„Ich habe die Mannschaft nicht erreicht“ / Sulinger 0:4 gegen Pattensen

Walter Brinkmann: Ein Anflug von Ratlosigkeit

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Sulingens Offensivmann Sebastian Elvers (re.) traf zu Beginn der zweiten Halbzeit das Außennetz, blieb aber ansonsten, wie der Rest des Teams auch, weit unter seinen Möglichkeiten. ·

Sulingen - Von Gerd TöbelmannDass Walter Brinkmann undeutlich oder nicht verständlich redet, ist nicht anzunehmen. Dass die Spieler des Fußball-Landesligisten TuS Sulingen ihren Trainer dennoch offenbar nicht verstanden haben, machte den Coach nach der 0:4 (0:2)-Heimklatsche gegen den TSV Pattensen schon nachdenklich: „Offenbar habe ich die Mannschaft für dieses Spiel nicht erreicht.“

Gesprochen wurde nicht nur vor, sondern auch Minuten nach dem Spiel noch auf dem Platz am Mittelkreis. „Das muss jetzt mal sein“, leitete Brinkmann ein und gab seinen Leuten erneut in verständlichen Worten die erste Analyse.

Die hätte auch jeder der rund 100 Zuschauer an den Mann bringen können, denn die Sulinger Schwächen waren offenkundig. Von Aufstiegseuphorie war beim Bezirksliga-Meister nichts zu sehen. Spielsituationen wurden nüchtern abgearbeitet, von dem unbedingten Willen, den zweiten „Dreier“ zu landen, war nichts zu spüren. „Wir sind in dieser Klasse noch nicht angekommen“, gab Brinkmann später zu Protokoll. Soll heißen: In der Bezirksliga hätte eine solche Leistung wohl zum Sieg gereicht – in der Landesliga eben nicht.

Pattensen spielte wahrlich auch nicht wie ein zukünftiger Oberligist, dafür aber mit Leidenschaft und dazu vor allem unglaublich diszipliniert. Und die Gäste zogen dem TuS früh den Zahn. Bereits in der fünften Minute brachte der vom Bezirksligisten SV Arnum nach Pattensen gewechselte Mittelstürmer Felix Rademacher die Gäste mit 1:0 in Führung. Dabei sahen Sulingens Keeper Tim Bösche und Philipp Meier nicht besonders gut aus. Pattensens Neuer war von Sulingen kaum zu stoppen, hätte in der ersten Halbzeit gar viermal zulangen können. Doch wenigstens reichte es noch zu Treffer Nummer zwei in der 35. Minute, als er nach von Sascha Jäger verpasster Flanke netzen konnte.

Bezeichnend für den blutleeren Sulinger Auftritt: Erst in der 38. Minute gab es durch Mehmet Koc so etwas wie eine Chance für den Aufsteiger. „Wir waren heute in allen Teilen schlecht. Eine kleine Entschuldigung ist aber, dass ich auch Leute spielen lassen musste, die nicht richtig fit sind“, meinte Brinkmann.

Nach dem Wechsel wurde es kurzfristig besser. Der Außennetz-Treffer von Sebastian Elvers (46.) und eine Doppelchance von Thorolf Meyer (54./57.) hätten durchaus der Startschuss zur Aufholjagd sein können, doch die verpuffte ebenso schnell wieder. Sulingen verfiel in alte Lethargie und konnte sich daraus am Samstag nicht mehr befreien.

In der 77. Minute machten die Gäste mit dem 3:0 nach einem Konter durch Joel Mertz dann den Deckel drauf. Danach erwarteten alle offenbar nur noch den Abpfiff. Bezeichnend: Das 4:0 (90.+1) der Gäste durch Tobias Krösche hatte Stadionsprecher Volker Wall schon gar nicht mehr auf dem Zettel und gab mit enttäuschter Stimme prompt den falschen Torschützen durch. Das war aber auch nicht mehr tragisch. Viel wichtiger dürfte sein, was Brinkmann als Schluss-Statement aussprach: „So reicht es in der Landesliga nicht.“ Aber es ist in der Saison noch Zeit genug, damit die Mannschaft die deutlichen Worte des Trainers versteht.

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