„Nein“ auch vom Kreis Diepholz

Vier gewinnt: Absage an Bezirksliga-Reform

Ron König (l.) vom Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und Erhan Ölge vom TSV Bassum müssen keine weiteren Fahrten als bisher befürchten. Die Liga-Reform liegt auf Eis. - Foto: Krüger
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Ron König (l.) vom Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und Erhan Ölge vom TSV Bassum müssen keine weiteren Fahrten als bisher befürchten. Die Liga-Reform liegt auf Eis.

Sulingen - Von Cord Krüger. Es bleibt bei vier Bezirksligen! Nach monatelangen Diskussionen um den angedachten Umbau der Bezirksliga-Landschaft zur Saison 2018/19 votierte am Samstagvormittag die Mehrheit der Fußballkreise im Bezirk Hannover gegen die Reduzierung von vier auf drei Staffeln.

Doch das Ergebnis im Sulinger Restaurant Dahlskamp fiel äußerst knapp aus: Fünf Kreisvorsitzende sprachen sich nach teils intensiver Rückkopplung mit ihren betroffenen Clubs gegen die Reform aus, drei stimmten dafür – ebenso wie der Bezirk selbst. Umgerechnet auf die Delegierten-Stimmen, die sich nach der Mannschaftszahl pro Kreis richten, wurde der Entwurf des Bezirks-Spielausschusses mit 55:53 abgelehnt.

Auch der Diepholzer Kreisverbands-Chef Andreas Henze stimmte gegen die Neuordnung – nach Rücksprache mit den Vertretern der Clubs aus seinem Zuständigkeitsgebiet. „Ich gebe jedem Recht, der sagt, dass in den angedachten drei Bezirksligen die Qualität gesteigert wird – die Quantität in den Kreisen steigern wir dadurch aber nicht“, urteilte der Bassumer: „Wir vom Kreisvorstand haben unsere Vereine ins Boot geholt und festgestellt, dass niemand Lust hat, sechs Stunden lang hin und zurück im Auto unterwegs zu sein, nur um für zwei Stunden auf dem Fußballplatz zu stehen.“

Bezirk akzeptiert die Entscheidung

August-Wilhelm Winsmann als Vorsitzender des Bezirksverbands akzeptierte die Entscheidung: „Für uns ist das ein klarer Auftrag. Das haben die Vereine verdient. Wir lassen also erstmal alles, wie es ist.“ Gleichzeitig stellte er klar, „dass wir bei diesem Thema weiter am Ball bleiben“. Niemand könne nämlich exakt vorhersehen, wie sich die Mannschaftszahlen in den nächsten fünf Jahren entwickeln.

Bezirks-Spielausschuss-Vorsitzender Thorsten Schuschel und seine Kollegen in diesem Gremium haben also in den zurückliegenden drei Jahren nicht umsonst an diesem Modell gearbeitet. Gleichwohl stellte Schuschel klar: „Wir werden die Angelegenheit jetzt erstmal ruhen lassen.“

Die veränderten Rahmenbedingungen mit weniger Teams in den ländlicher strukturierten Regionen, aber deutlich mehr Bezirksligisten in den Kreisverbänden Hannover-Stadt und -Land, hatten Schuschel damals zu den Überlegungen der Umstrukturierung veranlasst. 

Die Vorteile durch eine oder gar zwei Staffeln für den Raum Hannover und einen Gewinn an spielerischer Qualität für die Kreise durch die Rückkehr einstiger Bezirksligisten bestritt niemand der Stimmberechtigten. Am Ende gaben jedoch die Sorgen der Clubs vor zu weiten Fahrten in den neu zugeschnittenen Ligen und Abstiegsängste – speziell für die Saison vor der Reduzierung – den Ausschlag.

Meinungsbild der Kreise

Als sich vor einigen Monaten der Widerstand formiert hatte und laut Winsmann 30 von 64 Bezirksligisten schriftlich gegen die neue Struktur protestierten, „ahnte ich, dass wir die Betroffenen intensiver mitnehmen müssen“, schilderte er eingangs der Sitzung. Also besuchte er nach und nach in jedem Kreisverband eine Vorstandssitzung, brachte die Argumente vor und verabschiedete sich mit dem Appell an die Verantwortlichen, ihm für Beginn des neuen Jahres ein Meinungsbild zu geben. Das passierte nun am Samstag.

Durch diesen Entschluss zur Beibehaltung soll das Thema beim Bezirkstag Ende Juli nicht mehr auf die Tagesordnung kommen. August-Wilhelm Winsmann vertraute den Kreisvorsitzenden, die nach eigenem Bekunden in den vergangenen Wochen den Willen all ihrer Bezirksligisten abgeklopft haben. 

Einige machten sich sogar die Mühe, die Top-Teams aus den Kreisligen, also die potenziellen Aufstiegskandidaten, zu hören. „Und nach dieser Abstimmung wollen wir nicht, dass das Thema beim Bezirkstag dann wieder zerredet wird“, stellte der Bezirks-Chef klar.

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