Verbandsligist enttäuscht im Heimspiel gegen Delmenhorst vor allem im Angriff

24:35 – eine schmerzhafte Lehrstunde für Brinkum

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Und wieder geblockt: Brinkums Angriffe (hier versucht sich Carsten von der Heyde/rechts) waren vor allem in der zweiten Halbzeit viel zu leicht zu durchschauen.

Brinkum - Von Malte Rehnert. Sven Engelmann saß allein auf einer dieser langen Holzbänke, hielt den Statistikzettel in der Hand und schüttelte den Kopf. Was der Trainer des FTSV Jahn Brinkum da an Zahlen sah, war ziemlich frustrierend. „17 technische Fehler, 19 verworfene Bälle“, las er laut vor: „Das bedeutet, wir haben 36 Angriffe vergebens gefahren.“ Viel zu viel, um im Heimspiel der Handball-Verbandsliga gegen die HSG Delmenhorst etwas Zählbares herauszuholen. Da Brinkum auch in der Defensive schwächelte, stand am Ende eine klare 24:35 (13:15)-Niederlage gegen den Tabellenzweiten.

Die Gastgeber hatten sich im ersten Heimspiel seit sechs Wochen fest vorgenommen, den Favoriten nicht nur zu ärgern – sondern zu bezwingen. Und zunächst ging der Plan auch ganz ordentlich auf. Brinkum lag nach zehn Minuten mit 7:5 in Führung, doch dann folgte die erste, mehrminütige Schwächephase mit einfachsten Fehlern beim Passen oder Fangen. Der FTSV traf gar nicht mehr, Delmenhorst fünf Mal in Folge – 7:10 (16.). Die Hausherren berappelten sich dann aber, gestalteten den Rest der ersten Halbzeit recht ausgeglichen und gingen mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine.

Das machte Hoffnung für die zweite Hälfte. Doch anstatt zu verkürzen, verlor Brinkum nach dem Seitenwechsel völlig den Faden – vor allem im Angriffsspiel, das Engelmann in der Woche verstärkt hatte trainieren lassen. „Leider ohne Erfolg“, stöhnte der Coach: „Ich habe da nur ein paar Kleinigkeiten gesehen, die besser waren. Aber wenn wir unter Stress geraten, verfallen wir in die alten Fehler.“ Ideenlose Bewegungen, überhastete Abschlüsse – die Mängelliste bei allen Brinkumern war lang. „Wir sind nur halbherzig reingestoßen, haben die Nahtstellen in der Deckung nicht gefunden. Und dann haben wir Würfe genommen, die schlecht ausgearbeitet waren. Da hatte es die Delmenhorster Abwehr sehr leicht“, meinte Engelmann, der auch die gegenseitige Unterstützung in seinem Team vermisste: „Keiner hat mal einen Schritt mehr gemacht, um einen Fehler des Kollegen auszubügeln.“

Offenbar genervt von den eigenen Unzulänglichkeiten, vernachlässigten die Brinkumer dann auch immer mehr die Defensivarbeit. Die Löcher in der Abwehr wurden größer und größer. Und die Gäste mussten sich nicht mehr großartig anstrengen, um zum Erfolg zu kommen. Sechs Minuten vor dem Ende war der HSG-Vorsprung erstmals auf zehn Tore angewachsen (31:21) – und die Partie bereits entschieden. Für Brinkum war es letztlich eine schmerzhafte Lehrstunde in Sachen Effizienz.

Nach der schon vierten Niederlage hintereinander ist der starke Saisonstart endgültig verblasst. „Jetzt geht es wieder bei Null los“, sagte Engelmann, der versuchte, trotz der bitteren Pleite Optimismus auszustrahlen: „Wir müssen den Kopf auf dem Hals behalten und nach vorne schauen.“

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