TRAINER-TANDEM Stefan Rosenthal und Frank Fischer bedauern baldiges Ende ihrer Sulinger Zeit

Wenn „Alleinherrscher“ voneinander lernen

Dicht beieinander: Seit Februar 2019 trainieren Stefan Rosenthal (rechts) und Frank Fischer den FC Sulingen gemeinsam. Foto: J. Diekmann

Sulingen - Von Carsten Drösemeyer. Mit dem Fußballtrainer-Traumpaar Stefan Rosenthal/Frank Fischer war nicht unbedingt zu rechnen. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Schließlich galten sowohl Rosenthal als auch Fischer als absolute „Alphatiere“. „Taler“ hatte den FC Sulingen in Eigenregie zurück in die Bezirksliga geführt und dort zu einem Spitzenteam geformt. Und Fischer war der Sprung von der Kreis- in die Bezirksliga als Chefcoach sogar bereits viermal (zweimal mit dem SV Bruchhausen-Vilsen, jeweils einmal mit dem TSV Bassum und dem SV Heiligenfelde) geglückt.

Natürlich hatten beide Übungsleiter dabei stets verlässliche Co-Trainer an ihrer Seite, doch am Ende lag die Verantwortung immer bei Rosenthal und Fischer. Doch die zwei „Alleinherrscher“ können auch als Tandem äußerst erfolgreich arbeiten, wie sie in den jüngsten knapp zwölf Monaten eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Eine Leistung, die selbst Patrick Sarre als Teammanager des FC Sulingen nicht für möglich gehalten hätte. „Ende 2018 haben wir uns beim FC mit mehreren Leuten zusammengesetzt und nach einer Entlastung für mich gesucht“, erinnert sich Rosenthal: „Alleine konnte ich aus beruflichen Gründen die Arbeit nicht mehr stemmen. Deshalb habe ich den Namen Frank Fischer als zusätzlichen Cheftrainer in den Raum geworfen, da ich ihn schon lange kannte und als Kollegen äußerst schätzte. Die erste Reaktion von Patrick war ungläubiges Staunen. Er glaubte wohl nicht daran, dass zwei Alphatiere gut zusammenarbeiten können.“

Trotzdem nahm Sarre Kontakt zu Fischer auf – und erlebte die nächste Überraschung. „Patrick hatte sich bei mir zunächst nur nach einem grundsätzlichen Interesse für den FC erkundigt“, blickt Fischer zurück: „Er war sehr verblüfft, dass ich sofort von alleine die Lösung als gleichberechtigtes Trainerduo ins Gespräch brachte. Aber ich war mir ziemlich sicher, dass es mit Stefan funktionieren würde. Wir funkten schon immer auf einer Wellenlänge.“

Sicherlich ein Grund, warum die Zusammenarbeit schnell zur Erfolgsstory avancierte. Das routinierte Gespann schrammte in der vorigen Spielzeit als Tabellendritter nur haarscharf an der Vizemeisterschaft vorbei und mischte in dieser Saison sogar aussichtsreich im Titelkampf mit, ehe die Serie aufgrund der Corona-Krise unterbrochen wurde.

Da der 41-jährige Rosenthal künftig aus privaten und beruflichen Gründen vorerst nicht mehr im Erwachsenenbereich arbeiten möchte, dürfte das Gespann Rosenthal/Fischer allerdings bereits bald der Vergangenheit angehören. Laut Fischer der einzige Wermutstropfen eines ansonsten „tollen Jahres. So hatte ich mir den Abschied mit Stefan natürlich nicht vorgestellt. Uns war ja klar, dass nach der Saison für uns Schluss sein würde. Aber jetzt scheint alles abrupt zu enden. Wirklich schade.“

Trotzdem bereut der 55-Jährige seine Entscheidung „zu keiner Sekunde. Ich konnte als alter Hase von Stefan gerade im zwischenmenschlichen Bereich viel lernen. Sein Umgang mit jungen Spielern ist sensationell. Es war eine tolle Zeit.“

Noch vor einigen Jahren wäre für Fischer ein Trainer-Tandem indes undenkbar gewesen. „Da wollte ich mir selbst meine Sporen verdienen. Aber mittlerweile bin ich ja viel ruhiger“, lacht der Routinier: „Ich habe mich beim FC deutlich zurückgenommen. Schließlich ist die Mannschaft das Baby von Stefan. Deshalb hat er auch immer die Ansprache vorm Spiel gehalten und hatte bei unterschiedlichen Auffassungen über die Aufstellung das allerletzte Wort.“

Meistens kamen die „Fantastischen Zwei“ laut Rosenthal jedoch ohnehin zum selben Schluss: „Es gab in der ganzen Zeit nie einen Streit. Die Arbeit mit Frank war wirklich befruchtend. Ich denke, wir konnten beide voneinander lernen. Zwei gleichberechtigte Trainer können also tatsächlich Erfolg zusammen haben.“

Für Fischer stellen Trainerduos sogar das Modell für die Zukunft dar: „Wenn die Chemie stimmt, ist das eine überragende Lösung. Als Tandem kann man die jeweiligen Stärken perfekt bündeln. Falls ich in Zukunft noch einmal einen Verein übernehme, dann suche ich mir wieder einen gleichberechtigten Coach.“ Wer weiß, vielleicht fällt seine Wahl in der Zukunft also erneut auf Rosenthal. Viel besser hätten zwei „Alphatiere“ schließlich kaum harmonieren können.

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