich bin zufrieden“ – dieses Urteil fällte er aber nicht über sich allein, sondern über die ganze Mannschaft: „Hinten haben wir sicher gestanden und sind vor allem in der zweiten Halbzeit super als Team aufgetreten. Vor der Pause haben wir uns zu schwer getan.“

Stimmt. Und das, obwohl Marc Pallentien schon nach 180 Sekunden zum 1:0 abgestaubt hatte, weil Nienburgs Keeper Marc Jamieson ein Schüsschen von Florian Scharnitzky direkt zu ihm abklatschte. „Solche frühen Tore sind nicht gut für unser Spiel“, nannte Trainer Schult albers hinterher den Grund des dürftigen ersten Diepholzer Durchgangs. Das Mittelfeld leistete sich einige Ballverluste und Fehlpässe – allerdings auch, weil sich kaum jemand als Anspiel-Adressat anbot.

So kamen die abstiegsbedrohten Gäste besser in die Partie. Nur gut für die Kreisstädter, dass Nienburgs Torjäger Marian Pingel dreimal in die Abseitsfalle lief und sein Offensivkollege Manuel Harmening mit seinen beiden gefährlichsten Schüssen (26./34.) nur das linke Lattenkreuz traf. Ansonsten hatten David Schiavone und Marcus Pfannenschmidt Pingel im Griff.

So fiel das zweite Tor auf der anderen Seite – in der Nachspielzeit der ersten Hälfte: Unger nahm Nienburgs Innenverteidiger Tobias Peters den Ball ab, bediente Scharnitzky – und der vollstreckte zum 2:0.

Nach dem Wechsel verlängerte der quirlige Unger per Kopf (!) zu „Scharne“ – doch diesmal scheiterte er an Jamieson (53.). Die Diepholzer agierten nun konzentrierter, legten das Kurzspass-Spiel in ihrer eigenen Hälfte ab und nutzten ihre sichtbaren konditionellen Vorteile mit langen Bällen. Der ebenfalls starke Marcell Katt hatte mit einem Schuss in die ASV-Abwehr Pech – doch den Abpraller schnappte sich Unger, flitzte nach einem Haken durch die ASC-Defensive und zog per Flachschuss zum 3:0 (62.) ab. „Ab diesem Moment hingen natürlich die Nienburger Köpfe 'runter“, urteilte Schultaltbers. „Deshalb fiel das Ergebnis etwas zu hoch aus.“

Es lag aber auch an Abräumer Stefan Bernholt, der sich nach 73 Minuten mit einem Solo nach vorn wagte und den Ball zum 4:0 oben rechts in die Maschen drosch. Und eben an Unger, der nach einer Stafette über Marcell Katt und den eingewechselten Niko Senkler den Endstand erledigte. „Das war ein Abstauber“, spielte er seinen zweiten Treffer herunter. Aber dort, goldrichtig an der Torlinie, steht nach 83 Minuten voller Sprints und effektiver Stör-Aktionen nicht jeder.

Bernholt hatte seinen Arbeitstag kurz zuvor beendet: Seine solide Leistung verdarb er sich ein wenig selbst, weil ihm Schiri Niels Haupt (Badenstedter SC) folgerichtig die Ampelkarte zeigte. Das finale Foul war dabei weniger dramatisch, das vorherige Ballwegschlagen als Grund der ersten Verwarnung allerdings unnötig.

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