SG Diepholz trennt sich vom Trainer – und der weiß nicht so recht, warum

Von wegen Verlängerung: Laufpass für Hegerfeld

Marco Hegerfeld (r.) muss Diepholz nun doch verlassen. Der sportliche Leiter Frank Werner (l.) führte andere Auffassungen in puncto Trainingsarbeit als Grund an. ·
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Marco Hegerfeld (r.) muss Diepholz nun doch verlassen. Der sportliche Leiter Frank Werner (l.) führte andere Auffassungen in puncto Trainingsarbeit als Grund an. ·

Diepholz - Von Cord KrügerUnfassbarr, wie sich dieses Drunter und Drüber wiederholt! Vor genau einem Jahr stand fest, dass Andreas Schultalbers die SG Diepholz ein weiteres Jahr trainiert – doch nur drei Wochen später zog der Coach sein Ja-Wort wieder zurück. Im Sommer beerbte ihn Marco Hegerfeld, der kurz vor Ostern seine Verlängerung beim Fußball-Landesligisten bekannt gab. Und jetzt? Richtig: Schluss zum Saisonende. So weit zu den Ähnlichkeiten. Die Unterschiede: Diesmal kündigte der Sparten-Vorstand die Zusammenarbeit auf. Und während „Schulti“ damals keine schmutzige Wäsche waschen wollte, findet Hegerfeld deutlichere Worte.

Nachkarten will der 38-Jährige zwar ebenfalls nicht, doch „ich würde gern wissen, was mir vorgeworfen wird“, rätselt der Fast-Ex-Trainer, der die SG noch in den letzten sechs Spielen coachen will und den Tabellen-15. daher auch am Sonntag zum 13. TuSpo Schliekum begleitet (Anpfiff: 15 Uhr). „Ich bin nicht der Typ, der vor schwierigen Situationen wegläuft.“

Andernfalls hätte er die um zwölf Stammspieler dezimierten und ähnlich viele Neuzugänge aus vier Nationen verstärkten Kreisstadt-Kicker wohl gar nicht erst übernommen. Oder er wäre in der Chaos-Hinrunde mit 18 Platzverweisen, mehreren Verletzten und plötzlich verschollenen Legionären ausgestiegen. „Aber trotz allem sind wir bis heute nicht abgeschlagen Letzter, sondern noch in Reichweite zu den Nichtabstiegsplätzen“, verdeutlicht Hegerfeld. „Wir haben also einiges an Punkten geholt. Da kann ich den Vorwurf des Vorstands, ich hätte eine Mannschaft verloren, nicht nachvollziehen.“

Frank Werner als Sportlicher Leiter der SG berichtet jedoch von „unterschiedlichen Auffassungen über Spielvorbereitung und Training“, was zu „Unmut bei der Mehrzahl der Spieler geführt hat“.

Mit dieser Aussage gibt sich Hegerfeld nicht zufrieden: „Ich bin weit davon entfernt zu sagen: Ich habe alles richtig gemacht.“ Aber seine Nachfragen im Team ergaben, „dass sich drei Leute komplett heraus halten und dass der Vorstand mit vier weiteren gar nicht gesprochen hat“. Er selbst hingegen schon – auch mit Blick auf die neue Saison. „Da hatte ich nie den Eindruck, dass jemand nicht weitermachen wollte, weil ich Trainer bleibe.“

Am Freitag wollte er dem Vorstand seine Liste mit Namen präsentieren, die entweder bleiben oder sich der SG neu anschließen wollten. Stattdessen bekam er mitgeteilt, dass er dann nicht mehr Trainer in Diepholz ist, „wir uns aber freuen würden, wenn Marco bis zum Saisonende weiter macht“, unterstrich Frank Werner mit belegter Stimme. Denn er stellte klar: „Menschlich ist ihm nichts vorzuwerfen.“ Im Gegenteil: Trotz „schlechter Voraussetzungen zu seinem Start im Sommer und „diverser Rückschläge“ habe sich Hegerfeld „nie beklagt“. Damit fängt der 38-Jährige jetzt auch nicht mehr an, denn „es hat mir hier viel Spaß gemacht und macht es noch. Alle hängen sich voll rein und arbeiten gegen den Abstieg, da nehme ich keinen Spieler aus.“ Allerdings vermisste er das Gefühl, dass „alle in einem Boot sitzen: Vorstand, Mannschaft, Trainer.“ Doch die Zahl der gemeinsamen Besprechungen hielt sich in Grenzen, und „mit Ausnahme von Frank Werner hat sich selten mal jemand sehen lassen – etwa als Zuschauer beim Training“. Vielleicht auch deshalb klafften Anspruch an die Spieler und Wirklichkeit zu weit auseinander.

Nun soll ab August ein Mann aus eigenen Reihen aufrücken: Jörg Behrens, derzeit Trainer der Zweiten in der Kreisliga A. „Realistisch gehen wir dann von einer Ersten in der Bezirksliga aus“, sagt Werner, doch der Entschluss gegen Hegerfeld stehe selbst im Fall des Klassenerhalts fest.

Für den Gekündigten selbst bedeutet diese Entscheidung freilich nicht das sportliche Ende: „Wer mich kennt, weiß, dass ich ohne Fußball nicht kann und nicht will. Noch ist aber alles offen.“ Eine Rückkehr zu seinem Heimatverein BSV Rehden, dessen Zweite er vor seinem Diepholzer Engagement vor dem Abstieg aus der Bezirksliga bewahrt hatte, schließt er nicht aus. Wohin auch immer: Die Liste der Wechselwilligen nimmt er bestimmt mit.

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