Tischtennis-Bundesligist startet mit schwedisch-kasachischem Spitzenduo in die Saison

Vieles neu bei Werder

Ein Vizeweltmeister für Bremen: Mattias Falck geht Sonntag erstmals für Werder in der Liga an die Platte. Foto: imago images / Mathias Bergeld

Bremen – Seit 2013 schaffte Tischtennis-Bundesligist SV Werder Bremen nicht mehr die Qualifikation für die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft: Vor mittlerweile sechs Jahren erreichten die Hanseaten sogar das Finale und krönten damals ihre Saison mit einem sensationellen 3:0-Endspieltriumph über Ochsenhausen.

Anschließend war den Grün-Weißen jedoch keine Platzierung mehr unter den ersten Vier vergönnt – und auch in dieser Spielzeit dürfte es für den SVW äußerst schwer (aber nicht unmöglich) werden, bis ins Halbfinale vorzustoßen. Denn: Nach fünf erfolgreichen Jahren im Werder-Dress verließ Altmeister Bastian Steger Bremen und schlägt künftig für Liga-Konkurrent TSV Bad Königshofen auf. Zweifelsohne ein schwerer Verlust.

Vieles neu beim SV Werder Bremen

Doch den Werderanern gelang auf dem Transfermarkt ein echter Coup: In Mattias Falck eiste Bremen aus Frankreich vom AS Pontoise-Cergy einen 27-jährigen Schweden los, der in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Budapest Silber im Einzel gewann. Erst im Finale musste sich die Nummer 20 der Welt dem übermächtigen Chinesen Ma Long beugen und könnte in die riesengroßen Fußstapfen von Steger treten.

Zumindest hofft SVW-Coach Cristian Tamas darauf: „Einen Silbermedaillengewinner im Einzel hatten wir noch nie in unseren Reihen. Das ist schon etwas Besonderes. Die Zuschauer dürfen sich auf Mattias freuen.“ Und nicht nur auf den „Schweden-Happen“.

Die neue Nummer zwei Kirill Gerassimenko geht ebenfalls erstmals für Werder an den Tisch. Auch vom 22-jährigen Kasachen verspricht sich Tamas einiges: „Kirill hat trotz seiner Jugend schon zwei Saisons in Grenzau gespielt und kennt so die Bundesliga. Momentan steht er in der Weltrangliste auf Platz 38, aber das muss für ihn noch nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten. Mit seinem kompromisslosen Angriffsspiel wird er uns bestimmt bereichern.“ An den ersten beiden Positionen scheint der SVW also exzellent aufgestellt zu sein.

Doch wie wird sich Bremens Nummer drei Hunor Szöcs schlagen? Nach drei viel versprechenden Serien lief in der vergangenen Saison beim 27-jährigen Rumänen eher wenig zusammen, wie Tamas bestätigt: „Hunor hat zuletzt etwas unglücklich agiert. Wir erhoffen uns natürlich wieder eine bessere Bilanz von ihm. Aber es ist auch schwer, immer zuerst gegen den gegnerischen Spitzenspieler antreten zu müssen.“ Komplettiert wird der SVW-Kader von Marcelo Aguirre, der zusammen mit Gerassimenko im Doppelpack vom TTC Zugbrücke Grenzau nach Bremen wechselte. Derzeit dürfte der 26-Jährige aus Paraguay allerdings eher Außenseiterchancen auf einen Einzeleinsatz haben. Doch die Saison ist ja lang.

Sogar länger als zuletzt, da diesmal satte zwölf Teams an den Start gehen werden. Und selten zuvor war die Bundesliga derart ausgeglichen besetzt: Hinter dem Favoriten-Trio Düsseldorf/Saarbrücken/Ochsenhausen kommen einige Mannschaften für das letzte Playoff-Ticket in Frage. Selbst Aufsteiger TTC Neu-Ulm mit seiner bärenstarken Nummer eins Shuai Hao könnte zum Hecht im Karpfenteich avancieren. Werder indes auch – und Tamas hätte selbstredend nichts dagegen: „Natürlich wollen wir gerne bis zum Schluss um die Playoffs mitmischen. Aber dazu muss vieles ideal laufen. Wichtig wäre es, wenn wir Sonntag (15.00 Uhr, d. Red.) gleich zum Auftakt den TTC Indeland Jülich daheim schlagen. Doch ein Selbstgänger wird das nicht.“ Möglich, aber ein Sieg könnte dem SVW Flügel verleihen und am Saisonende tatsächlich auf Platz vier führen. Wie zuletzt 2013 beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft.  drö

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