Kreissportbund Diepholz trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden

Walter Link – ein „Chef“, den alle mochten

So war Walter Link in seinem Element: Bei festlichen Anlässen ergriff der KSB-Vorsitzende gerne das Wort. Darin sei er sogar „unschlagbar“ gewesen. Archivfoto: Husmann

Diepholz - (mr) · Sein großes Engagement wird fehlen – ebenso sein Bestreben, den Sport in der Region in allen Bereichen voranzubringen. Der Kreissportbund (KSB) Diepholz trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Walter Link, der im Alter von 72 Jahren einer kurzen, schweren Krankheit erlag. „Wir sind alle sehr mitgenommen. Walter war eine echte Führungsperson“, sagte gestern die stellvertretende Vorsitzende Inge Schmidt-Grabia, die am Samstag mit weiteren KSB-Mitgliedern zur Trauerfeier nach Bielefeld reist.

Dort wird sicherlich auch an die vielen Verdienste erinnert, die sich Walter Link als KSB-Vorsitzender erworben hatte. Er war es, der vor 24 Jahren die Wahl zum „Sportler des Jahres“ mit aus der Taufe hob – eine Veranstaltung, die sich noch immer großer Beliebtheit erfreut. Er selbst hielt bei den Galas immer eine Rede: laut, deutlich – und launig. „Darin war er perfekt, unschlagbar“, sagt Werner Eilers, Leiter der KSB-Geschäftsstelle in Affinghausen: „Sein Spruch war immer: ,So eine Stunde könnt’ ich wohl ohne weiteres reden . . .‘“

nFast 40 Jahre

nim KSB tätig

Bei seinen Sportlerwahl-Ansprachen hob der in Siegen geborene und zuletzt in Wehrbleck wohnende Link gerne mit flammenden Worten die tollen Leistungen der Athleten hervor. Über sein eigenes, ehrenamtliches und immens intensives Engagement sprach er fast nie. Seit 1971, also fast 40 Jahre lang, wirkte Walter Link im Kreissportbund. Er begann als Kreisfachwart Leichtathletik (1971 bis 1976) und saß bereits damals im Hauptausschuss. Von 1972 bis 1982 war er stellvertretender KSB-Vorsitzender – und seit 1982 an der Spitze des Gremiums.

Parallel dazu blieb der CDU-Politiker und langjährige Bundestagsabgeordnete aber auch selbst aktiv. Der Leistungssportler Link, der in seinen Spezialdisziplinen Hammerwurf, Kugelstoßen und Diskuswurf unter anderem an mehreren Deutschen Meisterschaftern teilnahm, feierte seinen größten Erfolg in Helsinki. Als 50-Jähriger holte er bei der Senioren-EM die Bronzemedaille im Hammerwurf.

Sein umfangreiches Wissen gab der examinierte Sportlehrer aber auch immer gerne weiter. „Er hat über 100 Übungsleiter im Breitensport mit ausgebildet“, lobt Eilers und ergänzt: „Er war immer voll engagiert für den Sport, hat alles dafür getan, in jeder Beziehung.“ Link „war ganz oft der Türöffner“, habe seine „guten Kontakte in die Politik immer wieder genutzt“, um die Situation des Sports im Kreis Diepholz zu verbessern. So war er maßgeblich am Projekt „Sport und Umwelt“ beteiligt und setzte sich mit aller Vehemenz für den Sportstättenbau ein. „Walter hat sich immer sehr viel Mühe gegeben. Viele Vereine haben von seinem Einsatz und seiner Großzügigkeit profitiert“, weiß Erich Hollwedel, der seit Anfang der 70er Jahre mit Link eng zusammenarbeitete: „Walter war ein viel beschäftiger Mann. Ich habe ihm als sein direkter Stellvertreter einiges abgenommen. Eine zeitlang hat er jede Woche ein Mal angerufen und sich vor allem nach privaten Dingen erkundigt. Der Kontakt und die Zusammenarbeit waren ganz ausgezeichnet, er ist über die Jahre ein Freund geworden“, betont Hollwedel, der mittlerweile nicht mehr als stellvertretender KSB-Vorsitzender im Amt ist.

Nur manchmal musste er seinem „Chef“ ein bisschen ins Gewissen reden. „Wenn Walter ein Machtwort sprechen musste, was selten der Fall war, hat er es getan. Ich musste ihn hin und wieder aber dazu drängen, weil er keinem wehtun wollte“, sagt Hollwedel: „Walter wollte eben immer allen Sportarten gerecht werden. Wohl auch deshalb gab es im Hauptausschuss keinen, der ihn nicht mochte.“

Wer die Nachfolge von Walter Link als KSB-Vorsitzender antritt, ist derzeit noch völlig offen. Am 9. April gibt’s einen ordentlichen Kreissporttag, auf dem diese Frage beantwortet wird. Bis dahin teilen sich die stellvertretenden Vorsitzenden Inge Schmidt-Grabia und Peter Schnabel – wie in den letzten Wochen – die Aufgaben.

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