TV Stuhr marschiert in der Fußball-Bezirksliga

Vollstrecker, Vorbereiter, Vorbild

Timo Wetjen war mit seinem Doppelpack der Stuhrer Matchwinner gegen Heiligenfelde. Langsam darf das Team des Trainer-Duos Christian Meyer/Stephan Stindt nach ganz oben gucken. - Foto: wie

Stuhr - Von Daniel Wiechert. Timo Wetjen stand wie ein Kolibri auf der Stelle, spannte seine Nackenmuskulatur an, ließ seinen Kopf nach vorne schnellen – und traf den Ball perfekt mit der Stirn. Das Geschoss sauste entgegen der Torwartlaufrichtung. Der Stürmer des TV Stuhr hatte alles richtig gemacht; doch der Querbalken hing im Weg. Trotzdem: Die Technik war exquisit. Wer derartige Lufthoheit besitzt, sollte auch das Rüstzeug zum Innenverteidiger mitbringen. „Er hat das auch schonmal gespielt. Und er schwärmt da heute noch von. Wir im Trainerteam allerdings weniger“, sagt TVS-Coach Stephan Stindt mit einem Lachen.

„Wir haben das Spiel damals aber nicht verloren!“, betont Wetjen angesprochen auf Stindts Kalauer. Doch der 25-Jährige weiß, dass sein natürliches Territorium die Offensive ist: „Ich habe mein ganzes Fußballer-Leben vorne verbracht.“ Jedoch in wechselnden Rollen. Derzeit kommt er über die Flügel, tauscht häufig die Seiten mit seinem Gegenüber Torben Drawert. Gemeinsam füttern sie regelmäßig Stuhrs Toptorjäger Riccardo Azzarello. Beim 4:2 am Samstag gegen den SV Heiligenfelde war jedoch Wetjen der Vollstrecker. Das eine Mal musste der Industriemechaniker nach einem Monster-Sprint Drawerts und anschließendem Rückpass nur noch einschieben, das andere Mal bewies er nach einer Ecke das richtige Näschen im Strafraum-Gewühl. „Ich freue mich für Timo“, sagt Stindt über den Doppelpack seines Angreifers: „Zuletzt war er ja meistens Vorbereiter gewesen.“

Diese Qualität bewies er auch gegen Heiligenfelde. Beispielsweise, als er in der 66. Minute einen halbhohen Pass technisch-elegant direkt in die Laufrichtung des durchstartenden Azzarello weiterleitete. Der Stoßstürmer ließ die Chance liegen. Trotzdem: Die offensive Dreierkette Wetjen/Drawert/Azzarello funktioniert. „Es macht im Moment ziemlich viel Spaß“, betont der Matchwinner: „Das System ist einfach erfolgreich. Und wenn einer mal aus unserer Dreier-Achse fehlt, kommen eben beispielwese Rene Rogalla oder Daniel Horeis rein. Dass wir überall doppelt und gut besetzt sind, ist derzeit unsere Stärke.“

Es ist einer von vielen Gründen, warum die Stuhrer (42 Punkte) auf Rang zwei liegen, warum sie erst eines von 19 Saisonspielen verloren haben – und warum sie mit einem Sieg am Sonntag beim Spitzenreiter Eilvese (20 Partien/47 Zähler) von einem Aufstieg träumen dürfen. Und so langsam trauen sie sich aus der Deckung heraus. „Wir werden uns voll reinhauen, wir sind alle heiß, wir wollen unbedingt dranbleiben – jetzt ist alles drin“, sagt Wetjen. Der Unterschied zur vergangenen Saison, die die Stuhrer als Vierter abschlossen, sei, „dass wir jetzt auch die dreckigen Spiele gewinnen“. Und gerade in Partien, in denen nicht alles zusammenläuft, geht Wetjen voran. „Er ackert immer hervorragend, damit schafft er viel Platz für seine Nebenleute“, hebt Stindt hervor. Und neben Taten gehe der Werder-Fan auch mit Worten voran. „Er erkennt genau, wann er pushen muss. Dann hat er immer den richtigen Spruch.“

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