Vilsens Heimrecht gegen Lessen: Vorteil oder Fluch? / Jägers Torwart-Sorgen

Finale unter Freunden

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Vilsens Trainer Jörn Meyer kennt den Kreispokal aus nächster Nähe. 2012 und 2013 gewann er mit Vilsen den „Pott“. Morgen will er ihn zum dritten Mal in die Arme schließen. Archivfoto: Helms

Bruchhausen-Vilsen - Von Cord Krüger. Es ist fast alles wie immer. Das Kreispokalfinale steht an, der SV Bruchhausen-Vilsen ist zum vierten Mal in Folge dabei, dessen Betreuer Norbert Schmusch verpasst auch dieses Endspiel, weil er wieder in den Urlaub gejettet ist. Mit einem gravierenden Unterschied muss die Mannschaft von Trainer Jörn Meyer jedoch klarkommen, wenn morgen um 18 Uhr gegen den Kreisliga-Konkurrenten SV Lessen der Kampf um den Cup beginnt: Bruchhausen-Vilsen hat Heimrecht! Und Meyer weiß noch nicht so genau, ob das jetzt einen Vorteil oder einen Nachteil im Streben nach dem dritten Cup-Sieg bedeutet.

„Die Anspannung ist größer“, verrät Meyer: „Wir spielen zu Hause vor großem Publikum, mit vielen unserer treuesten Fans – das bedeutet schon eine gewisse Belastung.“ Immerhin hat der Trainer keinerlei personelle Sorgen: „Bei unserem vorletzten Kreisliga-Spiel in Okel sind wir nur mit einem Rumpfkader angereist, jetzt klagt keiner mehr über irgendwelche Blessuren – und nun blicken mich 22 Augenpaare gebannt an, ob sie am Samstag im Kader stehen.“ Also muss Meyer auch unpopuläre Entscheidungen treffen „und einigen sagen, dass sie nicht spielen – selbst Leuten, die uns während unserer Verletztenmisere immer stark geholfen haben“.

Jan-Hendrik Schwirz dürfte sich hingegen keine Sorgen machen. Vilsens Kapitän ist nach ausgeheiltem Muskelfaserriss rechtzeitig zum Finale wieder an Bord. „Darauf haben wir in den vergangenen Wochen ja hingearbeitet“, erläutert Meyer, warum er den 29-Jährigen zuletzt in Watte gepackt hatte.

Neben dem Capitano setzt Meyer auf seine bewährte Taktik mit einer Sturmspitze: „Da machen wir keine Experimente. Mit diesem System sind wir Fünfter in der Liga geworden und ins Pokalfinale gekommen. Außerdem kennen sich beide Mannschaften durch ihre Punkt- und Testspiele in- und auswendig. Wir schätzen uns.“

„Das stimmt“, sagt Lessens Sascha Jäger, der morgen wieder das Coaching übernimmt, „und beide Seiten sind sich sehr sympathisch.“ Mitte Mai, als er mit dem Tabellenzwölften zum Ligaspiel im Luftkurort gastierte, „haben wir uns sogar den Sani-Koffer geteilt, weil wir keinen dabei hatten.“ Lessen verlor übrigens mit 2:4 – laut Jäger nur ein weiteres Indiz dafür, wer morgen die Favoritenrolle einnimmt: „Ganz klar: Bruchhausen-Vilsen ist ein super Pokal-Team, hat auch sonst eine starke Saison gespielt. Wir müssen zur zweitbesten Heimmannschaft, haben selbst aber auswärts nicht allzu viele Punkte geholt.“

Trotzdem stellt er klar: „Wir fahren nicht einfach dorthin, um dem Sieger hinterher die Hand zu schütteln.“ Alle seine Spieler reisen mit, im Gegensatz zu Kollege Meyer muss Jäger aber weitaus weniger aussortieren – denn nicht alle werden rechtzeitig fit. Das gravierendste Problem besteht auf der Torhüter-Position: Dennis Schulz fällt wegen eines Bänderrisses in der Schulter seit Wochen aus und wird auch morgen nicht zwischen den Pfosten stehen. Yannik Reinke machte zuletzt eine Oberschenkelzerrung zu schaffen. Sein Einsatz ist fraglich.

Dennoch gibt sich Jäger kämpferisch: „Der Einzug ins Finale ist für die Jungs nach dieser schweren Saison eine Belohnung, aber für Platz zwei können wir uns nichts kaufen. Wir wollen versuchen, der FC Chelsea des Kreispokal-Endspiels zu sein.“ Vilsen soll also das Spiel machen, während die Gäste möglichst lange das Gegentor verhindern wollen. Es wäre ein sagenhaft schöner Karriere-Abschluss für Lessens Mittelfeld-Routinier Christian Stelter, der nach dieser Saison die Schuhe an den Nagel hängt.

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