Stefan Rosenthal und Frank Fischer gefällt es als Trainer-Tandem des FC Sulingen

„Es ist vieles professioneller“

Synchrone Körpersprache, gleiche „Denke“: Stefan Rosenthal (r.) und Frank Fischer, den gleichberechtigten Trainern des FC Sulingen, gefällt die Doppelspitze. Foto: jdi

Sulingen - Von Carsten Drösemeyer. Seit Januar ist beim Fußball-Bezirksligisten FC Sulingen das Trainerduo Stefan Rosenthal/Frank Fischer als Doppelspitze im Amt, nachdem zuvor „Thaler“ das alleinige Sagen hatte. Wie die Zusammenarbeit der zwei „Alphatiere“ funktioniert, erzählen sie im Gespräch.

Herr Rosenthal, einen Spieltag vor Schluss rangiert der FC auf Platz drei. Wie fällt Ihr bisheriges Saisonfazit aus?

Stefan Rosenthal: Als Schulnote würde ich uns ein „sehr gut“ geben. Vor der letzten Partie in Sudweyhe haben wir schon herausragende 63 Zähler und liegen nur drei Pünktchen hinter Klassenprimus STK Eilvese. Zudem haben wir im Pokal den Ortsrivalen TuS Sulingen ausgeschaltet und so für ein weiteres Highlight gesorgt.

Auch im Pokal-Viertelfinale sah es gegen den Landesligisten aus Krähenwinkel lange nach einer Überraschung aus.

Rosenthal: Das stimmt. Wir lagen im Elfmeterschießen sogar erst vorne, um dann noch höchst unglücklich zu unterliegen. Trotzdem können wir mehr als stolz sein.

Gegen Krähenwinkel war aus dem „Alleinherrscher“ Rosenthal schon ein Tandem mit Frank Fischer geworden. Wann reifte die Idee, es mit einer Doppelspitze zu versuchen?

Rosenthal: Ich hatte schon im Winter gemerkt, dass ich nicht mehr 100 Prozent für den FC geben konnte. Meine Frau war zum dritten Mal schwanger, und beruflich nahm der Stress auch zu. Da ich aber Sachen nur ganz oder gar nicht anpacke, wollte ich zunächst sogar aufhören. Nur halbe Kraft hätte mir nicht gereicht.

Aber dann kam Frank Fischer ins Spiel?

Rosenthal: Richtig. Wir hatten gehört, dass Frank zum Jahresende in Vilsen aufhören wollte. Und da ich „Fischi“ kenne und schätze, haben wir als FC Kontakt zu ihm aufgenommen.

Wie war Ihre Reaktion, Herr Fischer?

Frank Fischer: Ich war sofort begeistert. Eigentlich sollte Vilsen ja meine letzte Station sein, aber der FC fehlte als reiner Fußballclub noch in meiner Vita. Außerdem kannte ich sämtliche Sulinger Verantwortlichen und hatte ein gutes Gefühl. Gerade die Wellenlänge mit „Thaler“ stimmte ja schon lange.

Und klappt bislang das Zusammenspiel der beiden „Alphatiere“ ?

Rosenthal: Völlig reibungslos. Für mich hat sich ja gar nicht so viel geändert. Ich schlage eine Aufstellung vor und halte vor dem Spiel die Ansprache an die Mannschaft. Bei der Aufstellung könnte mir Frank natürlich auch widersprechen, hat er aber bislang noch nie gemacht.

Warum eigentlich nicht?

Fischer: Weil Stefan und ich beim Fußball extrem ähnlich ticken. Ich konnte jede Aufstellung so unterschreiben. Wäre ich anderer Meinung, würde ich schon meinen Senf dazu geben.

Rosenthal: Ich bitte darum (lacht).

Fischer: Außerdem musste ich ja auch erst beim FC ankommen und mich an die neue Situation gewöhnen. Bislang war ich ja immer der alleinige Vorturner (schmunzelt). Stefan kennt hier einfach jeden Stein. Aber ich bin super aufgenommen worden und fühle mich pudelwohl.

Was sind die Vorteile einer Doppelspitze? Keiner von Ihnen hatte ja in der Vergangenheit damit Erfahrungen gesammelt.

Rosenthal: Insbesondere beim Training hilft mir ein erfahrener Coach wie Frank sehr. Wir können so in Trainingsgruppen arbeiten. Mit dem einen Teil der Mannschaft schraube ich dann am Umschaltspiel, während „Fischi“ an den Standards feilt. Es ist vieles professioneller.

Fischer: Und viel entspannter als früher. Wenn ich jetzt länger in der Bank festsitze, muss ich danach nicht mehr wie ein Irrer zum Trainingsplatz hetzen. Ich rufe einfach „Thaler“ an, und er übernimmt das Training alleine.

Rosenthal: Daran müsste ich mir wohl ein Beispiel nehmen (schmunzelt). Die Doppelspitze sollte mich eigentlich entlasten. Viel mehr war ich aber bislang nicht daheim. Zum Glück kennt mich meine Frau nicht anders (lacht).

Die Vorteile eines gleichberechtigten Trainer-Duos überwiegen demnach?

Rosenthal: Für uns schon. Da bei Frank und mir die Chemie einfach stimmt, macht es großen Spaß. Bei uns gibt es zum Glück kein Kompetenzgeschacher.

Fischer: Genau. Wir funktionieren als Team und ergänzen uns toll. Übrigens darf man auch nicht Torwarttrainer Markus Norrenbrock vergessen, der ebenfalls erheblich zum Erfolg beiträgt.

Das Experiment ist also geglückt und geht kommende Saison in die nächste Runde?

Rosenthal: Auf alle Fälle. Es gibt doch keinen Grund für eine Trennung. Wir machen so weiter.

Fischer: Ich freue mich auch auf ein weiteres Jahr mit „Thaler“. Wahrscheinlich ist der FC ja meine letzte Trainerstation. Deshalb genieße ich es, dass es so überragend läuft. Gerade menschlich.

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