Vilsens Stürmer ist der Kreisliga-Senkrechtstarter – dabei war er lange Keeper

Der Aufstieg des Niklas S.

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Komplett fokussiert beim Torabschluss – Niklas Schröder (rechts). Der 22-Jährige kommt bereits nach sechs Spieltagen auf zehn Tore für den SV Bruchhausen-Vilsen.

Vilsen - Von Daniel Wiechert. Vielleicht sollte SV Bruchhausen-Vilsens Trainer Jörn Meyer mal bei Niklas Schröders Stammtisch vorbeischauen und eine Kiste Bier springen lassen. Denn bei dieser Herrenrunde reifte vor zwei Jahren Schröders Idee, doch nochmal seine Fußballschuhe zu schnüren. Jetzt geht der 22-Jährige in der Kreisliga förmlich durch die Decke –traf in sechs Spielen zehnmal für den Tabellenführer.

Alles, was ihm vor die Füße fällt, drückt Niki derzeit gnadenlos rein“, bringt es Coach Meyer auf den Punkt. Seinem Fünferpack in der vergangenen Woche gegen Lemförde (6:0) ließ der Sozialwissenschaftsstudent am Sonntag einen Dreierpack beim FC Sulingen II (4:1) folgen. „Ich weiß auch nicht so recht, warum es so gut läuft“, sagt Schröder, „eigentlich bin ich nicht so austrainiert, wie ich es mir wünsche.“ Ein paar Kilos könnten schon noch weg, meint der Stürmer – außerdem schmerze der Mittelfuß. Vielleicht liegt‘s am Schuhwerk? Denn zu Vilsens Spielen kommt Schröder in feinsten Birkenstock-Latschen. „Die bringen definitiv Glück – auch wenn ich dafür den einen oder anderen Spruch von meinen Mitspielern gedrückt bekomme“, sagt der 22-Jährige schmunzelnd.

Ein Glücksfall für Vilsen war definitiv Schröders Entschluss vor zwei Jahren, wieder mit seinen Kumpels Fußballspielen zu wollen. Zunächst fing er in Vilsens dritter Mannschaft an, dann bestritt er einige Spiele in der Zweiten, bevor Erstherren-Coach Meyer anklopfte. „Tobias Witte hatte sich damals schwer verletzt“, erinnert sich der Stürmer: „Deshalb suchte Jörn nach Alternativen.“ Meyers Fund machte sich bezahlt. Schröder erzielte vergangene Saison bereits 18 Tore in lediglich 25 Spielen.

Das komplett Verrückte: Bevor Schröder in der Dritten wieder anfing, hatte er nie als Stürmer gespielt. „Bis zur C-Jugend war ich Torwart“, berichtet er. Damals hatte der Oldenburger Student aufgehört, um sich auf das Tennisspielen zu konzentrieren. Jetzt ist er zurück auf dem Rasen – und Schröder Einsatzgebiet ist weiterhin der Sechzehner, allerdings verbreitet er nun Angst und Schrecken bei seinen ehemaligen Torhüter-Kollegen. „Schon eine geile Story“, meint sein Trainer Meyer.

Der 22-Jährige weiß einzuschätzen, wo diese Geschichte ihren Ursprung hat: „Ich bin ein Instinktfußballer, dessen Revier der 16er ist“, sagt Schröder: „Um mehrere Leute auszutanzen, fehlt mir ganz sicher die Schnelligkeit.“

Dass sein Team die bisherige Rasanz – fünf Siege und ein Remis – komplett durchziehen kann, glaubt Schröder nicht: „Wenn ich die Zeitung aufschlage und lese, dass wir der ‚Aufstiegs-aspirant Nummer eins‘ seien, geht mir das zu schnell“, erklärt er: „Aber wir sind letztes Jahr Fünfter geworden. Deshalb ist es doch auch Schwachsinn, sich hinzustellen und zu sagen: Jetzt wollen wir einen einstelligen Tabellenplatz.“ Schröder sieht Mörsen „mit dem Kader“ in der Pflicht aufzusteigen. Meyer pflichtet ihm bei: „Wir spielen jetzt gegen Mörsen und Weyhe-Lahausen“, blickt der Coach voraus: „Danach schauen wir, ob wir uns weiter aus dem Fenster lehnen dürfen.“ Aber eine kleine Kampfansage lässt Meyer dann doch folgen: „Mit uns ist zu rechnen.“ Auch dank des Latschenträgers.

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