Kickerinnen im Kreis „achten mehr auf sich als Männer“ / Nicht alle Trainer glauben an eine Saison-Fortsetzung

Weiter abwarten – und joggen gegen „Corona-Hüftgold“

Sitzt auf gepackten Koffern: Sulingens Trainer Maurice Krüger hofft auf einen Wiederbeginn der Serie. Fotos: töb

Landkreis – Beim Fußball stirbt die Hoffnung offenbar zuletzt: Nachdem etliche Sportarten wie Tischtennis, Handball oder Volleyball ihre Spielzeiten wegen des Coronavirus vorzeitig beendet haben, schlägt der Niedersächsische Fußballverband seinen Vertretern ein „Einfrieren“ der Saison bis mindestens Mitte August vor. Wie sehen dies die Trainer der hiesigen Frauenteams? Hier ein Überblick mit höchst unterschiedlichen Meinungen:

SC Weyhe

Bei Weyhes Verbandsligacoach Rolf Schwenke rennt der NFV offene Türen ein: „Ich würde sogar schon gerne wieder im Mai loslegen. Aber das wäre medizinisch wohl noch nicht vertretbar. Aber ich möchte die Saison unbedingt sportlich beenden. Eine Annullierung ohne Aufsteiger wäre ungerecht.“ Und wie will Schwenke sein Team bis August fit halten? Für den SCW-Trainer kein Problem: „Die Mädels laufen auf freiwilliger Basis zwei- bis dreimal die Woche. Wir sind bereit, falls es wieder los geht.“

SG Hoyerhagen

Auch Philipp Homfeld vom Landesligisten aus Hoyerhagen hätte nichts gegen eine Fortsetzung der Serie: „Von mir aus spielen wir dann bis Dezember durch. Hauptsache, wir können bald wieder kicken.“ Falls das Coronavirus dem Fußball allerdings einen Strich durch die Rechnung machen sollte, würde der SGH-Coach für „einen Abbruch nur mit Aufsteigern“ plädieren: „Absteiger sollte es nicht geben. Das wäre höchst unfair.“

Auf alle Fälle sieht Homfeld seine Schützlinge bestens vorbereitet für einen eventuellen „Tag X“: „Meine Spielerinnen stehen in der Pflicht, in der Woche ein bestimmtes Programm unter der Anleitung unserer Kapitänin Maren Bünger zu absolvieren. Sie ist ja ausgebildete Fitnesstrainerin. Ich kontrolliere das per App und bin mit den Ergebnissen bisher sehr zufrieden.“

SV „Friesen“ Lembruch

Die „Friesinnen“ befinden sich laut Trainer Lars Schaale ebenfalls in einem guten körperlichen Zustand: „Trotz einer langen Leine halten sich die Mädels super fit. Auch unsere gemeinsamen Videotrainingseinheiten werden prima angenommen. Wir könnten sofort wieder beginnen.“ Genau wie Schwenke und Homfeld hofft auch Schaale darauf, dass der Bezirksliga-Spielbetrieb noch in dieser Saison fortgesetzt werden kann: „Bei einer Annullierung rechne ich sonst in höheren Ligen mit einer Klagewelle. Besser, wir warten also, bis es zu verantworten ist und bringen die Serie zu Ende. Vielleicht ja mit Playoffs.“

SV Mörsen

Christian Schütte vom Bezirksligakonkurrenten aus Mörsen vertritt hingegen eine andere Meinung: „Ich gehe von einer Streichung der Saison aus. Ich glaube nicht, dass es im August schon wesentlich besser ist.“ Und falls doch? „Auch dafür wären wir gerüstet“, führt Schütte aus: „Die Mädels halten sich mit Jogging fit. Auch ohne Vorgaben von mir.“

SV Heiligenfelde

Heiligenfeldes Trainer Frank Janshen schwärmt sogar vom Fitnesszustand seiner Spielerinnen: „Von mir aus kann die Bezirksliga jederzeit weitergehen. Ich bin stolz auf meine Mädels. Die ackern richtig und sind konditionell top in Form.“

Aber dürfen die Heiligenfelderinnen in dieser Serie noch mal ran? Janshen zuckt mit den Schultern: „Jeder Sportler möchte seine Saison natürlich regulär abschließen. Ich habe nur meine Zweifel, ob das noch zu schaffen ist. Wahrscheinlich läuft es auf eine Annullierung hinaus. Obwohl das nicht völlig gerecht wäre.“

TuS Sulingen

Ähnlich schätzt Sulingens Bezirksligacoach Maurice Krüger die Situation ein: „Richtig fair wäre eine komplette Annullierung nicht. Es sollten zumindest die Tabellenersten aufsteigen dürfen. Aber vielleicht klappt es ja doch mit der Weiterführung im August.“ Aus dem Leim gegangen wären die TuS-Kickerinnen laut Krüger nicht: „Frauen achten ja deutlich mehr auf ihr Äußeres als Männer. Also werden meine Mädels bestimmt laufen und so rank und schlank bleiben.“

TSV Weyhe-Lahausen

Davon geht auch Michael Cordes vom Ligakonkurrenten aus Lahausen aus: „Unsere Spielerinnen sind konditionell voll auf der Höhe. Als Anreiz habe ich einen Grillabend ausgelobt, wenn die Mädels bis Ende April alle zusammen 200 Kilometer gelaufen sind. 75 haben sie schon zusammen. Ich werde also wohl zahlen müssen.“

Und wie schätzt Cordes die Chancen auf eine Fortführung der Serie ein? „Als eher schlecht“, so der TSV-Trainer: „Bis Ende Juni hätte es nie klappen können. Ob es im August vielleicht geht, muss man abwarten. Ich rechne mit einer Annullierung.“  drö

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