Jensens Sahne-Serie

Luftpistolen-Schützen SV Bassum: Samojlenko verpasst den großen Coup

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Volle Konzentration am Ende eines knappen Duells: Bassums Artur Gevorgjan (l.) ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen und bezwang Berlins Florian Schmidt (r.) mit 372:371. Zum Sieg reichte es für die Bassumer Bundesliga-Luftpistolen-Schützen jedoch nicht.

Bassum - High Noon um halb eins: Zwischen den Bundesliga-Luftpistolen-Schützen des SV Bassum von 1848 und dem TSV Olympia Berlin stand es gestern 2:2, als Bassums Valerij Samojlenko mit seiner Kontrahentin Maren Johann erneut den Stand betrat. Beide hatten zuvor je 376 Ringe geschossen – doch im Stechen setzte sich Johann mit einer 10,4 gegen Samojlenkos 9,4 durch. Somit feierten die Hauptstädter einen 3:2-Auswärtssieg vor 120 Fans in der Bassumer Halle. „Schade, aber so ein spannendes Ende ist natürlich sehr zuschauerfreundlich“, urteilte Bassums Sportleiter Jens Voß. Am Samstag hatte der Auftritt vor eigener Kulisse nach Maß begonnen – mit einem 3:2-Erfolg seines Teams über Fahrdorf.

SV Bassum von 1848 - Sportschützen Fahrdorf 3:2: Oscar Nilsson erweist sich zunehmend als Top-Verpflichtung für die Niedersachsen: Der schwedische Meister zeigte zu seinem Heim-Debüt eine souveräne Leistung und fertigte an der Spitzenposition Jonas Hansen mit 385:374 ab – sein zweiter Sieg im zweiten Einsatz. „Oscar hat einen richtig tollen Wettkampf geschossen“, freute sich Voß für den Neuzugang: „Von Beginn an hat er seinem Gegner den Schneid abgekauft.“

Weniger Fortune hatte Artur Gevorgjan an Position zwei gegen Steffen Schröder. Am Ende brachte er nur 369 Ringe ins Ziel. „Gegen Schröder hätte aber auch diesmal ein deutlich besseres Ergebnis nicht gereicht“, kommentierte Voß dessen 380 Ringe.

Dafür überzeugte erneut Valerij Samojlenko, nach Nilsson der zweite Bassumer Neuzugang: Der Hamburger dominierte an Position drei den Beginn gegen Gagik Sahakian. In der zweiten Serie konterte der Fahrdorfer mit 99 Ringen, „aber am Ende hatte Valerij die besseren Nerven“, fasste Voß die Schlussphase zusammen, in der Sahakian mehrfach nur eine Acht traf.

An Nummer vier der Setzliste legte Albert Grieskamp ein starkes Comeback hin. Der in der abgelaufenen Saison nur zweimal zum Einsatz gekommene Routinier schaffte bei seinem Debüt des aktuellen Bundesliga-Jahres ein 368:365 über Matthias Hoffmann. „Das war wirklich überzeugend“, unterstrich sein Sportleiter: „In der letzten Serie ließ bei ihm ein bisschen die Konzentration nach, aber er hat den Punkt trotzdem noch sicher nach Hause geschaukelt.“

Nicht so gut lief es hingegen für Sascha Sandmann, am Samstag Bassums „Fünfer“, gegen Stefan Vollertsen. Seine 362 Ringe reichten nicht zu einem vierten Zähler der Hausherren. „Sascha ist irgendwie schon nicht gut reingekommen“, schilderte Voß, hakte die Niederlage jedoch schnell ab: „Er ist selbst unzufrieden, aber am Ende hat es ja gereicht.“ So gingen die 1848er mit 6:0 Mannschaftspunkten in das gestrige Duell gegen Olympia Berlin.

„Ich bin zufrieden“

SV Bassum von 1848 - PSV Olympia Berlin 2:3: An der Spitzenposition lieferten sich Marcus Errebo Jensen und Wojciech Knapik einen packenden Fight. Der Däne Jensen legte in der zweiten Serie unter dem lauten Jubel der Fans die optimale Ausbeute von zehn Zehnen und somit 100 Ringen hin – da lief das Duell gerade mal 13 Minuten. Knapik konterte stark – unter anderem mit der ersten und einzigen 10,9 des Tages nach der Hälfte des Gefechts. Kurz darauf verließ der 22-Jährige aber schon den Stand – mit 388 Ringen. Knapik hatte im dritten Durchgang wie Jensen 96 Ringe und im vierten nur einen Zähler weniger erreicht – schließlich aber doch zu wenig. Basssums erster Zähler war unter lautem Kuhglocken-Getöse der 1848er-Schlachtenbummler im Sack.

„Ich bin zufrieden“, meinte Jensen nach seiner besten Saisonleistung ziemlich nüchtern: „Vorher war ich schon ein bisschen nervös, denn das hier in Bassum ist eine großartige Atmosphäre.“ Seine Rekordzeit von knapp 30 Minuten erklärte der Maschinenbau-Student simpel: „Mein Gegner war auch schnell, und ich mag keine zu langen Wettkämpfe.“

An Platz zwei der Setzliste war Artur Gevorgjan die Ruhe selbst, lief zwar in Serie eins und drei einem knappen Rückstand gegen Florian Schmidt hinterher – doch dem rutschten in seinen letzten zwei Schüssen eine Acht und eine neun aus dem Lauf – da hatte der 52-Jährige noch fünf Schuss übrig. Und mit dem letzten zog der Routinier dank einer Zehn an Schmidt vorbei – 372:371. „Damit hat er das Stechen quasi vorweggenommen“, beschrieb Voß die Spannung: „Das war zum Zuschauen schon grenzwertig.“

Durchwachsenes Trefferbild

Am Ende reichte das allerdings nicht zum Gesamtsieg, weil die Begegnungen an Position vier und fünf verloren gingen. Denis Rother erwischte als „Vierer“ eine ausbaufähige erste Hälfte: Nach zwei Serien standen 90 und 87 Ringe für Bassums Nummer vier zu Buche – zu wenig gegen den zehnfachen deutschen Meister Holger Buchmann. „Dieses Duell war früh entschieden“, bedauerte Voß. Das Duell an Position fünf zwischen Albert Grieskamp und Robert Janikulla verlief hingegen lange spannend – am Ende setzte sich der deutsche Biathlon-Vizemeister von 2007 aber mit 372:367 durch.

Nun kam also alles auf Valerij Samojlenko an. Der fand nicht optimal in sein Duell gegen Maren Johann und schoss in der ersten Serie ein durchwachsenes Trefferbild. Doch der Hamburger ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, stand die letzten drei Minuten als Letzter im langen Schießstand – und erzwang das Stechen. „Aber das ist am Ende reine Glückssache“, wusste Voß nach dem Showdown.

Von Cord Krüger

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