HSG Barnstorf/Diepholz unterliegt bei Aufsteiger Neerstedt 27:28 / Thiemann moniert Fehlerquote

Vorsprung „zu lässig“ verspielt

Kein Durchkommen für Sigitas Stropus (am Ball): In dieser Szene stoppen Carsten Brinkmann (r.) und Ninos Chabo, während Nils Mosel (l.) nur zuschauen kann.

Neerstedt - Von Cord KrügerWährend die jubelnden Spieler des TV Neerstedt ihren feiernden Fans vor rappelvoller Tribüne zu Füßen lagen, setzte Heiner Thiemann am anderen Ende der Neerstedter Schulsporthalle erst einmal seine Brille auf und studierte die Statistik. Viele rote Striche registrierte der Trainer des Handball-Regionalligisten HSG Barnstorf/Diepholz auf dem Papier. Viele individuelle Fehler also hatten die 27:28 (16:12)-Auswärtsniederlage seiner Truppe am Freitagabend verursacht – die sechste Schlappe in der Fremde hintereinander.

„Im Grunde haben wir unsere Konzeptionen durchgezogen und in den ersten 25 Minuten auch sehr engagiert in der Deckung gearbeitet“, analysierte der HSG-Coach. Bis dahin ließ seine Mannschaft den Aufsteiger laufen und schlug mit Gegenstoß-Toren eiskalt zurück. „Aber in den letzten fünf, sechs Minuten vor der Pause haben wir einige hundertprozentige Chancen viel zu lässig verworfen – und Neerstedt damit wieder stark gemacht.“

Stimmt. So schmolz der zwischenzeitliche Sechs-Tore-Vorsprung (14:8/23. und 16:10/27.), den vor allem der bis dato bärenstarke Marek Saloka mit sieben seiner insgesamt acht Treffer herausgeschossen hatte, auf 21:20 (41.) dahin. Denn jetzt häuften sich die Abspielfehler der Gäste, während die Hausherren ihr hohes Tempo hielten und nun häufiger durch die Lücken stießen. Diese Freiräume ergaben sich unter anderem durch die beiden Zeitstrafen gegen Tomas Lenkevicius (37./40.) – aber nicht nur. „Unsere Fehlpass-Quote war viel zu hoch, und in der Abwehr standen wir lange nicht mehr so konzentriert wie in der ersten Halbzeit“, ärgerte sich Linksaußen Finn Richter. Besonders Tim Schulenberg profitierte davon – Neerstedts Mittelmann traf zehnmal ins Schwarze. Nach einem seiner vier verwandeltem Siebenmeter gab die HSG erstmals ihre von Beginn an verteidigte Führung ab (42.). Der TVN übernahm nun das Ruder, ging durch Marcel Kaspers 23:22 (43.) erstmals in Front. Nur einmal danach noch lag die HSG dank eines Strafwurfs von Malte Helmerking vorn (57.) – doch der neben Nils Mosel beste Barnstorfer des zweiten Durchgangs avancierte in der Schlussphase zur tragischen Figur: Mit seinem vierten Siebenmeter scheiterte Helmerking am super haltenden Schlussmann Maik Haverkamp, der sich spätestens jetzt als Held des Abends fühlen durfte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Keeper des Aufsteigers mit 16 Paraden die Gäste zur Verzweiflung gebracht – allen voran Denis Maksimovich, der bis auf ein Törchen leer ausging.

Zu den Lichtblicken im HSG-Dress zählte noch Nils Mosel, der oft die Bälle forderte, sich regelmäßig durchsetzte und durchaus mehr Tore hätte werfen können als sein halbes Dutzend. Aber: Zwischen den TVN-Pfosten stand Maik Haverkamp, der sich von seinen Teamkollegen nach Thiemanns letzter Auszeit 16 Sekunden vor Schluss und Maksimovichs verworfenem Freiwurf lange feiern ließ.

„Über so eine Niederlage müssen wir alle zusammen reden“, flüsterte ein geknickter Sigitas Stropus. „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und dem Gegner zu viele davon gegeben – die haben sie reingemacht.“

TVN-Trainer Dag Rieken strahlte: „Das war ein geiles Spiel. Der Sieg war aufgrund der zweiten Halbzeit verdient.“ Da sah er eine „erstklassige Abwehrleistung“, aus der er niemanden hervor hob: „Ein Riesenkompliment an die gesamte Mannschaft.“

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