Torhüter des Bezirksligisten TuS Sudweyhe

Wegen der Familie – Mirko Meyer denkt an Karriereende

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Zumindest das Zeitunglesen klappt bei Sudweyhes Torhüter Mirko Meyer trotz seiner Schultereckgelenksprengung noch mit einem Arm. 

Sudweyhe - Von Nicolas Tréboute. Mit seinem linken Arm in einer Schlaufe beobachtet Mirko Meyer, wie seine Frau Nadine (selbst langjährige Handballerin) die gemeinsame siebenmonatige Tochter im Arm hält. Für ihn selbst momentan ein Ding der Unmöglichkeit. „Es ist schon eine spezielle Situation. Ich bin zwar zu Hause, kann aber kaum helfen. Auch wenn ich mit dem Auto irgendwohin möchte, muss ich das mit Familie oder Freunden abstimmen“, erzählt der Sudweyher Keeper.

Auf dem Fußballplatz trägt Mirko Meyer allein schon positionsbedingt die größte Eigenverantwortung. Oftmals ist der Torhüter des Bezirksligisten TuS Sudweyhe die letzte Option, um einen Treffer des gegnerischen Angreifers zu verhindern, jeder eigene Fehler ist meist gleichbedeutend mit einem Gegentor. Umso schwieriger ist für den 33-Jährigen die derzeitige Situation: Aufgrund einer Schultereckgelenksprengung ist er im privaten Bereich auf die Hilfe seiner Umgebung angewiesen.

Seit drei Wochen ist Meyer zum Zuschauen verurteilt. Im Testspiel gegen die BTS Neustadt klärte er beim Herauslaufen einen Steilpass und wurde im nächsten Moment vom Gegner derart hart erwischt, dass im Krankenhaus eine Schultereckgelenksprengung festgestellt wurde. Zwei Tage später wurde Meyer operiert und hat seitdem zur Stabilisierung Drähte in der linken Schulter. „Im ersten Moment war ich schon geschockt“, berichtet der Jungvater über den Moment seiner Verletzung, „aber ich bin generell ein positiver Mensch.“

Prioritäten verschieben sich durch die Familie

Dennoch ist die Fußballsaison für den 33-Jährigen gelaufen – ob er überhaupt noch einmal auf den Rasen zurückkehrt, steht in den Sternen. Je nachdem könnte sich der Heilungsverlauf weiter hinauszögern, sodass Meyer darüber nachdenkt, seine Torwarthandschuhe an den Nagel zu hängen. „Eigentlich würde ich gerne anders abtreten, aber ich sehe auch, dass sich meine Prioritäten durch die Familie etwas verschieben“, gesteht er. 

Hinzu kommt, dass die Verletzungsakte beim Ur-Sudweyher nicht gerade kurz ist: Augenhöhlenbruch, versteifter Finger, Kreuzbandriss und der aktuelle Sportunfall – Meyer hat, seitdem er mit neun Jahren mit dem Kicken anfing (damals noch im Sturm), einiges mitgenommen und keine Lust darauf, bei der nächsten Verletzung wieder auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Meyer sehnt nach etwas mehr Action

Dass ihm der Sport fehlen würde, merke er aber bereits jetzt. Kein Wunder: Schließlich war Meyer im Normalfall im Zeichen des runden Leders drei- bis viermal pro Woche unterwegs. Zweimal Training, am Wochenende Punktspiel, und nicht zu vergessen, seine Funktion als Torwarttrainer der vereinseigenen B-Junioren. Auch Tischtennis in der Bezirksklasse am Freitagabend für den TuS Sudweyhe stand auf seinem regulären Wochenplan. Dass das Sportprogramm sowie seine Arbeit als Einkäufer bei PS Laser in Thedinghausen momentan wegfällt, ist für ihn selbst unbefriedigend. 

„Ich werde einfach träge“, sehnt sich der Torwart nach etwas mehr Action. Zumindest arbeitstechnisch hofft er, in zwei Wochen wieder mit von der Partie zu sein: „Auch wenn mein Tempo dann sicherlich noch nicht das höchste sein wird“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Eine Karriere als Trainer plant er nach derzeitigem Stand nicht. „Aber ich weiß natürlich nicht, was ist, wenn meine Tochter irgendwann mal anfängt, Fußball zu spielen“, spekuliert Meyer schelmisch. Seine Frau Nadine hat dazu eine klare Meinung: „Keine Angst. Die wird Handballerin.“

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