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Manja Pleuß rast zum WM-Titel

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Manja Pleuß

Manja Pleuß  - Querstreifen in den Farben Blau, Rot, Schwarz, Gelb, Grün – sie sind das Objekt der Begierde von Abertausenden Radsportlern. Pleuß hat dieses so genannte Regenbogen-Trikot ergattert. Täglich sieht sie es. Es hängt in ihrem Zuhause in Bruchhausen-Vilsen an der Wand.

Ein buntes Souvenir an das Radrennen ihres Lebens – dem Bravour-Ritt zum WM-Titel im Cyclocross. „Es ist schon noch immer ungewohnt“, sagt die 41-Jährige, „aber es erinnert mich immer wieder daran, dass ich etwas nicht Alltägliches geschafft habe.“

Rückblick: Der Schnee im schweizerischen Gossau war so eben verschwunden, aber das machte es nicht besser. Der Untergrund schlammig, die Mountainbikereifen blieben häufig hängen. „Dadurch, dass der Boden so durchnässt war, war es verdammt kraftraubend“, erinnerte sich Pleuß. Doch die 1,60 Meter große Athletin vom RSV Bruchhausen-Vilsen bewies, „dass mir solche Bedingungen vielleicht nicht ganz so viel ausmachen wie anderen“. Pleuß trat in die Pedalen und wurde in den Augen ihrer Verfolgerinnen (Altersklasse 40 bis 49) ein immer kleinerer Punkt am Horizont des WM – Cyclocross-Geländes.

Im Ziel war sie außer Sichtweite, gewann mit mehr als 1:30 Minuten Vorsprung – eine Welt im Querfeldeinrennen. Pleuß war im Cyclocross-Olymp angekommen.

Eine Sportart, über die die 41-Jährige mit kindlicher Begeisterung spricht. „Cyclo vereint einfach die besten Dinge des Radsports“, sagt sie: „Einerseits musst du körperlich stark sein, andererseits musst du die Rennen taktisch klug angehen.“ Um eine erfolgreiche Mountainbikerin zu werden, gehöre auch ein gewissen Maß an Hemdsärmeligkeit, weiß Pleuß: „Man muss schon ein bisschen etwas können“, sagt die 41-Jährige. So sollte es kein Problem sein, mal eben im Handumdrehen „einen Reifen flicken zu können“.

Dieses Geschick und das Gespür für Rennsituation bewies Pleuß häufiger im zur Neige gehenden Jahr. So auch beim 24-Stunden-Rennen um den Alfsee bei Osnabrück: Gemeinsam mit ihren RSV-Mannschaftskollegen Jan Erik Renning, „Ecki“ Pleuß und Ralf Zeiseweis wurde Manja Pleuß Deutsche Meisterin im Mixed-Team. Ein gemeinschaftlicher unerwarteter Coup, für den sich die etlichen einsamen Trainingsstunden auf dem Bike ausgezahlt hatten. „Das war schon etwas Besonderes. Vor allem, weil man nicht nur für sich gefahren ist“, erinnerte sich Pleuß.

An sich sind Radfahrer aber eher Sport-Eremiten. Bis zu fünf Mal in der Woche trainiert Pleuß, um für Extremaufgaben wie die „Trans Schwarzwald“ gerüstet zu sein. Bei diesem Etappenrennen krönte die 41-Jährige im August ihre überaus erfolgreiche Radsaison 2014. Nach fünf Tagen über Stock und Stein durfte sich Pleuß einen starken dritten Gesamtrang (Damen Masters 2) in ihre Radsport-Vita eintragen lassen.

„Lieber (möglichst lange) bergauf als bergab“, hatte die 41-Jährige mal ihren Fahrstil beschrieben. Ein Motto, das auch zur Saison 2014 passt. Und das soll möglichst lange so bleiben. „Ich musste zuletzt aufgrund eines Muskelfaserrisses fünf Wochen etwas zurückhaltender trainieren“, sagte sie, doch das Fernziel bleibt Gossau 2015: An gleicher Stelle soll der WM-Coup wiederholt werden.

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