Rückzug in die 2. Kreisklasse / Hesse: „Wären Kanonenfutter gewesen“

Varreler Neuanfang

Beförderung: Das Varreler Team von Coach Benjamin Rohlfs wird von der zweiten zur ersten Herren. 
FOTO: CHRISTOPH BRUNKOW
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Beförderung: Das Varreler Team von Coach Benjamin Rohlfs wird von der zweiten zur ersten Herren. FOTO: CHRISTOPH BRUNKOW

Varrel – Es war ein Niederschlag, den der TuS Varrel Anfang des Jahres zu verkraften hatte. Der Abgang von Chefcoach Kolja Schnackenberg und seinem Trainerstab im Januar traf den ambitionierten Kreisliga-Aufsteiger (Ziel vor der Saison: Bezirksliga-Aufstieg) hart, das war den Verantwortlichen schon damals klar. Doch so wirkte es nach außen nicht. Anders als jetzt. Denn nun sind die ganzen Auswirkungen der Trennung klar geworden: Varrel zieht sich aus der Kreisliga zurück und spielt in der kommenden Saison in der 2. Fußball-Kreisklasse.

Denn der Abgang von Schnackenberg und seinem Stab, die mittlerweile beim TSV Heiligenrode angeheuert haben, hatte weitreichende Konsequenzen. Nahezu alle Spieler aus dem Kader der ersten Herren verließen in der Folge den TuS, unter anderem acht Akteure folgten ihrem Trainergespann nach Heiligenrode. Lediglich Bjarne Winneguth, ein absoluter Ur-Varreler, bleibt im Kader.

Doch wer jetzt denkt, die TuS-Verantwortlichen verfielen in Selbstmitleid oder machten gar Ex-Coach Schnackenberg große Vorwürfe für dessen Entscheidung, täuscht sich. Denn Pressewart Alexander Hesse stellt direkt klar: „Ich möchte keine dreckige Wäsche waschen!“ Es habe „seine Gründe“ gehabt, warum die Trennung Anfang des Jahres passieren musste, und für Hesse kamen auch die neuen Jobs für Schnackenberg und Co. „nicht überraschend“ – doch das alles nutzt der Verein nun lieber für einen Neuanfang.

„Nach der Spielerwanderung hat sich für uns die Frage ergeben: Was machen wir jetzt?“, berichtet Hesse: „Wir können einfach nicht mit den Spielern aus der zweiten Herren die Kreisliga wuppen. Das klappt noch nicht.“ Denn das Team von Trainer Benjamin Rohlfs ist einfach noch zu jung, viele Spieler hätten sogar in der vergangenen Saison noch bei den A-Junioren spielen können. „Sie wären Kanonenfutter in der Kreisliga gewesen“, meint Hesse. Also werden die Varreler in der 2. Kreisklasse antreten – mit Coach Rohlfs.

Stefan Blasy, der die erste Mannschaft interimsweise in der Rückrunde bis zum Corona-Stopp betreut hat, „wollte eh nur ein halbes Jahr machen“, erklärt sein Nachfolger, der im Grunde seine Mannschaft behält, aber nun unter einem anderen Namen trainiert – das Team wurde quasi von der zweiten zur ersten Herren-Mannschaft.

Und Rohlfs, der gemeinsam mit dem Varreler Urgestein Sascha Buchek an der Seitenlinie stehen wird, ist davon überzeugt, mit seinen jungen Spielern in Zukunft viel erreichen zu können – vorausgesetzt, „alle bleiben am Ball. Es sind viele gute Leute dabei, wir haben 26, 27 Mann im Kader.“ Der 36-Jährige habe eine Art „Fünf-Jahres-Plan“ aufgestellt, an dessen Ende am besten die Rückkehr in die Kreisliga stehen soll. Das Ganze allerdings „völlig ohne Druck“, betonen Rohlfs und Hesse unisono: „Die Spieler sollen sich erst mal an das Niveau bei den Herren gewöhnen und sich in Ruhe entwickeln.“

Diese Ruhe bekommen sie in der 2. Kreisklasse, da ist sich der Pressewart sicher. „Der Weg, den wir jetzt gefunden haben, ist für das Vereinsgefüge am verträglichsten “, findet er, „um die Unruhe, die seit Januar im Club herrscht, in den Griff zu bekommen.“ Über die Entwicklungen damals sagt er nur noch eines: „Da ist mittlerweile auch Gras drüber gewachsen, wir können den Trainern und Spielern immer noch in die Augen sehen.“

Von Felix Schlickmann

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