Spielen unter Auflagen wieder erlaubt

Neustart beim Barrier TC und TV Syke: „Vereinsleben ist das noch nicht“

Gleich in Beschlag genommen: Auf den Tennisplätzen des Barrier TC war am Wiedereröffnungstag sofort viel los. Foto: tödelmann
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Gleich in Beschlag genommen: Auf den Tennisplätzen des Barrier TC war am Wiedereröffnungstag sofort viel los.

Syke - Die Erleichterung ist spürbar, die Spielfreude deutlich zu sehen. Endlich darf – zumindest draußen – wieder Sport in Gesellschaft getrieben werden. Nicht nur Laufen oder in den eigenen vier Wänden an der Fitness arbeiten, sondern rauf auf die Plätze. Am Mittwoch öffneten auch im Landkreis Diepholz, wie es die Niedersächsische Landesregierung beschlossen hatte, zahlreiche Vereine die Freiluftsportstätten für ihre Mitglieder – darunter der Barrier Tennisclub und der Tennisverein Syke. Auf beiden Anlagen herrschte sofort reges Treiben, wie sicher auch bei vielen anderen Clubs – vor allem in Individualsportarten wie Leichtathletik, Golf, Reiten oder eben Tennis.

Vor dem Re-Start hatten die Clubs einige Vorarbeit zu leisten, unter anderem formulierten sie Regeln, die bei der Benutzung der Anlagen seit Mittwoch und bis auf Weiteres gelten. „Der Tennisverband Niedersachsen/Bremen hat ein Konzept entwickelt und den Vereinen zur Verfügung gestellt. Das haben wir als Vorlage genommen und ein bisschen für unser Gelände angepasst“, erklärt Wolfgang Held, Vorsitzender des Barrier TC. Beim Erstellen der Richtlinien (siehe Extrakasten) half Perdita Engeler dem BTC-Vorstand. Zudem hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) allen Vereinen zehn sogenannte Leitplanken an die Hand gegeben, nach denen sie sich beim Anfertigen eines Hygieneplans richten können.

Beim Barrier TC hat sich laut Held ein „Corona-Team“ um die Wiederaufnahme – erst mal nur des Trainingsbetriebs – und die damit verbundenen Auflagen gekümmert. „Was wir erledigen konnten, haben wir erledigt“, sagt er. Schon die Übernahme des Verbands-Konzepts sei dabei „eine Hausnummer“ gewesen, urteilt Held und meint damit nicht nur die ohnehin bekannten Abstands- und Hygiene-Vorschriften. Sondern, auf Tennisanlagen gemünzt: Eigene Bälle mitbringen, den Ball des Mitspielers nur mit Fuß oder Schläger berühren et cetera. Hinzu kommt, dass Umkleideräume sowie Duschen gesperrt sind – und auch die Gastronomie auf den Anlagen noch nicht wieder öffnen darf. So auch in Syke, wo der TV nach Aussage des technischen Warts Manfred Brackmann alle Voraussetzungen für die Wiedereröffnung der Sportstätte geschaffen hat.

Bereit zum Einsatz: Desinfektionsspray – hier neben den Toiletten auf der Anlages des TV Syke.

„Vereinsleben ist das noch nicht“, sagt Held mit Blick auf die sonst herrschende, momentan aber untersagte Geselligkeit auf der Barrier Anlage. Wie lange die aktuellen Regeln gelten müssen, vermag der BTC-Vorsitzende natürlich nicht zu sagen. Er hat da aber so eine Ahnung: „Ich gehe davon aus, dass es die ganze Saison so sein wird. Und Punktspiele im Juni sehe ich momentan, ehrlich gesagt, auch noch nicht wirklich.“ Was im Winter ist, wenn die derzeit geschlossene Tennishalle wieder genützt werden müsste, „werden wir dann sehen“.

Aktuell müssen sich alle, die in Barrien Tennis spielen wollen, ihren Platz über die Plattform „Bookandplay“ buchen – damit genau nachvollzogen werden kann, wer wann und gegen wen gespielt hat. Weil Arbeitsdienste in den vergangenen Wochen untersagt waren, hätten bislang nur vier von zehn Plätzen hergerichtet werden können. Der Rest soll möglichst bis Ende Mai bereit sein.

Insgesamt hat Held eine große Lust auf Tennis ausgemacht. „Alle haben Bock, sind heiß und wollen raus.“ Er appelliert in diesem Zusammenhang an die Spielerinnen und Spieler, den Hygieneplan des BTC strikt zu befolgen: „Im Großen und Ganzen sind die Maßnahmen nachvollziehbar. Das Konzept steht und fällt dann mit der Vernunft unserer Mitglieder.“

So kann ein Hygienekonzept aussehen

Wer auf Freiluftanlagen wieder Sport treiben möchte, muss während der Corona-Pandemie vieles beachten. Die Vereine sind angehalten, ihre Mitglieder über ihr Hygienekonzept und die damit verbundenen Vorschriften und Regeln zu informieren. Der Barrier Tennisclub hat dies bereits getan – nachfolgend die detaillierte Übersicht, was beim BTC geht und was nicht. Um mal zu dokumentieren, was sich hinter dem Wort Hygienekonzept eigentlich verbergen kann. Bei anderen Vereinen werden die Pläne ähnlich aussehen.

1. Der Aufenthalt auf der Tennisanlage dient ausschließlich dem Spielbetrieb. Gespräche zwischen den Mitgliedern außerhalb des Tennisplatzes sind zu vermeiden.

2. Der Verzehr von Speisen und Getränken auf dem Vereinsgelände ist untersagt. Ausgenommen sind selbst mitgebrachte Getränke während des Spielbetriebs.

3. Die Gastronomie bleibt geschlossen. Die Terrasse der Gastronomie ist gesperrt.

4. Das Kinderspielgerüst mit Schaukel darf nicht genutzt werden.

5. Es sind zum Waschen der Hände Waschmöglichkeiten in der geöffneten Toilette im Eingangsbereich vorhanden und können nach Bedarf genutzt werden. Auch hier bitte Abstände einhalten. Desinfektionsmittel wird im Eingangsbereich zur Verfügung gestellt. Der Zutritt zu den Sanitäranlagen erfolgt nur mit Transponder.

6. Umkleiden und Duschräume bleiben geschlossen. Alle Spielerinnen und Spieler erscheinen spielfertig auf der Anlage.

7. Das Betreten der Anlage bei Erkältungserscheinungen (Husten, Halsschmerzen, Fieber) ist nicht gestattet.

8. Das Verweilen auf der Anlage ist ausschließlich kurzzeitig vor und nach dem Tennisspielen erlaubt. Das Zuschauen beim Spielbetrieb ist untersagt.

9. Es sind grundsätzlich nur Einzelspiele zu zweit erlaubt.

10. Der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen ist jederzeit einzuhalten (auch beim Betreten und Verlassen aller Anlagen).

11. Die Spielerbänke (Abstand mindestens 1,5 Meter zwischen den Bänken) dürfen jeweils immer nur von einer Person genutzt werden. Um direkten Kontakt mit der Bank zu vermeiden, empfehlen wir eine Unterlage (z.B. ein Handtuch).

12. Bei sämtlicher Platzpflege (z.B. Abziehen, Wässern etc.) wird empfohlen, selbst mitgebrachte Handschuhe zu nutzen und die Hygieneregeln wie gründliches Händewaschen mit Seife über 30 Sekunden sofort nach dem Verlassen des Platzes bzw. der Anlage einzuhalten.

13. Tennisbälle: Es ist unwahrscheinlich, dass Tennisbälle während des Spiels mit Covid19 kontaminiert werden könnten, jedoch ist es nicht gänzlich auszuschließen. Daher empfehlen wir, dass jeder eigene Bälle zum Spiel mitbringt und diese im Vorfeld individuell kennzeichnet, damit man diese während des Spiels gut unterscheiden kann. Für die Aufschlagspiele nutzt jeder nur die eigenen Bälle und hebt während des Spiels auch nur die eigenen Bälle mit Händen auf. Die Bälle des Mitspielers sind ohne Handberührung zum Mitspieler zu befördern (z.B. mit dem Fuß oder dem Schläger). Dadurch wird die Gefahr minimiert, sich über den Tennisball zu infizieren.

14. Begrüßungsrituale und der obligatorische „Handshake” müssen leider entfallen.

15. Training: Ein Trainer kann bis zu zwei Personen pro Platz trainieren. In diesem Fall befinden sich die Schüler jeweils auf einer Seite, der Trainer steht dann am Netz oder Platzrand.

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