1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Kreis Diepholz

Wagenfelds Trainer Dikhtyar tüftelt und erhält Zuspruch

Erstellt:

Von: Felix Schlickmann

Kommentare

Immer darauf bedacht, „Lösungen zu finden“: Wagenfeld-Coach Sergiy Dikhtyar.
Immer darauf bedacht, „Lösungen zu finden“: Wagenfeld-Coach Sergiy Dikhtyar. © Krüger

Der vor der Saison hochgehandelte Fußball-Bezirksligist TuS Wagenfeld befindet sich im freien Fall. Doch auch nach sechs Niederlagen in Serie ist bei Trainer Sergiy Dikhtyar keine Resignation spürbar. Spartenleiter Mark Wiedemann unterstützt den ehemaligen Bundesliga-Stürmer, dem die Krise nahegeht.

Wagenfeld – Sergiy Dikhtyar will einfach nur noch raus aus der Krise. „Ich würde am liebsten selbst mitspielen“, sagt der Ex-Bundesligastürmer, „aber ich bin zu alt.“ Der 47-Jährige verzweifelt als Trainer an der Seitenlinie des TuS Wagenfeld, nach sieben Spieltagen ziert der mit so hohen Erwartungen in die Saison gestartete Bezirksligist das Tabellenende. „Es ist irgendwo ein Teufelskreis“, seuzft Dikhtyar – aus dem die Fußballer gerade einfach nicht ausbrechen können.

Das Südkreis-Team lechzt nach Siegen. „Wir brauchen positive Ergebnisse, um da rauszukommen“, weiß der Trainer: „Aber mit jedem verlorenen Spiel wird man unsicherer, es verspringt immer ein Ball mehr.“ Sechs Partien in Folge sind es mittlerweile – darunter ein 0:6 beim TuS St. Hülfe-Heede, ein 1:8 beim FC Sulingen und ein 1:6 gegen den TuS Sudweyhe.

Top-Neuzugänge zünden noch nicht

Eine Abwärtsspirale, die niemand in Wagenfeld hatte kommen sehen. „Wir hätten nicht gedacht, dass das möglich ist“, gesteht Spartenleiter Mark Wiedemann und versucht sich an einer Erklärung: „Es sind allgemeine Probleme: Verletzungen, Trainingsbeteiligung. Man darf auch nicht vergessen: Wir haben im Sommer sechs oder sieben Stammspieler verloren. Es kamen dann zwar auch gute Jungs dazu, aber du musst halt erst mal eine Mannschaft bilden.“

Die Verstärkungen lesen sich fantastisch: Chris Brüggemann, zuletzt Landesliga-Toptojäger mit dem TuS Sulingen, und Ex-Zweitliga-Profi Alexander Nandzik sind nur zwei der klangvollen Namen. Doch „auch Chris bekommt nicht so die Bälle, wenn Marcel Heyer nicht da ist“, erklärt der Spartenleiter. Der TuS-Topscorer der vergangenen Saison, die „Rakete über links“ (Wiedemann), fehlt mit einem Knorpelschaden – und ist das beste Beispiel für die schwierige Situation in Wagenfeld.

Ich will keinem der Jungs einen Vorwurf machen. Jeder gibt alles, von der Einstellung her ist alles okay.

Sergiy Dikhtyar

Wo also sind die Ansatzpunkte für den Turnaround? Nicht beim Coach, so viel steht fest. „Es wird nicht über den Trainer nachgedacht“, sagt Wiedemann mit Nachdruck: „Wenn man nur zehn Mann beim Training hat, hilft auch Trainer XY nicht. Wir machen ihm keine Vorwürfe.“ Er erlebe Dikhtyar nach wie vor mit vollem Herzen bei der Sache, betont der Spartenleiter: „Seine Motivation ist ungebrochen, das wurmt ihn ja auch. Er ist ein ehemaliger Bundesligastürmer mit Ehrgeiz.“

Dikhtyar: „Ich bin frustriert, bin fertig nach Niederlagen“

Der Trainer bestätigt diese Einschätzung. „Ich bin immer heiß, bin Sportler durch und durch“, stellt Dikhtyar unmissverständlich klar: „Es gibt für mich nichts anderes, woran ich denke. Ich bin frustriert, bin fertig nach Niederlagen, und ich versuche immer, Lösungen zu finden.“

Zum Beispiel in der Ausrichtung auf dem Platz, wo der Ex-Schalker während der und auch nach den Klatschen taktisch viel ausprobiert hat – und das immer noch tut. Mit der Leistung beim SV Bruchhausen-Vilsen (1:2) zuletzt war er schon zufriedener, „da haben wir viele positive Sachen gezeigt, spielerisch war das nicht schlecht“. Doch die Wagenfelder „bekommen zu einfache Gegentore“, findet Dikhtyar: „Einfach mal zu null zu spielen, wäre schon ein positives Erlebnis.“

Eines, das der Anfang sein könnte auf dem Weg raus aus der verflixten Krise.

Auch interessant

Kommentare