Stasa Dodos beim Barrier TC

Von „Papst“ Pilic und der „Maschine“ Masur

Stasa Dodos steht auf der Anlage des Barrier TC.
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Sein neues Reich: Stasa Dodos auf der Anlage des Barrier TC.

Stasa Dodos ist viel rumgekommen und hat sich nun mit seiner Tennisschule beim Barrier TC niedergelassen. „Tennis ist mein Leben“, sagt der 46-Jährige, der einst Novak Djokovic, die aktuelle Nummer eins der Welt, beim Training hautnah erlebte.

Barrien/Göttingen – „Tennis ist mein Leben.“ Kein Satz bleibt im Gespräch mit Stasa Dodos so sehr hängen wie dieser. Denn bei allem, was der Spieler und Trainer erzählt, macht er klar: Das ist nicht nur so dahin gesagt. Ab Anfang Mai bringt er sich mit seiner Tennisschule beim Barrier TC ein.

Angefangen hat alles in Dodos’ Familie im ehemaligen Jugoslawien, „Jeder bei uns ist tennisaffin“, erzählt er – und sein Weg war damit vorgezeichnet. „Ich habe schnell eine Leidenschaft für den Sport entwickelt und dann auch Leistungstennis gespielt, war im Junioren-Nationalteam“, berichtet Dodos über seine Jugend. Mit 16 Jahren schlug er in Zagreb in der ersten Liga auf. Das Abitur bremste ihn auf seinem Weg zum Profi („Ich habe fünf, sechs Stunden am Tag trainiert“) ein bisschen aus. „Meine Mama wollte, dass ich das mache“, verrät Dodos lachend: „Dabei wollte ich immer nur Tennis spielen.“

Mit dem Abschluss im Gepäck zog es den Zwei-Meter-Hünen nach Karlsruhe, im Westen Baden-Württembergs schlug er in der Regionalliga und bei vielen Turnieren auf, bis er zurück in seine Heimat wollte – doch dort war gerade der Krieg ausgebrochen. „Also musste ich zusehen, wie ich in Deutschland klarkomme.“

Ich habe jeden Tag Tennis gezockt, bin jeden Tag mit Muskelkater ins Bett, so gingen 30 Jahre recht schnell vorbei. Und ich hoffe, das geht noch 30 Jahre so weiter.

Stasa Dodos

Tennis half. „Darüber findet man so schnell Anschluss, und ich wollte immer dabei bleiben.“ Also machte Dodos nach und nach die Trainerscheine, wurde hauptberuflich Übungsleiter – und lernte einige der großen Namen der Tenniswelt aus nächster Nähe kennen.

Nikola „Niki“ Pilic, ehemaliger jugoslawischer Profi und deutscher Davis-Cup-Teamchef, betrieb ein Tennisinternat im bayerischen Oberschleißheim. „Ich habe ein paar Spieler für ihn übernommen“, erinnert sich Dodos, und er sah unter anderem Novak Djokovic, den derzeitigen Weltranglistenersten, dort als Jugendlichen trainieren. „Es gibt viele Supertalente, aber oft fehlt Disziplin und Arbeit“, sagt Dodos. „Bei Novak war das nicht so, da hat das Geld gefehlt. Niki hat das Talent immer sofort gesehen, er hatte ein Auge und hat sich eingesetzt, für Djokovic Sponsoren gesammelt und das Training arrangiert“, erzählt er über den Mann, den er „Tennis-Papst“ nennt: „Wir haben privat immer noch Kontakt.“

Ähnlich ist es bei Dodos‘ wohl bekanntestem Ex-Spieler: Daniel Masur, zurzeit die Nummer 210 der Welt. „Als ich angefangen habe, ihn zu trainieren, war er 15 Jahre alt, also gerade in seiner Entwicklung“, berichtet Dodos über die Erfahrungen mit dem heutigen Profi: „Mit ihm hatte ich am längsten zu tun, das war schon eine coole Zeit. Er hat immer am meisten von allen gebrannt, er hatte immer Bock, war immer konzentriert, fokussiert.“ Er habe Masur immer „Maschine“ genannt, verrät der Trainer mit einem Lächeln: „Vor zwei Wochen haben wir mal wieder geschrieben.“

Steckbrief

Name: Stasa Dodos
Alter: 46 Jahre
Geburtsort: Prijedor (früher Jugoslawien, heute Bosnien und Herzegowina)
Wohnort: Stuhr
Beruf: DTB A-Tennistrainer
Größter sportlicher Erfolg: Aufnahme in das Junioren-Nationalteam von Jugoslawien
Verein: ab 1. Mai Barrier TC (vorher TSC Göttingen)
Privates: Verheiratet mit Ellen, drei Kinder

Seit 15 Jahren hat Dodos nun gemeinsam mit seiner Frau Ellen, die er in Cloppenburg kennenlernte, seine eigene Tennisschule. Diese verschmolz er vor ein paar Jahren mit der seines Kumpels Mirsad Hecimovic zur „HD Tennisschule“ – dann heuerte er beim TSC Göttingen an. Aus verschiedenen Gründen wollte er die Zusammenarbeit jedoch kürzlich beenden und suchte nach neuen Möglichkeiten. Barriens Erik Trümpler kam auf Dodos zu, und so bringt der 46-Jährige seine Schule zum BTC, während Hecimovic Cheftrainer bei der „Zweitstelle“ wird, dem TC Kempten in Bayern.

„Ich kannte den Verein und habe gute Erinnerungen“, sagt Dodos über die Saison 2007, als er für die Herren 30 der Barrier aufschlug. Für den Regionalligisten sind weitere Einsätze geplant, die Sommersaison kommt für ihn nach einer Operation an der rechten Schulter jedoch wahrscheinlich zu früh. Dennoch freut Dodos sich auf das neue Kapitel: „Ich kenne die Jungs vom Sehen und Hören und habe Bock auf die Aufgabe.“ Sein Plan: Er will „den Verein vielseitiger“ machen, „ein bisschen professioneller“ und sich um alles kümmern, was „mit dem Trainingsbetrieb“ zu tun hat: „Kurse für Anfänger und Fördertraining zum Beispiel.“

Der Familien-Umzug von Göttingen nach Stuhr ist in vollem Gange, und ab Anfang Mai wird sich Dodos dann voll seinem „neuen“ Job widmen. Getreu dem Motto: „Tennis ist mein Leben.“

Held freut sich auf den „Repräsentanten“

Er soll der Ansprechpartner sein, das neue Gesicht des Vereins: Stasa Dodos ist die wichtigste Person bei der weiteren „Professionalisierung“ des Barrier TC – so beschreibt es Wolfgang Held. Der Vorsitzende des Vereins erwartet, dass Dodos mit seiner Tennisschule „uns im Trainingsniveau auf eine neue Ebene“ bringt: „Wir erhoffen uns auch einen neuen Impuls bei der Mitgliedergewinnung und -bindung.“ Was aber nicht heißen soll, „dass wir jetzt nur auf Leistung gehen“, betont Held: „Wer auf Leistung gehen möchte, kann das tun – das ist mit der Tennisschule durchaus möglich. Aber Stasa macht alles durch die Bank. Er hat zum Beispiel auch viel Spaß daran, Kindern das Tennisspielen näher zu bringen.“ Bereits im Winter, damals hatte sich eine Veränderung im Trainerteam angekündigt, haben die Barrier sich überlegt, „was können wir machen?“, verrät der Vorsitzende: „Vor Jahren haben wir das Thema Tennisschule mal gehabt, da passte die Situation mit Stasa ganz gut, weil er ja früher bei uns gespielt hat. Dann haben wir uns ausgetauscht und getroffen, als es möglich war.“ Nun freut Held sich auf die Zusammenarbeit: „Ich finde es toll, dass wir jemanden haben, der den Verein repräsentiert.“ fs

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