Trainer des TSV Neubruchhausen II für „Fair-Play-Geste der Saison 2019/20“ in Niedersachsen geehrt

Uwe Lüllmann völlig überrascht von hoher Auszeichnung

Eben noch bei der Arbeit, wenig später schon im Mittelpunkt einer seltenen Ehrung: Uwe Lüllmann (2. v. r.). bekam von Frank Schmidt vom NFV (l.) die Auszeichnung für die „Fair-Play-Geste der Saison 2019/20“ in Niedersachsen. DFB-Präsident Fritz Keller (hinten) gratulierte per Videobotschaft, Neubruchhausens Club-Chef Werner Wisloh hatte (r.) ebenfalls ein Präsent für den Zweitherren-Trainer dabei.
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Eben noch bei der Arbeit, wenig später schon im Mittelpunkt einer seltenen Ehrung: Uwe Lüllmann (2. v. r.). bekam von Frank Schmidt vom NFV (l.) die Auszeichnung für die „Fair-Play-Geste der Saison 2019/20“ in Niedersachsen. DFB-Präsident Fritz Keller (hinten) gratulierte per Videobotschaft, Neubruchhausens Club-Chef Werner Wisloh hatte (r.) ebenfalls ein Präsent für den Zweitherren-Trainer dabei.

Fair Play zahlt sich aus: Uwe Lüllmann vom TSV Neubruchhausen wurde jetzt für eine sehr sportliche Handlung geehrt. Auch der DFB-Präsident Fritz Keller hatte eine Videobotschaft für den Fußball-Trainer parat.

Neubruchhausen – Ahnungslos war Uwe Lüllmann am Samstagabend nach der Arbeit zum Vereinsheim des TSV Neubruchhausen gefahren. Sein Fußball-Spartenleiter Björn Löhmann hatte ihn um ein Gespräch gebeten. „Es sollte um die Planung für die kommende Saison gehen“, schilderte der Trainer der TSV-Zweiten, die er seit vier Serien leitet. Doch im Clubhaus angekommen, empfing ihn ein gewisser Frank Schmidt mit den Worten: „Ich bin der neue Trainer!“

Lüllmann merkte allerdings schnell, dass der Abend einen anderen und deutlich angenehmeren Verlauf nehmen sollte: Schmidt kam vom Niedersächsischen Fußballverband (NFV) aus Barsinghausen, leitet auf Landesebene den Ausschuss für gesellschaftliche Verantwortung und hatte eine riesengroße Urkunde im Gepäck. Die erhielt Lüllmann als Sieger der „Fair-Play-Geste der Saison 2019/20“ auf NFV-Ebene.

„Ich war völlig überrascht“, gestand der Elektroinstallateur, der gerade von einer Baustelle zu dieser Ehrung gekommen war. Den Anlass der Auszeichnung hatte der Vater zweier Söhne fast schon vergessen. Doch die Ereignisse des Spiels zwischen „seinem“ TSV Neubruchhausen II und dem FC Syke 01 kamen dann doch schnell wieder hoch: „So etwas muss ich nicht oft haben“, gestand der frühere Mittelfeldspieler des SV Heiligenfelde.

Lüllmann würde immer wieder so handeln

Ein Syker Spieler hatte sich damals schwer verletzt. Lüllmann kümmerte sich um den Mann mit dem Schlüsselbeinbruch, übernahm die Einweisung des Rettungsdienstes und sagte schnell zu, dass seine Mannschaft nicht vorzeitig die Punkte haben wolle, sondern für eine Wiederholung der Partie sei – obwohl sie zehn Minuten vor Schluss recht komfortabel mit 3:1 führte. Die Neuauflage verloren die Neubruchhauser dann allerdings – „das war aber nicht schlimm“, meinte der TSV-Coach: „Ich finde das selbstverständlich. Und wir würden es jederzeit wieder so machen. Denn am wichtigsten ist uns die sportliche Betätigung“, spricht er für seine „Super-Truppe“. Die Tatsache, dass der Spieler in der Zwischenzeit erfolgreich operiert war und „wir mit den Sykern nach dem zweiten Spiel gemütlich zusammen sitzen konnten“, machte die Sache für Lüllmann umso besser.

So ganz selbstverständlich ist das aber nicht, denn diese Geste schaffte es zum Jahressieg. Sogar DFB-Präsident Fritz Keller gratulierte dem Sportsmann dazu – per vorher aufgezeichneter Videobotschaft, „mit meinem Namen“, freute sich Lüllmann über diese warmen Worte mindestens ebenso wie über die Präsente: Schmidt hatte neben der gerahmten Urkunde noch ein T-Shirt, ein Handtuch sowie Gutscheine für zwei Länderspiel-Tickets der deutschen Nationalmannschaft dabei – für die Zeit nach der Corona-Pandemie, wenn Fußball vor Zuschauern wieder möglich ist. „Mal sehen, wen ich da mitnehme“, nennt Lüllmann schmunzelnd zwei ernsthafte Interessenten: seine Frau und seinen ältesten Sohn.

Henze und Wisloh überreichen auch Präsente

Der Fußball-Kreisvorsitzende Andreas Henze fand ebenfalls lobende Worte und überreichte einen Ball. Henze bedauerte, dass Lüllmann nun der Ehrungsabend beim DFB mit allen Landessiegern entgehe – dies sei aber eben der Corona-Lage geschuldet.

Neubruchhausens Vereinsvorsitzender Werner Wisloh hatte einen Gutschein für ein örtliches Restaurant im Gepäck. „Wenn es dann wieder erlaubt ist, wird die Mannschaft aber auch noch etwas von dieser Ehrung mitbekommen“, versprach Uwe Lüllmann, der mit der „Zweiten“ nun in seine fünfte Saison geht: „Den Jungs gebe ich natürlich einen aus.“  ck

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