Ehepaar Pleuß schockt die Konkurrenz

Vilser Rad-Duo triumphiert nach kühnem Ritt beim 24-Stunden-Rennen

Br.-Vilsen - Von Rafael Kaluza. Das „Northwave 24h-Team“ aus der Voreifel ist ein Radverein, der sich auf 24-Stunden-Rennen spezialisiert hat und an diversen Wettkämpfen teilnimmt, um möglichst zu gewinnen. Siegesgewiss ging es für das Team auch zur Deutschen Meisterschaft am Alfsee, doch dort machten ihnen Manja und Eckhard Pleuß im Zweier-Team Mixed einen Strich durch die Rechnung.

Die beiden Athleten des RSV Bruchhausen-Vilsen zeigten bei ihrem ersten 24-Stunden-Mountainbike-Rennen als Duett überhaupt eine großartige Leistung und brachten das favorisierte Northwave-Team derart zur Verzweiflung, dass es vorzeitig aufgab. 

„Das ist schon eine coole Sache, wenn man jemandem so die Suppe versalzen kann“, meint Eckhard Pleuß schmunzelnd. Der 49-Jährige und seine Frau Manja hatten in den vorherigen Jahren schon zweimal die Deutsche Meisterschaft im Vierer-Mixed-Team gewonnen, nun gingen sie zum ersten Mal zu zweit an den Start. „Wir wollten einfach mal etwas Neues ausprobieren“, erklärt Manja Pleuß rückblickend. 

Einfach erstmal losgefahren

Dementsprechend war die Erwartungshaltung zunächst niedrig. „Wir hatten vorher gar keine Vorstellung, wo wir stehen. Wir sind einfach erstmal losgefahren“, erinnert sich die 44-Jährige, die als Vize-Weltmeisterin im Cyclocross auch für die Einzel-Sportlerwahl 2017 nominiert ist. 

Vielleicht lag es an der fehlenden Erfahrung, dass der Start eher untypisch verlief. „Normalerweise geht man so ein Rennen gemäßigt an, aber wir sind gleich volle Pulle losgefahren“, berichtet Eckhard Pleuß, der die erste Runde fuhr: „Das war nicht geplant. Da sind die Pferde ein bisschen mit mir durchgegangen. Ich wollte die von Northwave nicht vorne wegfahren lassen.“ 

Manja Pleuß drückte in ihrer ersten Runde nicht minder aufs Gas, und so lagen die Bruchhausen-Vilsener nach zwei Runden schon wenige Sekunden vorne. „Mit dem Start haben wir die Konkurrenz geschockt“, erzählt Eckhard Pleuß. „Danach haben wir uns gesagt, dass wir das jetzt durchziehen“, ergänzt Manja. 

Vorsprung ausgebaut

Und das taten sie dann auch: Wer darauf setzte, dass das Duo irgendwann einbrechen würde, wurde eines Besseren belehrt. Mit der Taktik kurzer Wechsel fuhren Manja und Eckhard Pleuß im Zweikampf mit dem Northwave-Team einen größeren Vorsprung heraus. Aus Sekunden wurden Minuten – und schließlich gaben die Athleten aus der Voreifel in der Nacht verzweifelt auf. 

In der Folge ließen es die Vilser etwas ruhiger angehen, denn kein anderes Team war noch ernstzunehmende Konkurrenz. Und so standen nach 24 Stunden sechs Runden Vorsprung für das Ehepaar Pleuß – ohne zwischenzeitlichen Schlaf wohlgemerkt. 

„In den Pausen sieht man zu, dass man sich frische Sachen anzieht und etwas isst. Da bleibt sonst gar nicht viel Zeit. Aber wenn man zehn Minuten auf dem Stuhl sitzt, können die Augen mal kurz zufallen“, erklärt Manja Pleuß. „Das ist dann aber höchstens ein kurzer Power-Nap“, ergänzt Eckhard. Entsprechend müde und erschöpft ging es mit der Deutschen Meisterschaft im Gepäck anschließend nach Hause. 

Die Titelverteidigung ist für das neue Jahr allerdings kein Thema – denn Manja und Eckhard Pleuß haben sich schon die nächste Herausforderung vorgenommen. Dieses Mal wollen sie jeweils alleine antreten. „Da muss man schon ein bisschen bescheuert sein“, gesteht Manja lachend: „Ich bin gespannt, wie das wird.“

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