Verbandssportgericht urteilt endgültig: Brinkum bleibt Bremen-Ligist

„Eine Last fällt ab“

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Ein Tag wie gemalt für Jürgen Heijenga (l.). Kurz vor seiner standesamtlichen Hochzeit erfuhr der 28-Jährige, dass er für den Brinkumer SV weiter in der Bremen-Liga abräumen darf.

Bremen/Brinkum - Von Daniel Wiechert. Die Wochen des Bangens beim Brinkumer SV sind beendet. Das Fußball-Team wird weiterhin in der Bremen-Liga spielen! Das entschied gestern das Verbandsgericht. Sektkorken ließ keiner im Brinkumer Lager knallen – der Rechtsstreit war zu kraftraubend. „Unser Nervenkostüm hat gelitten“, gibt Brinkums Co-Trainer Jörg Bender zu. „Es fällt eine Last ab“, ergänzt Manager Frank Kunzendorf. Er spart sich jegliche Häme in Richtung des Bremer Fußball-Verbandes (BFV), der den Brinkumern die Zulassung verweigert hatte: „Wir sind nicht einmal schadenfroh.“

Worum ging es? Der BFV hatte den Club nicht für die Bremen-Liga zugelassen, weil dieser kein anderes Herren-Team vorweisen konnte, das die Saison 2014/15 beendet hatte. Der Brinkumer SV argumentierte, dass seine Ü32-Seniorenmannschaft zu Ende gespielt habe. Der BFV entgegnete, dass ein Altherren-Team nicht zum Herren-Bereich zähle, auch das Sportgericht sah es so – zu Unrecht, wie gestern das Verbandssportgericht entschied. Die letzte Instanz kam „zu der Auffassung, dass die Spielordnung des Verbandes nicht eindeutig ist – und daher auch die Ü32-Senioren des Vereins als weitere Herrenmannschaft im Sinne der Spielordnung gelten kann“, heißt es in der BFV-Pressemitteilung. Das Urteil ist endgültig.

Die Begründung ist nachvollziehbar. Denn in dem betreffenden Spielordnungsabsatz (§ 6 Abs. 2) firmieren sowohl die Bremen-Liga als auch Alt-Herren-Ligen unter dem Oberbegriff „Seniorenklassen“. Eine klare Trennlinie zwischen Herren- und Altherren sucht man dort vergebens.

Heinz Günter Schmidt, Spielausschussvorsitzender beim BFV, sprach gestern davon, dass er das endgültige Urteil „zu akzeptieren und respektieren“ habe, machte aber auch deutlich, dass an der Spielordnung geschraubt wird: „Unsere Zielsetzung bleibt, dass Vereine, die in der Bremen-Liga spielen, eine zweite Herren und ältere Juniorenmannschaften im Spielbetrieb haben müssen.“

Da der Brinkumer SV auf keinen Fall nochmal derart in die Bredouille geraten will, verriet Kunzendorf, dass der Club neben C-Junioren auch ein zweites Herren-Team für die anstehende Saison meldet.

Bekannt wurde auch, dass der Brinkumer SV im Fall der Fälle in der Landesliga gespielt hätte. „Wir haben natürlich darüber geredet“, sagt Kunzendorf: „Das Team hat gesagt: ‚Na gut, dann steigen wir halt direkt wieder auf.‘ Das zeigt Charakter, Hut ab davor.“

Ist aber mit dem gestrigen Urteil nicht mehr nötig. „Endlich können wir diese Akte schließen und in den Schrank stellen“, zeigt sich auch Trainer Kristian Arambasic erleichtert.

Ob die Streitigkeiten zwischen dem Brinkumer SV und dem BFV Porzellan zerschlagen haben, muss sich zeigen. „Wir fühlen uns nicht als Sieger“, sagt Bender: „Wir sind einfach der Meinung, dass die Spielordnung jetzt so ausgelegt wurde, wie sie ist.“ Vom Verband hätte er sich etwas mehr Fingerspitzengefühl erhofft. „Sie hätten es uns damals nicht einfach so um die Ohren hauen, sondern einfach mal das Gespräch suchen sollen. Aber letztlich hat Herr Schmidt nur seine Arbeit gemacht. Wir werden hoffentlich einen Weg finden, um uns mal zusammenzusetzen.“

Für Coach Arambasic ist das Thema durch. „Wir werden heute am Rande des Testspiels gegen Komet Arsten nochmal drüber sprechen, dann muss aber auch gut sein.“ Schließlich steht schon Mittwoch das Bremer Landespokalspiel beim FC Huchting an. Die Bremen-Liga startet am 29. August – mit Brinkum.

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