HSG Barnstorf/Diepholz darf sich in Oslebshausen keinen Punktverlust erlauben

Vorsicht, Ausrutschgefahr!

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Finn Richter ist für Mario Mohrland der VW Käfer bei der HSG Barnstorf/Diepholz: „Er läuft und läuft.“ Gut möglich, dass er in Oslebshausen nun etwas Schonung bekommt. ·

Barnstorf - Von Daniel WiechertWenn die Oberliga-Saison ein Boxkampf wäre, dann befände sich die HSG Barnstorf/Diepholz gerade in der elften von zwölf Runden: Das Team von Mario Mohrland führt knapp nach Punkten, doch ein Knockout ist jederzeit möglich – auch gegen Underdogs. Deshalb zeigen sich die HSG-Handballer als Tabellenführer gewarnt, wenn sie morgen Abend (18.00 Uhr) beim Drittletzten SVGO Bremen antreten.

Jede der letzten fünf Saison-Partien habe Endspielcharakter, hatte HSG-Kapitän Nils Mosel bereits nach dem 36:25 gegen Habenhausen gesagt: „Wenn wir verlieren, sind wir raus.“ Die Meute in Form der Teams TV Bissendorf-Holte (32 Punkte), TSV Bremervörde (31) und SG Achim/Baden (29) scharrt mit den Hufen und wartet nur auf einen Ausrutscher der HSG (33). Mohrland bestätigt, durchaus Druck zu verspüren: „Wir müssen damit leben. Einerseits kann so etwas natürlich zu Lähmungserscheinungen führen. Andererseits hoffe ich, dass es uns vielmehr beflügelt.“

Mit gemischten Gefühlen betrachtet Mohrland auch die kommende Aufgabe gegen die SVGO. „Hinsichtlich des Topspiels gegen Bremervörde am nächsten Spieltag wäre es vielleicht hilfreicher gewesen, einen größeren Gradmesser zu haben. Andererseits kann ich – vorausgesetzt das Spiel nimmt den gewünschten Verlauf – durchwechseln und allen Spielpraxis für das Schlüsselspiel geben“, erklärt der 37-Jährige vor der Begegnung gegen „einen von der Papierform nicht so starken Gegner“.

Vor allem die Situation auf Linksaußen scheint maßgeschneidert für den angekündigten Plan. „Finn Richter ist einer unserer Vielspieler, er läuft und läuft, wie ein VW Käfer. Deshalb wäre eine Schonung mal berechtigt. Auch weil Raul-Lucian Ferent auf Linksaußen Spielpraxis braucht“, erklärt Mohrland, der dem Rumänen gegen Habenhausen ein „grundsolides Debüt“ bescheinigt hatte: „Er weiß, mit dem Ball umzugehen.“ In Tomas Lenkevicius wusste auch der zweite „Neue“ durch seine Kompromisslosigkeit in der Abwehr zu gefallen.

Mohrland hat zwei Optionen mehr, die im Titel-Endspurt noch extrem wichtig werden könnten, denn weiterhin haben einige Spieler mit kleineren Verletzungen zu kämpfen. „Derzeit sieht es so aus, dass alle spielen können, aber es bleibt ein Vabanque-Spiel“, sagt Mohrland. Bei Cedric Quader und Saulius Liutikas zickt jeweils noch ab und an die Schulter, bei Mateusz Chylinski zwickt es im Rücken, und Marius Kasmauskas hatte zuletzt Probleme mit dem Oberschenkel. „Marius kann nur sporadisch trainieren. Letztlich entscheidet sich alles bei allen erst beim Aufwärmen“, sagt der HSG-Coach.

Mohrland benötigt fitte Spieler, gerade gegen „eine recht körperliche Mannschaft“ wie die SVGO Bremen: „Sie können unangenehm zu spielen sein, weil es definitiv ein Team ist, das über den Kampf kommt“, erklärt er: „Es gibt Teams, die für Feingeist-Handball stehen, andere malochen Handball. Diese Mentalität kriegt man in Grambke wohl schon durch die Muttermilch verabreicht.“ Also ein kampfstarker Gegner, der für einen Lucky Punch gut ist?

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