Rieken wird laut, dann läuft’s

HSG Barnstorf schlägt Schlusslicht Habenhausen II mit 35:23

HSG-Kapitän Cedric Quader (am Ball) und seine Teamkollegen mussten Freitag Abend hart arbeiten, um Habenhausens Widerstand zu brechen. In dieser Szene attackiert ihn der Ex-Barnstorfer Ulf Grädtke, der bei seiner Rückkehr letztlich einen bitteren Abend erlebte.

Diepholz - Von Malte Rehnert. Dag Rieken ist nach eigener Aussage ein Trainer, der „ungern laut“ wird – aber Freitag Abend musste er es. Seine Oberliga-Handballer der HSG Barnstorf/Diepholz hatten gegen den Tabellenletzten ATSV Habenhausen II vor 250 Zuschauern eine maue erste Halbzeit gezeigt.

„Das ging mir gehörig gegen den Strich“, gestand der Coach. Seine deutlichen Worte in der Kabine fruchteten – nach der Pause machte die HSG vieles besser und gewann letztlich ungefährdet mit 35:23 (16:15). Durch den siebten Sieg im siebten Heimspiel sprang Barnstorf – zumindest vorübergehend – auf Platz zwei.

Die HSG musste im zweiten Spiel des Jahres auf ihren Keeper Donatas Biras verzichten, der aus persönlichen Gründen in seine litauische Heimat gereist war und erst kommende Woche zurückerwartet wird. Gut für die Hausherren, dass Frederik Hohnstedt seinen grippalen Infekt rechtzeitig überwunden hatte und zwischen den Pfosten stand.

Über mangelnde Arbeit konnte sich Hohnstedt nicht beschweren. Die HSG packte in der Abwehr anfangs nicht beherzt genug zu und hatte „schlechte Rückzugsphasen“ (Rieken). Habenhausen kam oft relativ leicht zum Abschluss. Vor allem Marco Wilhelms, mit bis dato 85 Treffern ohnehin bester Torschütze der Bremer, nutzte das aus. Schon in der ersten Halbzeit warf er acht Tore, insgesamt waren es neun. 

Barnstorfer oft zu unkonzentriert

Die Barnstorfer dagegen waren auch im Angriff mehrfach zu unkonzentriert, leisteten sich leichte Abspielfehler oder ließen die Vehemenz im Abschluss vermissen. Das galt auch für Stefan Beljic, der sich noch gegen Achim (34:33) mit elf Treffern als hervorragender Vertreter des verletzten Kamil Chylinski erwiesen hatte. Diesmal war der Serbe nicht so effizient.

Weil seine Teamkollegen es kaum besser machten, lief es bei der HSG nicht gerade flüssig. Die Partie war eng. Die Gäste, die deutlich besser spielten als es ihr Tabellenstand aussagt, lagen mehrfach knapp in Führung.

Gegen Mitte der ersten Halbzeit betrat dann ein alter Barnstorfer Bekannter das Feld. Ulf Grädtke, der jahrelang das Trikot der HSG getragen hatte und zum Kader der „Ersten“ (Schlusslicht der Dritten Liga) gehört, half in der „Zweiten“ aus – unter den Augen seines Vaters Jürgen, der für die heimische HSG am Kampfrichtertisch saß. Nach Grädtkes einzigem Tor zum 15:14 für Habenhausen schlug Barnstorf doppelt zurück. Rechtsaußen Kevin Heemann sorgte mit zwei Treffern für die knappe Halbzeitführung.

Leistungssteigerung nach Ansprache

Es folgte Riekens Gardinenpredigt – und die deutliche Leistungssteigerung. Barnstorf setzte sich zunächst ein bisschen ab (mit drei Toren), lief dann heiß und wurde seiner Favoritenstellung gerecht. Zwischen der 39. und 47. Minute warf die HSG gegen immer mehr nachlassende Gäste acht Tore in Folge – die Vorentscheidung. „Zur zweiten Halbzeit kann ich meine Mannschaft nur beglückwünschen. Da hat sie so gespielt, wie wir es von Anfang an vorhatten“, resümierte Rieken.

Ein Sonderlob verdiente sich Kevin Heemann, der insgesamt sechsmal traf und hinten als Spitze der 3:2:1-Deckung ordentlich herumwirbelte. Rieken: „Er hat da Schwerstarbeit geleistet und ein überragendes Spiel abgeliefert.“ Heemann selbst war hinterher noch ein bisschen sauer über die Abwehrarbeit in der ersten Halbzeit („eine Katastrophe“), alles in allem aber versöhnlich gestimmt: „In der zweiten Hälfte hatten wir eine ganz andere Einstellung.“

Kleiner Wermutstropfen für die siegreiche HSG: Torwart Jakob Kasperlik knickte kurz vor Schluss mit dem rechten Fuß um, als er auf den Ball trat (53.) – und musste ausgewechselt werden.

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