„Eine Herzensangelegenheit“

Verlorener Sohn Marcell Katt übernimmt SG Diepholz als Spielertrainer

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Spielchen an der Taktiktafel: Diepholz´ Spielertrainer Marcell Katt (M.) mit den Co-Trainern Johann Kschuev (l.) und Mark Katt.

Diepholz - Von Carsten Drösemeyer. „Ich bin wieder hier. In meinem Revier“, trällert Altbarde Marius Müller-Westernhagen in einem seiner vielen Songs – und bringt damit die Rückkehr von Marcell Katt zum Fußball-Bezirksligisten SG Diepholz ziemlich treffend auf den Punkt. Denn: Der neue Trainer der Kreisstädter hat in Diepholz schon seine Spuren hinterlassen, und beileibe keine kleinen.

Von 2004 bis 2011 trat der 36-Jährige für die Blau-Gelben im Mühlenkampstadion gegen den Ball und zählte in dieser Zeit zur „goldenen Generation“ der SG Diepholz. Zusammen mit Teamkollegen wie Keeper Torben Kolkhorst, Abwehrchef Marcus Pfannenschmidt oder dem legendären Sturmduo Florian Scharnitzky/Marc Pallentien schnappte sich der Projektleiter unter der Regie von Trainer Stefan Müller den Bezirksliga-Titel und rockte anschließend sogar die Landesliga. 

„Das war schon eine coole Zeit. Wir zählten selbst in der Landesliga zu den besseren Teams, und der Zusammenhalt stimmte ebenfalls“, denkt der damalige „Capitano“ an die wohl erfolgreichste Diepholzer Fußballzeit mit etwas Wehmut zurück.

Von ähnlichen Triumphen können die Kreisstädter nämlich nur träumen. In den vergangenen Jahren stand vielmehr beinharter Abstiegskampf auf dem Programm – aber vielleicht kehren ja mit Katt auch die guten, alten Zeiten wieder zurück.

Als Trainer rettete Katt Preußen Ströhen vor dem Abstieg

Immerhin stellte der einstige Mittelfeld-Motor zuletzt seine Trainer-Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis und rettete als Interims-Coach den westfälischen A-Kreisligist SSV Preußen Ströhen vor dem Abstieg. Zuvor hatte der 36-Jährige schon erfolgreich als Jugendtrainer gearbeitet, sodass Katt nicht völlig „unbeleckt“ die Diepholzer übernimmt. 

Und der neue Mann auf der SGD-Kommandobrücke freut sich bereits wie Bolle auf die Aufgabe: „Diepholz ist für mich eine Herzensangelegenheit. Wirklich weg war ich ja eigentlich auch nur drei Jahre, da ich seit vier Serien in der Diepholzer Altherren kicke und kürzlich sogar den Kreispokalsieg gefeiert habe.“

Gut in Schuss scheint Routinier Katt also immer noch zu sein – und plant deshalb auch häufiger auf dem Feld zu stehen: „In der Innenverteidigung kann ich der Mannschaft momentan wohl noch helfen. Derzeit sehe ich mich als Spielertrainer, und mein Bruder Mark coacht von der Seitenlinie aus.“

Viele der alten Teamkollegen sind nicht mehr da

Sicherlich keine schlechte Entscheidung, da Katt mit seiner Routine einen umsichtigen Abwehrchef geben dürfte und so dem jungen Team wichtige Hilfestellungen geben kann. Doch bei aller Freude über die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ – wirklich viele alte Mitstreiter sind nicht mehr vorhanden. Um genau zu sein: Nur mit Adrian Mangu lief Katt noch zusammen auf, ansonsten ist niemand mehr übrig geblieben. 

„Aber das Stadion steht immer noch an der alten Stelle“, sagt Katt schmunzelnd: „Außerdem kenne ich noch viele Personen aus dem Umfeld. Der Kontakt ist ja nie abgerissen. Sonst wären die Diepholzer Verantwortlichen ja auch nicht auf mich als Trainer gekommen.“

Wahrscheinlich herrscht bei der SGD die Hoffnung, dass mit Katt der Erfolg zurückkehrt. Ob er wie einst eine neue „goldene Ära“ einleiten wird, steht zwar noch in den Sternen – aber das nötige Rüstzeug besitzt er zweifelsohne. Diepholz und Marcell Katt – das müsste passen. Immerhin nimmt der 36-Jährige für seinen Leib- und Magenverein eine rund halbstündige Fahrtzeit auf sich. Alte Liebe scheint also tatsächlich nicht zu rosten.

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