Serie „LOST PLACES“

Lahauser Freibad vom Schwimm-Hotspot zum Biotop

Während der Schwimm-Wettkämpfe war  im Freibad jede Menge los. Auf den schmalen Startblöcken musste jeder aufpassen, dass er nicht zu früh ins Wasser plumpste. repro: w. meyer
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Während der Schwimm-Wettkämpfe war  im Freibad jede Menge los. Auf den schmalen Startblöcken musste jeder aufpassen, dass er nicht zu früh ins Wasser plumpste. repro: w. meyer

Hier war früher einmal richtig was los. Im ehemaligen Lahauser Nuturfreibad fanden Schwimmwettkämpfe und auch Wasserballspiele statt. Heute ist es ein Biotop.

  • Bad wurde schon 1948 eröffnet.
  • Wasserball, um die Schwimmer bei Laune zu halten.
  • Und im Winter Eishockey gespielt.

Lahausen - Von außen würde man nie und nimmer darauf kommen, dass hier vor einem halben Jahrhundert gerade im Sommer mal der Teufel los war. Viele Bäume und auch Gestrüpp verstellen den Blick auf das mittlerweile zum See mutierte ehemalige Freibad in Lahausen. Da wurde gebadet, leistungsmäßig geschwommen und auch Wasserball und Feldhandball waren zu sehen. 1975 endete diese Ära mit der Einweihung des Weyher Freibades am Neddernfeld. In Lahausen wurde das Areal vor einigen Jahren zum Biotop erklärt (siehe Text links).

Einer, der die großen Zeiten des Lahauser Bades mitgemacht und mitgeprägt hat, ist Wilfried Meyer. Der jetzt 78-Jährige war 22 Jahre lang im Vorstand des Schwimmvereins Lahausen (SVL), dem Vorgänger des Weyher Schwimmvereins (WSV). Meyer ist zudem seit 1977 ehrenamtlich als Gemeindearchivar tätig, „weil mir diese Arbeit sehr viel Freude bereitet“.

Das Lahauser Naturfreibad war seit 1948 äußerst beliebt. Es bildete sich auch bald ein Verein, der in den Jahrzehnten danach immer wieder sehr gute Schwimmer/innen hervorbrachte. Dass irgendwann einmal Wasserball und Handball unter dem Dach des SVL hinzukamen, begründet Wilfried Meyer so: „Das haben wir gemacht, um den guten Schwimmern eine weitere Betätigung bieten zu können, damit sie zur Stange halten und den Verein nicht wechseln. Aber das Schwimmen war leistungsmäßig die absolut klare Nummer eins bei uns.“

Die Sport-Utensilien, die Wilfried Meyer (li.) und Jürgen Blankenhagen in Händen halten, deuten es an: Im Lahauser Freibad wurde geschwommen und Wasserball gespielt. Und im Winter traf man sich zum Eishockeyspielen.

Die Hobby-Wasserballer waren so gut, dass sie bei Testspielen regelmäßig der jeweiligen Kreisauswahl die Grenzen aufzeigten. „Unsere Jungs hatten da ihren Spaß und haben immer hoch gewonnen“, sagt Meyer mit einem Schmunzeln. Erwähnenswert dabei: Die Spiele wurden oft von Lotti Gerdts geleitet, die von der Gemeinde eigentlich im Freibad als Schwimmmeisterin angestellt war. Gerdts war die erste Frau in Deutschland mit einer Lizenz als Wasserball-Schiedsrichterin.

Einer, der als Schwimmer und auch Handballer dabei war, ist Jürgen Blankenhagen, der von zuem 1960 bis 1965 aktiv Wasserball gespielt hat. Der heute 76-Jährige, der in Lahausen wohnt, kann sich an die alten Zeiten noch sehr genau erinnern: „Damit wir Wasserball spielen konnten, mussten wir immer die mittlere Leine im Bad lösen, damit wir ein freies Spielfeld hatten. Auch die beiden Tore mussten bei jedem Training und Spiel extra zu Wasser gelassen und befestigt werden. Das alles hat etwa eine halbe Stunde gedauert.“

Weißfische und Vögel haben jetzt das Sagen

Mit der Eröffnung des Weyher Freibades am Neddernfeld im Jahre 1975 wurden die Aktivitäten im Lahauser Naturbad nach und nach eingestellt. Die Anlage wurde zurückgebaut und der Natur überlassen. Die Gemeinde Weyhe erklärte das Gebiet zu einem Biotop.

Lediglich alle vier bis fünf Jahre greift die Gemeinde ein. Ulf Panten, der Weyher Umweltbeauftragte, schildert das so: „Den Uferbereich müssen wir im Auge behalten. Da wird der Aufwuchs dann alle paar Jahre zurückgeschnitten. Ich bezeichne das so, dass wir da mit sanfter Hand pflegen.“ Die Gemeinde möchte auf keinen Fall, dass das Gelände zu einem Hotspot für Hundehalter wird. „Es ist eben ein Biotop. Und da hat die Natur das Sagen“, ergänzt Panten.

Wasservögel und Weißfische wie Rotfedern, Karauschen und Barsche sind im See anzutreffen, „aber sicherlich keine Edelfische“, so Panten. Dennoch ist es im kleinen Rahmen erlaubt, dort die Angel auszuwerfen. Allerdings nur (wie auf dem Bild zu sehen) mit einer gültigen Fischereierlaubnis der Gemeinde. Aber auch da ist weniger mehr. „Wir haben fünf Angelscheine ausgegeben. Mehr würde der See auch gar nicht vertragen. Wir wollen eben so wenig wie möglich in die Natur eingreifen“, meint der Weyher Umweltbeauftragte.

Einige Zeit später kam im Bad eine weitere Attraktion hinzu: Ein Drei-Meter-Brett. „Mann, was hatten wir da als junge Kerle für einen Spaß, den Mädels mit unseren Sprüngen zu imponieren. Es fanden aber auch echte Wettbewerbe im Wasserspringen statt“, erinnert sich Blankenhagen, den es später mehr und mehr zum Tennis zog.

Aber auch im Winter fand das Freibad Beachtung. „Vor Jahrzehnten waren die Winter doch viel strenger als jetzt. Sobald die Wasserfläche gefroren war, haben wir da nach der Schule und am Wochenende Eishockey gespielt. Am Anfang nur mit Klamotten als Torbegrenzung – später dann mit einem richtigen kleinen Tor aus Holz“, erinnert sich Blankenhagen.

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