„Vize klingt doch nicht schlecht“

Edda Wassermeyer-Delekat holt EM-Silber in Budapest

Der größte Erfolg ihrer Karriere: Vilsens Edda Wassermeyer-Delekat wurde EM-Zweite im Einzel der AK Ü 75.

Budapest – Im zarten Alter von 75 Lenzen ist Vilsens Tischtennis-Ikone Edda Wassermeyer-Delekat der bislang größte Coup ihrer langen, erfolgreichen Karriere geglückt: Bei der Senioren-Europameisterschaft in Budapest (Ungarn) präsentierte sich der Evergreen in absoluter Topform und erkämpfte in der Ü 75-Konkurrenz Silber.

Kein Wunder also, dass Wassermeyer-Delekat nach ihrem Husarenstück vollauf begeistert war: „Seit 1990 fahre ich regelmäßig zur EM. Aber über das Viertelfinale bin ich noch nie hinausgekommen.“ Diesmal hingegen schon. Wenngleich ihr in der Gruppenphase auch etwas das Glück der Tüchtigen zu Hilfe kam. Nach Erfolgen gegen eine Britin sowie eine Italienerin stand eine klare Niederlage gegen die Estin Mare Kabrits zu Buche, sodass der Sprung ins Hauptfeld am seidenen Faden hing.

„Aber plötzlich war Kabrits vor dem letzten Gruppenspiel verschwunden und ist nicht mehr angetreten. Sie dachte wohl, sie wäre schon fürs Achtelfinale qualifiziert. Aber dadurch rutschte Kabrits auf Platz drei, und ich hatte als Gruppensiegerin eine günstigere Auslosung“, erinnert sich Wassermeyer-Delekat.

Eine Chance, die Vilsens langjährige Nummer eins umgehend am Schopf packte. Zwei Siege später stand sie erstmals bei einer Europameisterschaft im Halbfinale und hatte so bereits Edelmetall sicher.

Aber selbst jetzt war ihr Erfolgshunger noch nicht gestillt. Mit 3:1 triumphierte Wassermeyer-Delekat in der Runde der letzten Vier über Landsfrau Ruth Schneider (Westdeutscher Tischtennisverband) und stand so völlig überraschend im Endspiel. „Ruth habe ich dieses Jahr schon bei der Deutschen Meisterschaft geknackt. Sie hatte wieder kein Konzept gegen mich und war nach dem Match stinksauer“, griente die 75-Jährige.

Wassermeyer-Delekat hingegen konnte selbst die anschließende Dreisatzniederlage gegen die Berlinerin Jutta Baron nicht die Laune verhageln: „Jutta war einfach zu sicher. Sie ist eine super Verteidigerin. Aber Vize-Europameisterin klingt doch gar nicht so schlecht.“ Im Gegenteil: Es klingt ausgesprochen gut – und genauso gut gefiel Wassermeyer-Delekat ihr Abstecher in die ungarische Hauptstadt auch insgesamt: „Es war für mich wie Urlaub. Ein ganz tolles Erlebnis. Ich habe mir viel von Budapest angesehen und viele alte Bekannte getroffen. Wenn in zwei Jahren die Euro in Wales stattfindet, dann bin ich auf alle Fälle wieder dabei. In Wales war ich noch nie.“

Und wer weiß, vielleicht reicht es für die clevere Strategin dann ja sogar zur Goldmedaille.  drö

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