SCT verliert drei Abwehr-Leistungsträger / Neue Saison für Müller eine Wundertüte

Das Herzstück bricht weg

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Twistringens Trainer Stefan Müller (hinten rechts) und sein Co-Trainer Sven Müller (hinten links) freuen sich in der neuen Saison auf die Zusammenarbeit mit den neuen Spielern (hinten von links) Jannik Hohnstedt und Mirko Bokelmann sowie (vorn von links) Andre Lausch, Erhan Ölge und Zafer Ölge. Es fehlt Christian Horstmann.

Twistringen - Von Arne Flügge. Es war eine sehr erfolgreiche Saison für den SC Twistringen. Kaum jemand hatte dem Fußball-Bezirksligisten Platz acht zugetraut, zudem erreichte die Mannschaft das Bezirkspokal-Halbfinale. „Mehr geht nicht“, sagt Trainer Stefan Müller. Da müssten doch für die neue Spielzeit nun höhere Ziele gesteckt werden – aber nein: Nur der Klassenerhalt ist ausgegeben. Und das aus gutem Grund.

Denn Müller bricht das Herzstück weg; die starke Abwehr, in der vergangenen Saison mit ein Garant dafür, dass der SC Twistringen frühzeitig den Klassenverbleib sichergestellt hatte. Kapitän Oliver Schröder hört auf, Tobias Wellner und Phillip Meyer gehen ein Jahr nach Australien. „Damit fehlen mir drei Stammkräfte, alles Defensivspieler“, seufzt Müller. Dass sich Schröder in die Alte Herren zurückzieht, war bekannt – jetzt auch noch Wellner und Meyer. „Phillip Meyer hatte eine tolle Entwicklung genommen. Es tut mir in der Seele weh, dass er nicht zur Verfügung steht“, sagt Müller. Zumal Meyer in der abgelaufenen Spielzeit auch der Mann für Sonderaufgaben war. „Und diesen Spielertyp hab’ ich jetzt nicht mehr. Fakt ist, dass wir drei Topleute verlieren“, sagt Müller.

Daher kann der SC Twistringen nun nicht wie geplant den nächsten Entwicklungsschritt wagen, um sich in der Bezirksliga weiter fest zu etablieren, er muss bei seinem Eichhörnchen-Prinzip bleiben. „Es kann für uns nur heißen, so viele Punkte wie möglich zu holen. Egal wie“, erklärt der Twistringer Trainer.

Schließlich hatte der SCT in der vergangenen Saison mit nur 43 Gegentoren mit die zweitbeste Abwehr der Bezirksliga. „Es wird schwer, das zu wiederholen und schwierig, das Problem in den Griff zu bekommen“, vermutet Müller. Fünf Defensivspieler sind dem Trainer geblieben. „Und wenn du mit Viererkette spielst, hast du personell kaum noch Alternativen. Ich hoffe nur, dass sich niemand verletzt.“ Neue Spieler mit einer ganz besonderen Qualität seien schwer zu bekommen. „Wir zahlen in Twistringen nichts“, stellt Müller klar. Und vermutlich deswegen ist ihm ein richtig guter Abwehrspieler aus Nordrhein-Westfalen auch kurzfristig wieder abgesprungen.

Wie aber kann das Problem gelöst werden? Mit dem bekannten Twistringer Teamgeist beispielsweise. „So einen Zusammenhalt habe ich noch nicht erlebt. Das ist schon Wahnsinn“, sagt Müller, im zweiten Jahr Trainer beim SCT. In der Offensive allerdings hat der Coach mit gleich fünf guten Stürmer die Qual der Wahl. Aber einen davon zum Abwehrspieler umzufunktionieren, kommt für den 53-Jährigen nicht infrage. Das Risiko wäre zu hoch.

Doch irgendwie wird es schon passen, ist Müller zuversichtlich, „wenn jeder nach hinten arbeitet und für den anderen da ist“. Und davon ist er überzeugt. Somit ist die neue Saison für den Twistringer Trainer „eine Wundertüte“, wie er sagt. Das betrifft seine eigene Mannschaft, aber auch die Liga insgesamt. „Die Klasse ist ausgeglichener geworden, es wird eine interessante Saison.“

Für die der SC Twistringen sechs neue Spieler an Land gezogen hat. Andre Lausch kommt vom SV Mörsen-Scharrendorf. „Mir fehlte die Dynamik über die linke Seite. Mit seinen Dribbelqualitäten kann er dort für eine Belebung sorgen“, sagt Trainer Müller. Mirko Bokelmann und Jannik Hohnstedt spielten zuletzt beim TSV Drentwede. Bokelmann könnte in der Innenverteidigung und auf der Sechs spielen, Hohnstedt ist fürs defensive Mittelfeld vorgesehen. Christian Horstmann kommt vom SV Marhorst, Erhan Ölge vom SV Osterbinde. Der Mittelfeldspieler hatte bereits mit 17 Jahren beim TSV Bassum in der Bezirksliga debütiert. „Er kann den tödlichen Pass spielen. Wenn er richtig fit ist, wird er eine absolute Bereicherung für uns sein“, sagt Coach Müller.

Was auch für Zafer Ölge gilt. Der 19-Jährige kickte vergangene Saison für die U19 des TuS Sulingen und ist in Müller Augen „eine richtige Rakete“. Bis zur C-Jugend spielte Ölge bei Werder Bremen. Müller: „Er ist ein begnadeter Fußballer. Wir werden sicherlich noch viel Freude an ihm haben.“

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